Ticket-Automatenhersteller pleite

Zehntausende Reisende kommen täglich in Kontakt mit den Geräten von Metric. Jetzt ist das Unternehmen insolvent.
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Zehntausende Reisende kommen täglich in Kontakt mit den Geräten von Metric. Jetzt ist das Unternehmen insolvent.

Hannover – Der Ticketspezialist Metric zieht die Notbremse. Erklärt wird die Schieflage unter anderem mit „Verzögerungen in der Fertigstellung von Großprojekten und der Akquisition eines Großauftrages“; zudem habe sich der Umsatz anders entwickelt als geplant.

Das Unternehmen aus Hannover (früher: Höft & Wessel) will eine Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen und begründete das mit einer bereits „eingetretenen Zahlungsunfähigkeit“. Metric stellt unter anderem Automaten für Fahr- und Parkscheine her. Mit Metric-Technik kommen Zehntausende Reisende und Pendler täglich in Kontakt: Die Gruppe liefert Ticketautomaten für die Deutsche Bahn und stattet die Zugbegleiter mit den Geräten für die Fahrkartenkontrolle aus.

Die Folge beschreibt Metric so: „Dieser Liquiditätsengpass konnte weder durch den Erhalt einer Anzahlung zum Ausgleich erheblicher Vorleistungen in einem laufenden Großprojekt noch durch das Erschließen weiterer Finanzierungsquellen beseitigt werden.“ Eine Brückenfinanzierung sei fehlgeschlagen.

Die Bahn erwartet keine Probleme im Tagesgeschäft, weil die Wartung der Geräte von eigenen Technikern vorgenommen werde, sagte ein Konzernsprecher. Außerdem sei Metric nur einer von drei Herstellern, deren Geräte bei der Bahn im Einsatz seien. Metric arbeite zudem auch nach dem Insolvenzantrag weiter.

Das Unternehmen mit gut 400 Mitarbeitern war bereits 2013 haarscharf an der Pleite vorbeigeschrammt. Als Retter kam der Düsseldorfer Investor Droege. Metric hatte 2014 unter dem Strich einen Fehlbetrag von 3,3 Millionen Euro geschrieben. 2015 wies das Unternehmen mit 2,6 Millionen Euro ebenfalls einen Verlust aus.  dpa

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