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LESER FRAGEN – EXPERTEN ANTWORTEN

Wie wird der Fondsverkauf besteuert?

Anton B.: „Ich habe eine fondsgebundene Lebensversicherung ausbezahlt bekommen in Form von übertragenen Fondsanteilen. Beim Verkauf von Anteilen wird von der Depotbank Abgeltungsteuer abgeführt, obwohl mit den Anteilen noch kein Gewinn erzielt wurde. Die Versicherung hat alle steuerrelevanten Bedingungen zur Steuerfreiheit bei Auszahlung erfüllt, d. h. sie wurde vor 20 Jahren abgeschlossen. Wie werden die Fondsanteile besteuert, wenn ich den Fonds komplett auszahlen lasse?“

Oftmals besteht am Laufzeitende einer fondsgebundenen Lebensversicherung ein Wahlrecht zwischen der Barauszahlung des Fondsvermögens und der Übertragung der während der Ansparzeit erworbenen Fondsanteile aus dem Depot der Versicherung in das eines privaten Wertpapierdepots bei einer entsprechenden Bank. Offensichtlich bestand dieses Wahlrecht auch in Ihrem Fall und Sie haben sich für Letzteres entschieden. Dies ist auch grundsätzlich empfehlenswert, wenn bei Fälligkeit der fondsgebundenen Lebensversicherung die Fondsanteile aufgrund der jeweiligen Börsensituation wertmäßig unter den Beträgen liegen, die Sie eingezahlt haben, denn bei einer Barauszahlung würden Sie nun einen finalen Verlust erzielen. Insofern es sich bei der fondsgebundenen Lebensversicherung um einen Altvertrag handelt, das heißt, der Abschluss der Police vor dem 1. Januar 2005 liegt, bleibt die Barauszahlung, wenn die übrigen Voraussetzungen auch vorliegen, steuerfrei. Dies gilt entsprechend für die Übertragung der Fondsanteile in das Wertpapierdepot Ihrer Bank.

Dieser Depotübertrag stellt jedoch einen entgeltlichen Verkauf dar, somit liegt bezüglich der Fondsanteile ein neuer Anschaffungsvorgang vor. Das Datum und der Wert der „Neuanschaffung“ ist das Datum und der Wert bei Fälligkeit der fondsgebundenen Lebensversicherung. Wenn nun Anteile verkauft werden, werden von den Einnahmen aus der Veräußerung nicht die ursprünglichen „alten“ Anschaffungskosten abgezogen, sondern die „neuen“ Anschaffungskosten. Dies sind nun jene Werte zum Fälligkeitszeitpunkt der Lebensversicherung. Der Bestandsschutz, die einjährige Spekulationsfrist, geht somit verloren.

Es ist daher gut möglich, dass Sie persönlich keinen Gewinn erzielen, wenn Sie die „alten“ Anschaffungskosten gegenrechnen. Aus den oben genannten Gründen, werden steuerlich jedoch die „neuen“ Anschaffungskosten gegengerechnet, ein hieraus resultierender Gewinn aus der Veräußerung unterliegt daher nun der Abgeltungsteuer. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass der Bank im Rahmen des Depotübertrags die Anschaffungskosten der Fondsanteile nicht mitgeteilt worden ist. Zum Zeitpunkt der Veräußerung der Anteile kommt nun die Ersatzbemessungsgrundlage für den Kapitalertragsteuer einbehalt zur Anwendung. Diese Ersatzbemessungsgrundlage beträgt 30 Prozent der Einnahmen aus der Veräußerung der Anteile. Im Rahmen der Einkommensteuererklärung haben Sie jedoch die Möglichkeit, mit Nachweisen über die Höhe der Anschaffungskosten der Fondsanteile zum Zeitpunkt des Depotübertrags die richtige Steuer festsetzen zu lassen. Die zu viel einbehaltene Kapitalertragsteuer wird Ihnen dann erstattet.

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