Über Luxemburger Fonds

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Stefanie KühnPrivate Finanzplanung KühnGrafing

Max H.: „Wir haben Anteile an dem Fonds StarCap Sicav-Winbords + A StarCapital S.A. Jetzt lese ich, dass Sicav-Fonds kein Sondervermögen sind, das bei Konkurs des Emittenten nicht in die Konkursmasse kommt. Wir möchten bei der Geldanlage besonders sicher sein. Bitte klären Sie für uns, wie es da bei den Sicav-Fonds ist.“

Leser Fragen – Experten AntworTEn

Max H.: „Wir haben Anteile an dem Fonds StarCap Sicav-Winbords + A StarCapital S.A. Jetzt lese ich, dass Sicav-Fonds kein Sondervermögen sind, das bei Konkurs des Emittenten nicht in die Konkursmasse kommt. Wir möchten bei der Geldanlage besonders sicher sein. Bitte klären Sie für uns, wie es da bei den Sicav-Fonds ist.“

Bei dem von Ihnen angesprochenen Fonds handelt es sich um einen sehr internationalen Rentenfonds. Er hat die für einen weltweiten Rentenfonds typische Risiken neben der Entwicklung an den Zinsmärkten und der Beimischung von riskanteren Anleihen: die Schwankungen bei den Währungen. Mehr als die Hälfte der Investmentfonds, die in Deutschland verkauft werden, stammen aus Luxemburg. Dort werden sie grundsätzlich nach dem SICAV-Modell aufgelegt. „SICAV“ steht für „société d’ investissement à capital variable“. Dabei handelt es sich um Gesellschaften mit variablem Grundkapital, bei denen der Investor nicht ausschließlich am Sondervermögen, sondern an der ganzen Fondsgesellschaft beteiligt ist.

Bei in Deutschland aufgelegten Fonds ist der Anleger im Falle der Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft (KAG) dadurch geschützt, dass die angelegten Vermögenswerte ein rechtlich getrenntes Sondervermögen bilden. Bei Luxemburger Fonds stehen die Vermögenswerte dem Anleger als Miteigentümer direkt zu. Die Vermögenswerte werden treuhänderisch von einer Depotbank verwahrt. Das Vermögen des Fonds fällt bei Insolvenz der Depotbank oder des Anlageverwalters grundsätzlich nicht in die Insolvenzmasse.

Sollte mit einem Luxemburger Fonds mal etwas schieflaufen, dürfte es daher wohl nicht wegen der unterschiedlichen rechtlichen Konstruktion von deutschen und luxemburgischen Fonds zu Problemen kommen. Allerdings hat die Madoff-Pleite gezeigt, dass die luxemburgische Justiz einem großen Anlegeransturm kaum gewachsen ist und es für Anleger schwierig sein kann, ihre Rechte zeitnah in dem der Finanzbranche sehr nahe stehenden Ministaat Luxemburg durchzusetzen.

Viele Fonds, so auch der Ihre, haben neuerdings bei der Risikobeschreibung in den wesentlichen Anlegerinformationen folgenden oder ähnlich lautenden Satz aufgenommen: „Mit der Verwahrung von Vermögensgegenständen, insbesondere im Ausland, kann ein Verlustrisiko verbunden sein, das aus Insolvenz, Sorgfaltspflichtverletzungen oder missbräuchlichem Verhalten des Verwahrers oder eines Unterverwahrers resultieren kann.“

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