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Wenn der Sparplan schwächelt

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Stefanie KühnPrivate Finanzplanung KühnGrafing

Felix R.: „Ich bespare (unter anderem) seit zwei Jahren einen ETF-Fonds. In letzter Zeit hat der Fonds an Wert verloren, was mich ein bisschen beunruhigt, weil er sich zuvor sehr gut entwickelt hat. Nun meine Frage: Ein Bekannter sagte mir, dass das gar nicht so schlimm ist, weil ich ja mehr Anteile kaufe, wenn der Preis sinkt. Ich verstehe das nicht so ganz, wollte aber auch nicht nachfragen.“

Ich finde es sehr gut, dass Sie ihre offenen Fragen klären möchten. Wenn Sie die Funktionsweise verstehen, vermeiden Sie typische Anlagefehler. Einer dieser typischen Fehler ist es tatsächlich, Sparpläne in schlechten Börsenphasen zu stoppen. Ihr Bekannter hat Recht, Sie kaufen gerade dann günstig ein. Ein Beispiel: Sie kaufen monatlich für 100 Euro Ihren ETF. Nun sinkt der Kurs von 50 Euro auf 45 Euro. Während Sie bislang zwei Anteile erhalten haben, kaufen Sie in diesem Monat dann 2,22 Anteile. Fällt der Kurs weiter bis auf 40 Euro, herhalten Sie für Ihre 100 Euro 2,5 Anteile. Sie handeln so antizyklisch – kaufen mehr ein, wenn die Börse schlecht steht.

Nun gibt es aber eine Einschränkung: Sie nennen leider nicht den Anlageschwerpunkt Ihres ETFs (ETFs sind Indexfonds, die durch den Verzicht auf eine aktives Fondsmanagement besonders kostengünstig sind). Es könnte ja sein, dass der Markt, in den Sie investieren, auf längere Sicht ungünstig erscheint. Dann könnte man sehr wohl überlegen, die Sparrate zukünftig auf einen anderen ETF umzubuchen.

Wenn Sie allerdings Ihre Sparpläne mit Konzept aufgebaut haben (zum Beispiel eine weltweite Streuung über Regionen-Indexfonds), dann würde man auch zwischenzeitliche „Durststrecken“ durchstehen, da man darauf vertraut, dass die Mischung am Ende eine gute Rendite abwerfen wird. Sparplansparer sind immer dann besonders erfolgreich, wenn Sie durchhalten, aber Ihre ETF- oder Fondsauswahl ab und an kritisch hinterfragen.

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