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Mehrheitsbeteiligung des Bundes

Uniper: Angeschlagener Gas-Konzern steht vor Verstaatlichung – Kapitalerhöhung geplant

Uniper
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Logo des Energieversorgers Uniper in der Konzernzentrale.
  • Fabian Müller
    VonFabian Müller
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  • Patricia Huber
    Patricia Huber
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Die Verstaatlichung des Gas-Konzerns Uniper steht kurz vor dem Abschluss. Der Bund und die Firma befinden sich noch in den letzten Gesprächen.

Düsseldorf/Espoo – Der infolge des russischen Gas-Lieferstopps angeschlagene Energiekonzern Uniper wird voraussichtlich mehrheitlich vom Bund übernommen. Ein neues Stabilisierungspaket sieht einen Kauf der derzeit von Fortum gehaltenen Uniper-Aktien durch den Bund vor, wie Deutschlands größter Gasimporteur am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. „Im Ergebnis ist vorgesehen, dass der Bund damit eine signifikante Mehrheitsbeteiligung an der Uniper erhält“, hieß es weiter. Geplant sei außerdem eine Kapitalerhöhung in Höhe von acht Milliarden Euro, die ausschließlich durch den Bund gezeichnet werden soll.

Die finale Vereinbarung sei noch nicht geschlossen, betonte Uniper. Man befinde sich in abschließenden Gesprächen mit dem Bund und Fortum über eine Änderung des bisherigen Stabilisierungspakets. Der finnische Energiekonzern Fortum hält derzeit knapp 78 Prozent an Uniper. Über den möglichen Kaufpreis wurde nichts bekannt. Fortum selbst gehört zu knapp 51 Prozent dem finnischen Staat.

Uniper steht vor Übernahme durch den Bund: Konzern geriet durch russischen Lieferstopp in Schieflage

Die Mehrheitsbeteiligung des Bundes hatte sich seit vergangener Woche abgezeichnet. Uniper hatte am 14. September mitgeteilt, dass bei den Gesprächen über das Ende Juli vorgestellte Stabilisierungspaket auch eine Kapitalerhöhung geprüft werde, die zu eben jener „signifikanten Mehrheitsbeteiligung“ des Bundes an Uniper führen würde. Im Juli hatten sich die Bundesregierung, Uniper und Fortum auf ein milliardenschweres Rettungspaket geeinigt, das bereits einen weniger umfänglichen Einstieg des Bundes vorsah.

Uniper ist in Schieflage geraten, weil Russland kein Gas mehr nach Deutschland pumpt. Der Gas-Großhändler ist Lieferant für über 100 Stadtwerke und große Unternehmen und spielt damit eine zentrale Rolle für die deutsche Gasversorgung. Das fehlende Gas muss sich das Unternehmen jetzt teuer auf dem Gasmarkt kaufen. Das Pipelinegas aus Russland war vergleichsweise günstig zu haben. Wegen des Lieferstopps haben sich die Preise inzwischen vervielfacht.

Uniper begrüßt Einstieg des Bundes: „Brauchen Staat als Hauptaktionär“

Der Chef des Uniper-Konzernbetriebsrats, Harald Seegatz, begrüßte den absehbaren Einstieg des Staates bei Uniper. „Wir brauchen den Staat als Hauptaktionär, um jetzt die Gaskrise zu überstehen und auf Dauer die Energiewende zu meistern“, sagte Seegatz der Düsseldorfer Rheinischen Post. Seegatz rechnet damit, dass der Staat lange beteiligt sein wird: „Der Staat wird dabei längerfristig bei Uniper gefordert sein, denn der Umstieg Deutschlands von Erdgas auf Wasserstoff wird ein paar Jahre dauern, und den soll und will Uniper maßgeblich mitgestalten.“

Der Bund ist in der Vergangenheit bereits mehrfach Unternehmen finanziell zur Seite gesprungen, etwa in der Corona-Krise der Fluggesellschaft Lufthansa oder dem Reiseanbieter Tui. Unter dem Druck der Finanzkrise beteiligte sich der Staat Anfang 2009 an der Commerzbank. (dpa/fmü)

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