Stiftung Warentest: Jeder dritte Sojadrink fällt durch

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Sojadrinks sind die Nummer 1 unter den Milchalternativen und gelten als gesund. foto: pm

Schadstoffe und ein Keim kratzen am Image von Sojadrinks: Die Stiftung Warentest hat jetzt 15 solche Drinks untersucht und fünf davon mit „mangelhaft“ bewertet.

In dem pflanzlichen Milchersatz fanden die Tester unter anderem erhöhte Werte an Chlorat und Nickel in mehreren Produkten sowie in einem Drink einen Keim, berichtet die Stiftung in ihrer Zeitschrift „test“. Doch es gibt auch positive Beispiele: Immerhin sieben Produkte wurden mit „gut“ bewertet, drei mit „befriedigend“. Getestet wurden Drinks der Geschmacksrichtung Natur mit und ohne Kalziumzusatz.

Testsieger wurde der „Bio Soja Drink“ von Berief für 1,29 Euro pro Liter. Er wird ohne Kalziumzusatz angeboten, so wie der ebenfalls mit „gut“ beurteilte Drink „Provamel Soya“ (1,99 Euro). Der Hersteller Alpro überzeugte die Tester auch mit guten kalzium-angereicherten Produkten: „Alpro Soya Light“ (1,89 Euro) und „Alpro Soya Original“ (1,89 Euro). Den günstigsten „guten“ Sojadrink bietet der Discounter Lidl (0,95 Euro) an. Gut schnitten außerdem die Drinks von Rewe Bio (mit Calcium / 1,39 Euro) und Hofgut Storzeln („Soja Drink + Calcium aus Meeresalgen Natur, Bio“ / 2,34 Euro) ab.

In einem Getränk („Bio Soja Drink Calcium“ von dm) wurde der Keim Cellulosimicrobium cellulans gefunden. Er gilt als sehr stoffwechselaktiv und kann Nährstoffe zu neuen Verbindungen umbauen – Menschen mit sensiblem Darm kann das zu schaffen machen.

Die gute Nachricht für Verbraucher: Der Hersteller nahm die Charge noch während der Testphase im April aus dem Verkauf. Den anderen mangelhaften Sojagetränken wurden hohe Nickel- oder Chloratgehalte zum Verhängnis: Trinkt ein 60 Kilo schwerer Erwachsener pro Tag ein Glas davon, nimmt er mehr Nickel oder Chlorat auf, als die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit gutheißt. Die Verunreinigung mit Chlorat könnte während des Produktionsprozesses stattgefunden haben. Nickelfunde haben dagegen meist einen natürlichen Ursprung: Die Sojapflanze nimmt das Schwermetall aus dem Boden auf und speichert es. Mangelhaft wurden Drinks von Aldi Süd („Bio Sojadrink Naturell mit Calcium“), Edeka („Bio+Vegan Sojadrink Classic“), Natumi („Soya Calcium“) und Drinho („Soya Bean Milk“) bewertet.

Wer keine Kuhmilch mag oder verträgt, ist den Testern zufolge mit Sojagetränken gut beraten: Ein Glas liefert so viel Eiweiß wie Vollmilch. Getränke auf Basis von Getreide oder Nüssen schaffen das nicht. Aufpassen sollten allerdings Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion, einem Jodmangel oder östrogensensitivem Brustkrebs. Soja enthält hormonell wirksame Pflanzenöstrogene, und bei Brustkrebs kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Tumorwachstum begünstigt wird.

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