Telekom-Chef: 70 Prozent Breitband in Bayern bis 2016

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Digitalisierungsoffensive . Maria Thalheim/München – Die Deutsche Telekom will leistungsstarkes Internet in Deutschland bis 2016 massiv vorantreiben.

Besonders schnell soll der Ausbau des Glasfaserkabelnetzes in Bayern erfolgen. Dies kündigte Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, in einem Gespräch mit unserer Zeitung an. Anlässlich des 5000. Kooperationsvertrags zum Breitbandausbau mit einer Kommune besuchte Höttges gemeinsam mit Finanzminister Markus Söder Maria Thalheim (Landkreis Erding), um dort die Verträge zu unterzeichnen.

Der Telekom-Chef erklärte, Ziel in den kommenden Jahren sei es, 80 Prozent des Bundesgebietes mit 50 Megabit Leistung zu versorgen. „Das wird hauptsächlich über Glasfaserkabel erreicht werden. In der Fläche setzen wir auf den Ausbau der LTE-Technologie.“ Noch ehrgeiziger sind die Ambitionen für Bayern, wo der Rheinländer Höttges mehrere Jahre lang gewohnt hat. „Wir wollen bereits bis 2016 etwa 70 Prozent Breitbandversorgung via Glasfaserkabel mit einer Leistung von 50 Megabit schaffen. Weit abgelegene Siedlungen werden ans LTE-Netz angeschlossen.“

Ausdrücklich lobte der Telekom-Chef das Engagement der Staatsregierung beim schnellen Internet. „Die 1,5 Milliarden Euro machen es möglich, endlich auch in die Fläche vorzudringen“, sagte Höttges. Die rasche Übertragung hoher Datenmengen dürfe nicht länger auf die Ballungszentren beschränkt werden. Mit den Geldern des Staates könnten sogenannte Wirtschaftlichkeitslücken geschlossen werden. Von besagten 5000 kommunalen Kooperationen wurde laut dem Vorstandschef jede Dritte in Bayern unterzeichnet. Höttges betonte, kein Konzern investiere so viel in Deutschland wie die Telekom. „Wir wenden jährlich 4,1 Milliarden Euro für den Netzausbau auf.“ Aktuell unterhalte die Telekom 50 000 Baustellen.

Höttges’ Bayern-Tag hatte mit seinem Auftritt beim IT-Gipfel der Staatsregierung begonnen. Dort versprach Ministerpräsident Horst Seehofer, die Ausgaben für die Digitalisierung zu erhöhen. Bayern solle ein Land des „digitalen Aufbruchs“ werden. Es sei „geradezu überlebenswichtig, dass wir das große Feld der Digitalisierung nicht anderen überlassen“, sagte Seehofer. Sein Plan für die nächsten Jahre: 100 Millionen Euro zusätzlich sollen in die außeruniversitäre Forschung fließen. 50 Millionen gehen an die IT-Ausbildung an den Hochschulen, 30 Millionen in die Hochschulforschung.

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) wird dabei gestärkt. Sie wird verantwortlich für zwei neue Zentren: ein Zentrum für die Digitalisierung, das Wissenschaft und Wirtschaft enger zusammenführen soll. Außerdem soll Aigner ein Gründerzentrum für Internet und digitale Medien ins Leben rufen. Weitere Teile der Strategie: ein „Wachstumsfonds“ mit bis zu 100 Millionen Euro Kapital zur Förderung von Existenzgründern und ein „Breitbandpakt“ mit Telekom und anderen Unternehmen für den Ausbau des schnellen Internets. Die CSU-Fraktion kündigte an, bei der Digitaloffensive mitzureden. Kernziel: Den IT-Standort München vor den größten Konkurrenten London und Paris zu halten und auszubauen.        hans moritz/ Christian Deutschländer

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