Arbeitsmarkt geht in die Sommerpause

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statistik . München – Das Sommersemester ist zu Ende, das Ausbildungsjahr vorbei.

Für viele junge Leute in Bayern steht der Start ins Berufsleben an. Bis es soweit ist, haben sich einige arbeitslos gemeldet. Einer der Gründe dafür, dass die Zahl der Arbeitslosen zuletzt leicht gestiegen ist. „Es sind deutlich mehr unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet als im Juni“, erläutert Ralf Holtzwart, Chef der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit (BA), am Dienstag bei der Vorlage der aktuellen Arbeitlosenzahlen. Unter dem Strich ist die Zahl der Arbeitslosen in Bayern von Juni auf Juli um 3384 auf 201 204 gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt nach wie vor bei 2,7 Prozent.

Der Anstieg der Arbeitslosenzahl sei im Juli „saisonal üblich“, so Holtzwart. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit dagegen stark rückläufig. So waren im Juli 2017 etwa 17 800 mehr Menschen in Bayern arbeitslos gemeldet als heute. Die Arbeitslosenquote ist im regionalen Vergleich in der Oberpfalz mit 2,3 Prozent aktuell am niedrigsten. Mittelfranken belegt mit 3,4 Prozent den letzten Platz. Oberbayern liegt mit 2,7 Prozent im Mittelfeld. Bayern ist damit weiterhin das Bundesland mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit.

Bundesweit stieg die Arbeitslosenquote im Juli im Vergleich zum Vormonat zwar von 5,0 auf 5,1 Prozent. Mit 2,325 Millionen Jobsuchern verzeichnete die BA allerdings die niedrigste Juli-Arbeitslosigkeit seit 25 Jahren.

In Bayern sei die Nachfrage nach Arbeitskräften anhaltend hoch und der Aufwärtstrend bei der Beschäftigung ungebrochen, so Holtzwart. Nach aktuellen Hochrechnungen hatten im Mai knapp 5,6 Millionen Menschen in Bayern einen regulären Job. Im Juli wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern knapp 36 000 neue Stellen gemeldet – ein Plus von 21,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

In vielen Betrieben macht sich indes der Fachkräftemangel bemerkbar. In der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie etwa komme es bereits in jedem zweiten Unternehmen zu Produktionsverzögerungen, so Bertam Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände bayme vbm. Schulabgänger auf der Suche nach einer Lehrstelle haben in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie entsprechend gute Chancen. Nach einer Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben rechnen die Arbeitgeberverbände dieses Jahr mit 15 200 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. „Nach dem Rekordwert von 2017 erreichen wir 2018 nochmals eine kleine Steigerung“, so Brossardt.

Doch nicht nur bei den Metallern, branchenübergreifend gibt es in Bayern einen deutlichen Überhang an Ausbildungsstellen. Jedem Bewerber standen laut Brossardt im Juni 2018 rein rechnerisch 1,37 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die Folge: Viele Betriebe suchen vergeblich, während Bewerber die Wahl haben.

manuela dollinger

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