Wissenswertes Über Faszien Was überhaupt sind Faszien?

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Trainierte Faszien stützen und schützen den Bewegungsapparat. Fürs Faszientraining gibt es allerlei Utensilien. Foto: M. Becker

Wissenswertes Über Faszien. Was überhaupt sind Faszien?

Oberflächlich betrachtet wird das Wort Bindegewebe oft als Synonym für Faszien benutzt. Doch dahinter steckt mehr. Streng genommen ist die Verwendung des Begriffs Faszien im Plural nicht mal ganz korrekt – vielmehr ist jede einzelne Faszie (abgeleitet vom lateinischen Wort „Fascia“: Bündel) Bestandteil eines faszialen Netzwerks, das den gesamten Körper durchzieht und umgibt. Dieses Netzwerk verbindet alles mit allem, es ist nicht nur eine Art Verpackungsmaterial für den Körper, sondern wird in der neueren Forschung als eigenes Organ betrachtet. Wichtiger Bestandteil von Faszien sind Kollagene, also sehr feste Fasern, sogenannte Gerüsteiweiße oder Strukturproteine. Sie sind leicht dehnbar und trotzdem sehr reißfest, ihre Zugfestigkeit ist höher als die von Stahl. Außer Proteinen bestehen Faszien vor allem aus Wasser. Die genaue Zusammensetzung ist immer abhängig von der Funktion der jeweiligen Körperstelle, das Netz ist mal fester und mal lockerer geknüpft, mal enthält es mehr Flüssigkeit und mal weniger. Eine weitere Grundsubstanz ist Elastin, das Faszien die Eigenschaften eines Gummis verleiht.

Wofür sind die Faszien gut?

Das fasziale Netzwerk erfüllt im Wesentlichen vier Grundfunktionen:

a) Formen (umhüllen, polstern, schützen und stützen, Struktur geben).

b) Bewegen (Kraft übertragen und speichern, Spannung halten, dehnen).

c) Versorgen (Stoffwechsel, Flüssigkeitstransport, Nahrung zuführen).

d) Kommunizieren (Reize und Informationen empfangen und weiterleiten).

Warum sind Faszien so wichtig?

Das fasziale Netzwerk gilt als körperweites Informationssystem, das eine Fülle von Impulsen und Reizen ans Gehirn weitergibt – diese innere Wahrnehmung wird auch als sechster Sinn bezeichnet. Faszien melden Informationen über Bewegung, Lage, Spannung, Druck und Schmerzen ans Gehirn und ans vegetative Nervensystem. Außerdem dient das Faszien-Netz – angeordnet wie ein Scherengitter – als Hülle. Beispiel Muskeln: Die könnten ohne die Faszien drumherum gar nicht arbeiten oder ihre Form behalten, sondern würden wie zäher Sirup auseinanderfließen. Auch die Körperhaltung oder vermeintlich banale Dinge wie das Aufrechtstehen werden von den Faszien als Organ für die Bewegungswahrnehmung und Tiefensensibilität mit gesteuert. Ein straffes und zugleich geschmeidiges Fasziensystem bietet somit Schutz vor Beschwerden oder Schmerzen.  mbe

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