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Schließt Käse wirklich den Magen?

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Käse nach dem Essen wirkt sättigender als ein süßes Dessert mit viel Zucker – zumindest zeigt das die Beobachtung. Panthermedia
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Käse nach dem Essen wirkt sättigender als ein süßes Dessert mit viel Zucker – zumindest zeigt das die Beobachtung. Panthermedia

Ernährungsmythen gibt es seit weit über 100 Jahren.

Durch das Internet verbreiten sich alte und neue Geschichten heute noch wesentlich leichter. Wir haben einige Mythen unter die Lupe genommen und nach wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen, aber auch Erfahrungen durchleuchtet.

Heute widmen wir uns dem Käse. In diesem Zusammenhang fällt oft der Satz: „Käse schließt den Magen.“ Stimmt das? Zurück geht diese Annahme wohl auf den römischen Schriftsteller Plinius, der nach jeder Mahlzeit etwas Käse zu sich nahm, weil er dies für besonders wohltuend hielt.

Wir wollten wissen, ob Käse wirklich sättigend wirkt, und gönnten uns nach einem Mahl ein Stückchen Käse. Bei dem zweiten Versuch am nächsten Tag gab es zum Dessert ein Schälchen Schokoladenpudding. Das Ergebnis: Drei von den vier Testessern fühlten sich nach dem Käse länger anhaltend satt. Nach dem Schokoladenpudding verspürten sie zumindest schneller wieder Appetit. Beobachtung: Ein Zucker- und Kohlenhydratbetonter Abschluss scheint tatsächlich weniger anhaltend sättigend zu wirken. Wie „wirkt“ nun der Käse tatsächlich im Magen?

Das Fett im Käse wird bereits während der Reifung zum Teil in freie Fettsäuren gespalten. Bei der Verdauung des Käsefettes entstehen weitere freie Fettsäuren. Kommt diese Menge an Fettsäuren mit der Darmwand in Kontakt, werden dort hormonähnliche Substanzen ausgeschüttet. Eine davon ist das Enterogastron. Es hemmt jene Muskelbewegungen des Magens, die die Nahrung vorwärts bewegen. Außerdem sorgt die Substanz dafür, dass sich der Magenausgang etwas schließt. So bleibt das Essen länger im Magen.

Hier registrieren Sensoren den Grad der Magenfüllung und leiten diese Information weiter zum Gehirn. Das schließlich sendet das Signal zur Sättigung aus. Aus wissenschaftlicher Sicht lässt sich also sagen: Käse kann tatsächlich den Magen schließen.

Zahnmedizinisch ist der Käse-Abschluss übrigens auch zu begrüßen. Hartkäse wie Emmentaler oder Bergkäse enthält besonders viel Calcium. Den höchsten Gehalt findet man aber im Parmesan mit nur 32 Prozent Fett in der Trockenmasse. Sowohl Calcium als auch die vermehrte Speichelproduktion kräftigen und schützen die Zähne.

Sterne aus Käse

Aus einer ein Zentimeter dicken Scheibe Bergkäse Sterne ausstechen, dünn auf einer Seite mit Honig bepinseln, in eine Mischung aus etwas gemahlenem Koriander, schwarzem Sesam und Fenchelsamen drücken und auf Zahnstocher spießen. Die Käsesterne schräg aufgelegt – beidseitig sichtbar auf einem Glasteller oder Ähnlichem servieren.

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