Tipps zum Mietwagen im Ausland

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Einfach nur genießen – wer bereits von zu Hause aus einen Mietwagen bucht, hat meist ein günstiges Angebot mit höherem Versicherungsschutz. foto: Igor Yaruta/panthermedia

Viele wollen auch im Urlaub im Ausland mobil sein und die Sehenswürdigkeiten auf eigene Faust erkunden. Bei der Mietwagenbuchung sollte man jedoch einiges beachten. So kann zum Beispiel mangelnder Versicherungsschutz bei einem Unfall teuer werden.

urlaub

von lars becker

Auf Urlauber warten im Ausland oft verführerische Mietwagen-Angebote. „Preisgünstig und mit bestmöglichem Versicherungsschutz“, heißt es auf Werbetafeln. Oder: „Dellen und Kratzer werden zu landesüblichen Preisen ausgebessert.“ Bei der Schnäppchenjagd nach dem günstigsten Preis für den fahrbaren Untersatz am Urlaubsort warten jedoch gefährliche Fallen. Das gilt nach Informationen der Stiftung Warentest vor allem außerhalb der Europäischen Union, wo die Deckungssummen in der Haftpflicht oft weit unterhalb des deutschen Niveaus liegen.

Unzureichender Versicherungsschutz

Während hierzulande mindestens 7,5 Millionen Euro für Personen- und 1,12 Millionen Euro für Sachschäden gelten – einige Versicherer bieten pauschal sogar 100 Millionen Euro – sind es im Ausland oft deutlich weniger. In der EU gibt es immerhin eine Regelung, die mindestens eine Million Euro pro Unfallopfer und insgesamt fünf Millionen für Personenschäden sowie eine Million Euro für Sachschäden vorschreibt, aber in einigen US-Bundesstaaten liegen die Standard-Deckungssummen zum Beispiel nur bei 10 000 Dollar. In der Türkei werden bei Sachschäden meist nur gut 20 000 Euro und bei Personenschäden gut 500 000 Euro gezahlt. Alle darüberliegenden Kosten müssen vom Automieter bezahlt werden. Das kann schnell die Existenz gefährden, zumal bei der Automiete im Ausland auch das jeweilige Recht des Landes gilt.

Haftpflichtsumme aufstocken

Deshalb sollte man die Haftpflicht-Summen unbedingt aufstocken. Innerhalb Europas geht das für die meisten kostenlos mit der sogenannten Mallorca-Police. Wer in Deutschland einen eigenen Pkw versichert hat, hat diesen Schutz häufig in seinem Tarif inkludiert. Allerdings sollte man auf die genauen Bedingungen achten. Manche Versicherer gewähren Schutz nur für Reisen bis sechs Wochen, andere bis drei Monate oder auch länger.

Der Haken dabei: Die Mallorca-Police gilt meist nur innerhalb der geografischen Grenzen Europas und in außereuropäischen EU-Gebieten. Damit bleiben etwa beliebte Urlaubsziele wie die türkische Riviera oder Nordafrika außen vor. Wer kein eigenes Auto hat, kann beim ADAC eine Mallorca-Police ab 18,50 Euro erwerben. Für Fernreisen gibt es die Traveller-Police ab 43,50 Euro, die weltweiten Schutz bis 500 000 Euro bietet. Beide Policen erhalten auch Nichtmitglieder.

Buchung in Deutschland

Die noch sicherere Möglichkeit ist allerdings, den Mietwagen für den Auslands-Urlaub vorab in Deutschland zu buchen. Dann kann unter bestimmten Voraussetzungen auch das deutsche Recht zur Anwendung kommen. In jedem Fall steht bei Problemen vor Ort ein Ansprechpartner in Deutschland zur Verfügung. Oft sind die Angebote zudem günstiger als die der Autovermieter vor Ort.

Wichtig ist zudem, auf einen klar ausgewiesenen Gesamtmietpreis und die Rückgabemodalitäten zu achten. Preise kann man vorab im Internet vergleichen. Dabei sollte man auch auf Inklusiv-Kilometer und Begrenzungen achten. „Alle Vereinbarungen sollten immer schriftlich festgehalten und der Vertrag nie blind unterschrieben werden. Der Mietvertrag sollte neben der Landessprache wenigstens in englischer Sprache abgefasst sein“, empfiehlt der ADAC. Zudem sollte man niemals Autos mieten, bei denen der Vermieter nicht vertrauenswürdig erscheint oder bei denen die Mietbedingungen vor Buchungsabschluss nicht genannt werden.

Wagen auf Mängel prüfen

Vor der Übernahme sollte man das Mietfahrzeug zudem umfassend prüfen und sich Mängel schriftlich bestätigen lassen. Auch bei der Rückgabe sollte ein Mitarbeiter des Vermieters anwesend sein. Falls doch ein Unfall passiert, sollte auch bei kleineren Schäden die Polizei benachrichtigt werden. Dann muss gemeinsam mit den Beamten und dem möglichen Unfallgegner ein Unfallprotokoll ausgefüllt werden, das in jedem Mietwagen vorhanden sein sollte.

Außerdem wichtig: Unverzüglich den Vermieter vor Ort benachrichtigen, der – falls nötig – einen Ersatzmietwagen stellt. Dann kann der Urlaub auch nach dem Unfall-Schreck weitergehen.

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