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Die Vorteile eines Oder-Kontos

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Alfons Schuster,Steuerberater bei der Kanzlei Groll, Gross und Steiner München

Hans R.: „Auf Grund der Tatsache, dass die Postbank künftig Kontoführungsgebühren einführt, spiele ich mit dem Gedanken, die beiden getrennten Postbank-Konten für mich (79) und meine Frau (72) in etwa gleicher Höhe in ein auf beider Namen lautendes Konto zu überführen (Oder-Konto). Damit würde der geforderte monatliche Geldeingang erreicht, um weiterhin eine gebührenfreie Kontoführung zu erreichen. Eine Online-Kontoführung sowie Telefon-Banking widerstreben uns aufgrund unseres Alters. Wir wären auf Hilfe angewiesen seitens unseres Sohnes. Allerdings frage ich mich, ob diese Maßnahme ein Hindernis für die Überweisung der Rente beziehungsweise der berufsständischen Versorgung darstellt? Auch stellt sich die Frage, wie das Finanzamt diesen neuen Sachverhalt beurteilt? Bisher war bei gemeinsamer Veranlagung keine Einkommenssteuererklärung nötig.

In der Zusammenlegung der Konten sehe ich kein Auszahlungshindernis für die Altersbezüge, da Sie beide ja über das gemeinsame Konto verfügen können. Falls Sie auf Nummer sicher gehen wollen, empfehle ich bei den Auszahlungsstellen nachzufragen. Auch gegenüber dem Finanzamt ändert sich im Hinblick auf die Einkommensteuerveranlagung nichts – etwaige Kapitalerträge eines gemeinsamen Bankkontos werden bei jedem Ehegatten hälftig erfasst. Darauf hinzuweisen ist, dass mit dem Zusammenlegen der Konten jeder Ehegatte eine Hälfte eines Guthabens dem anderen „schenkt“, was aber erst nach Überschreiten der hohen Freibeträge (500 000 Euro in Ihrem Fall) zu einem schenkungsteuerpflichtigen Vorgang führt. Vorteilhaft ist das Zusammenlegen auch insoweit, als bei einem gemeinsamen Bankkonto der überlebende Ehegatte auch ohne Vollmachten später einmal Zugriff auf das gemeinsame Bankkonto hat.

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