Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


ERMITTLER HOFFEN AUF GESETZESÄNDERUNG

Wissenschaftler: Erweiterte DNA-Analysen werden überschätzt

Freiburg – Eine Initiative Freiburger Hochschulforscher warnt vor den Risiken einer erweiterten DNA-Analyse.

„In wenigen Fällen kann diese Methode einen Täter überführen“, sagte die Wissenschaftsforscherin Veronika Lipphardt. „Sie ist aber in den meisten Fällen längst nicht so zuverlässig und eindeutig.“

Vor allem Ermittler hoffen auf eine Gesetzesänderung, um Täter schneller überführen zu können. Sollte die erweiterte DNA-Analyse kommen, müsse sie umsichtig reguliert und von unabhängigen Experten kontrolliert werden, sagte die Uni-Professorin anlässlich eines Symposiums zum Thema in Freiburg.

Bisher darf aus DNA-Spuren nur das Geschlecht abgeleitet werden. Es gibt Forderungen, auch äußere Merkmale wie Augen-, Haut- und Haarfarbe zu analysieren. Aus Sicht des Landeskriminalamtes hätte man viel Zeit sparen können und keine Massentests machen müssen, wenn die Polizei bei der im Oktober in Freiburg vergewaltigten und getöteten Studentin dies hätte anwenden dürfen.

Lipphardt und ihre Kollegen nahmen die erweiterte Analyse unter die Lupe: „In Freiburg hätten die Methoden der Polizei nicht helfen können.“ Der Nachweis, aus welcher Bevölkerungsgruppe der Täter stammt, sei meist schwierig, manchmal schon die kontinentale Herkunft. „Viele Menschen haben eine kontinental gemischte Herkunft; manche wissen nichts davon, weil dieser Teil der Familiengeschichte Generationen zurückliegt“, sagte Lipphardt. Besonders schwierig sei die Bestimmung einer Herkunft aus Nahem/Mittlerem Osten – auch deshalb, weil Referenzdaten für den nötigen Abgleich für diese Regionen besonders rar sind.

Im Freiburger Fall hätte eine DNA-Analyse nicht ergeben, dass der Tatverdächtige aus Afghanistan kommt, betonte sie. „Sie hätte allenfalls auf eine Herkunft südöstlich von Mitteleuropa verwiesen – damit wäre auch jeder türkische, griechische oder rumänische Mann verdächtig gewesen. Die Erfahrungen aus den Niederlanden und aus Großbritannien zeigen, wann die erweiterte Erbgutanalyse hilfreich ist“, so Lipphardt. Sie zeigen außerdem, wie eine solche Analyse entlastend wirken kann: In den Niederlanden wurden vor Jahren Bewohner eines Asylheims verdächtigt, ein junges Mädchen getötet zu haben. Eine erweiterte DNA-Analyse schloss diese als Täter aus. Susanne Kupke

Kommentare