Start ins weiß-blaue Internet?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Tracht des Internets? Die neuen „.bayern“-Endungen machen es leicht, sich im Netz zum Freistaat als Herkunftsregion zu bekennen. Besonders im Tourismus soll das künftig einen positiven Werbeeffekt haben. Foto: Panthermedia

Seit heute hat der Freistaat eine eigene Internet-Kennung. Wer signalisieren will, dass er aus Bayern kommt, kann das jetzt schon in seiner Webadresse tun. Vor allem der Tourismus verspricht sich positive Effekte von den neuen Adressen.

Neue regionale Kennungen

Seit heute hat der Freistaat eine eigene Internet-Kennung. Wer signalisieren will, dass er aus Bayern kommt, kann das jetzt schon in seiner Webadresse tun. Vor allem der Tourismus verspricht sich positive Effekte von den neuen Adressen.

Von Philipp Vetter

München – Ulrich Brandl glaubt an die Werbewirkung des Freistaats. „Jeder erfolgreiche Unternehmer unserer Branche tut gut daran, auf Bayern zu setzen“, sagt der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes. Er empfiehlt seinen Kollegen deshalb, auch eine der neuen „.bayern“-Internet-Adressen zu registrieren. Als eine der ersten Regionen in Deutschland hat Bayern eine eigene sogenannte Top-Level-Domain. Statt der bisherigen „.de“- oder „.com“-Endungen kann man ab sofort auch „.bayern“-Adressen registrieren.

Doch was hat man außer einer möglichen Werbewirkung des Begriffs „Bayern“ davon? Bei Bayern Connect, dem Unternehmen, das die neuen Adressen verwaltet, hofft man, dass Webseiten mit den Region-Kennungen in diesen Regionen besser in Suchmaschinen gelistet werden. Doch mehr als eine Hoffnung ist das derzeit nicht, gibt Geschäftsführer Caspar von Veltheim zu: „Man kann noch nicht abschätzen, wie Google die neuen Top-Level-Domains werten wird.“ Allerdings habe der Suchmaschinengigant selbst viele neue Endungen beantragt.

Sonst halten sich die Vorteile in Grenzen. Zumindest der Umweg über die „.by“-Endung dürfte ein Auslaufmodell sein. „.by“ ist eigentlich die Kennung von Weißrussland, war aber zeitweise von Bayern zweckentfremdet worden. Nun hat der Freistaat seine eigene Endung. Rund 45 000 Reservierungen gibt es mit der Bayern-Kennung bereits. Doch das ist verglichen mit allein 15 Millionen „.de“-Adressen nicht besonders viel. Die Bayern-Adressen sind zudem deutlich teurer als andere. Die Anbieter – es gibt insgesamt fünf Stück – verlangen für die Registrierung und einige Dienstleistungen zwischen 30 und 70 Euro pro Jahr. Da gibt es manchen Anbieter im Netz mit günstigeren „.de“- oder „.com“-Adressen.

Allerdings sind bei den bisherigen Endungen viele Adressen schon belegt. „Es ist im Internet wie im Bierzelt ganz schön eng geworden“, sagt Markus Eggensperger von United Domains. „Mit ,.bayern‘ gibt es im übertragenen Sinn jetzt ein sehr schönes neues Bierzelt.“ Kein Wunder also, dass zu den ersten Adressen das neue Oktoberfest-Portal unseres Verlages www.wiesn.bayern gehört.

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare