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Nach Lieferstopp bei Billiganbietern

Strom: Kundenansturm bei Münchner Stadtwerken - SWM gibt großes Versprechen

Schwäne schwimmen vor dem Wasserkraftwerk Isar
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Wasserkraftwerk Isar: Münchner Stadtwerke erleben nach der Kündigungswelle von Billigstromanbietern einen Kundenansturm.
  • Lisa Mayerhofer
    VonLisa Mayerhofer
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Nach der Kündigungswelle von Billigstromanbietern sind hunderttausende Deutsche bei Strom und Gas auf den örtlichen Grundversorger angewiesen. Der Münchner Grundversorger SWM macht eine klare Ansage.

München - Wer sparen wollte, wird jetzt bestraft: Immer mehr Billigstromanbieter haben in den vergangenen Jahren scharenweise Kunden mit niedrigen Tarifen angelockt. Zum Jahresende haben dann aber große Energiediscounter wie etwa Stromio*, Grünwelt und Gas.de angegeben, wegen der hohen Beschaffungspreise die Lieferung von Strom und Gas einzustellen. Hunderttausende Deutsche standen damit unversehens ohne ihren bisherigen Stromanbieter da.

Teurere Strom-Tarife bei Neukunden

Sie fallen nun in die Grundversorgung der örtlichen Stromanbieter. Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, in ihrem Grundversorgungsgebiet die Stromlieferungen sicherzustellen. Dabei müssen aber auch sie mit den hohen Preisen am Markt kämpfen - und für die zahlreichen Neukunden zusätzlichen Strom einkaufen - zu deutlich gestiegenen Kosten.

Der Kölner Stromanbieter und Grundversorger Rheinenergie hat deshalb für Neukunden einen weiteren Grundtarif eingeführt. Laut Handelsblatt zahlen die Neukunden dort etwa 20 Cent mehr pro Kilowattstunde als die Bestandskunden, was umgerechnet eine satte Preissteigerung von über 40 Prozent ausmacht. Damit ist der Anbieter nicht allein. Für viele Ex-Kunden der Discounter bedeutet das: Sie müssen nun erst mal richtig draufzahlen.

Tausende Neukunden für die SWM in München

Für die bayerische Landeshauptstadt und Teile der Metropolregion sind die Münchner Stadtwerke (SWM) Grundversorger. Dass dort die Lage aber auch nicht rosig aussehen dürfte, zeigt ein Blick auf die Website der SWM. Wer hier einen Tarif abschließen möchte, wird von der SWM um Geduld gebeten: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aufgrund der stark gestiegenen Beschaffungspreise zum aktuellen Zeitpunkt keine Strom-Tarife anbieten“ (Stand: 17. Januar 2022, 15:30 Uhr), steht dort geschrieben.

Pressesprecher Michael Silva sagte gegenüber Merkur.de*, dass man momentan online keinen Tarif bei der SWM abschließen könne – telefonisch sei das aber noch möglich. Er kann die Münchner, die in die Grundversorgung gerutscht sind, aber beruhigen: „Neukunden müssen bei uns keine höheren Tarife zahlen.“

Denn auch die SWM verzeichnete einen Ansturm. Silva spricht von „mehreren tausend neuen Kunden“. Dieser habe die SWM auch dazu gezwungen, zusätzlich teuer Strom einzukaufen. Diese Kosten wolle man aber nun nicht an die Kunden weiterreichen. Allerdings hat der Stromanbieter bereits im Januar die Tarife erhöht. Ein Münchner Durchschnittshaushalt (Zwei Personen, 2.500 Kilowattstunden) zahlt nun etwa vier Euro mehr im Monat.

Scheer: „Energieversorgung ist Daseinsvorsorge“

Bei den Verbraucherschützern wächst derzeit nicht nur die Verärgerung gegenüber den Billigstromanbietern, die ihre Kunden rausgeworfen haben, sondern auch der Unmut wegen der möglichen Benachteiligung von Neukunden. Holger Schneidewindt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hält das Vorgehen für rechtlich zweifelhaft und rät Betroffenen, Widerspruch einzulegen, wenn sie in der Grundversorgung höhere Tarife zahlen müssen. „Denn der Schutzzweck der Grundversorgung ist auch Schutz vor Energie-Armut“, sagte Schneidewindt gegenüber dem Deutschlandfunk.

Auch in der Politik – vor allem bei SPD und Union – wird im Zuge des starken Anstiegs der Strompreise diskutiert, Discountanbieter von Strom* und Gas stärker zu regulieren. „Energieversorgung ist Daseinsvorsorge“, sagte die SPD-Energiepolitikerin Nina Scheer dem Handelsblatt.

*Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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