Sparkassen scheitern mit Megafusion

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Fürstenfeldbruck – Die geplante Megafusion der Sparkassen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg-Dießen ist gescheitert.

Der Chef der Sparkasse Fürstenfeldbruck, Klaus Knörr, bestätigte am Freitag das Aus der Gespräche. „Persönlich bin ich sehr enttäuscht. Es wäre eine Riesenchance gewesen“, kommentierte Knörr das Ende der Idee eines größeren Hauses. Die Chance sei auf politischer Ebene vergeben worden.

Knörr vermutet, dass die Sparkasse Dachau sich in Erwartung einer negativen Entscheidung im dortigen Stadtrat aus den Gesprächen zurückgezogen habe. „Es gab die Einschätzung, dass eine Fusion nicht mehrheitsfähig ist.“ Wie Knörr sagte, wäre die Situation wohl auch im Fürstenfeldbrucker Stadtrat schwierig geworden. Er bedauerte, dass es dort – anders als im Kreistag, der für die Fusion stimmte – nie zu einer Entscheidung gekommen sei. Die Sparkasse Fürstenfeldbruck werde sich nun auf sich selbst konzentrieren müssen, sagte Knörr. „Dass das keine Wohlfühlzone ist, ist klar. Wir werden hart am Wind segeln müssen.“

Ein Gutachten hatte im Vorfeld ergeben, dass die Sparkasse Fürstenfeldbruck auch alleine bestehen kann. Eine Stärkung der eigenen Position sei durch verschiedene Maßnahmen möglich, hieß es. Unter anderem sahen die Gutachter ein Potenzial im Abbau von Arbeitsplätzen, wobei der Stellenabbau an die natürliche Fluktuation geknüpft sein soll. Als Gründe für die Fusionspläne waren 2016 die steigende Regulatorik, die niedrigen Zinsen, die Digitalisierung und die Chance auf mehr Expertentum genannt worden.

Wäre die Fusion geglückt, hätte die neu geschaffene Sparkasse eine Bilanzsumme von knapp neun Milliarden Euro auf die Waage gebracht. Damit wäre das Institut die viertgröße Sparkasse in Bayern gewesen, bundesweit hätte das Institut gemessen an der Bilanzsumme auf Platz 21 rangiert. Thomas Steinhardt

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