VW soll früher von CO2-Abweichungen gewusst haben

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Wolfsburg – Die VW-Führung soll einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge möglicherweise bereits im Frühjahr von Abweichungen bei CO2-Werten einzelner Automodelle gewusst haben. Laut Zeitung habe der damalige Konzernchef Martin Winterkorn wegen auffälliger Messwerte den Verkauf des Polo TDI „BlueMotion“ gestoppt.

Ein VW-Sprecher bezeichnete das als „reine Spekulation“.

Das Auto sei wegen der zu geringen Nachfrage vom Markt genommen worden. Unabhängig davon werde seit Bekanntwerden der Abweichungen bei CO2-Abgaswerten geprüft, welche Modelle betroffen sind. „Ob bei diesem Modell die CO2-Angaben vom Katalogwert abweichen, ist Gegenstand der aktuell laufenden Untersuchungen“ hieß es von VW. Anfang November hatte VW neben den bekannten Abgas-Manipulationen „Unregelmäßigkeiten“ beim CO2-Ausstoß öffentlich gemacht. Betroffen sind bis zu 800 000 Wagen der Marken VW, Audi, Seat und Skoda.

Unterdessen endet an diesem Montag die Frist für ein sogenanntes Amnestieprogramm für Tarifbeschäftigte, das bei der Aufklärung der Affäre helfen sollte. Bisher hätten sich rund 50 Mitarbeiter beteiligt, berichtet die „Welt am Sonntag“. Grundlegend neue Erkenntnisse habe es nicht gegeben.

Die Beschäftigten werden an diesem Mittwoch im Stammwerk Wolfsburg von Betriebsräten, Managern und Aufsichtsräten über den Stand der Dinge informiert. Unter anderem soll Großaktionär und Aufsichtsrat Wolfgang Porsche eine Rede halten.

Am Donnerstag muss sich Audi-Chef Rupert Stadler laut „SZ“ im Aufsichtsrat der Nobelmarke erklären. Der Manager solle erklären, warum Audi erst den Einsatz von Software, die in den USA als illegal gilt, dementierte, dann aber vor wenigen Tagen doch einräumen musste. Zudem wolle der Audi-Aufsichtsrat wissen, was das Unternehmen tue, um die Schuldigen zu finden, berichtet das Blatt. Forderungen nach personellen Konsequenzen bei der Ingolstädter Tochter werde es erst geben, „wenn alles auf dem Tisch“ liege.

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