Schlag für Air Berlin: Gericht reduziert Gemeinschaftsflüge

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Die enge Verbindung mit Etihad sollte Air Berlin helfen und die Position ihres Partners und Lufthansa-Konkurrenten auf dem deutschen Markt verbessern. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Die arabische Fluggesellschaft Etihad steckt eine Niederlage vor Gericht ein. Dies trifft aber vor allem den Partner Air Berlin, der auf einen Teil der Gemeinschaftsflüge mit Etihad verzichten muss.

Luftverkehr

Die arabische Fluggesellschaft Etihad steckt eine Niederlage vor Gericht ein. Dies trifft aber vor allem den Partner Air Berlin, der auf einen Teil der Gemeinschaftsflüge mit Etihad verzichten muss.

Berlin  – Das ist ein schwerer Rückschlag für Air Berlin: Die angeschlagene Fluggesellschaft kann ab Mitte Januar gut ein Drittel weniger Flüge als bisher mit ihrem arabischen Partner Etihad Airways gemeinsam vermarkten. Das folgt aus einer Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Braunschweig, die es am Mittwoch veröffentlichte. Die Richter lehnten den Antrag Etihads ab, die Genehmigung für 31 sogenannte Codeshare-Strecken, bei denen Etihad Air-Berlin-Flüge als eigene verkauft, über den 15. Januar hinaus zu verlängern.

Das Angebot von Air-Berlin-Flügen bei der Etihad-Kundschaft hilft der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft, ihre Maschinen besser auszulasten. Bislang hat sie 83 Codeshare-Strecken mit Etihad im Programm. Davon blieben nun 52 Verbindungen übrig.

Etihad reagierte „tief enttäuscht“ auf die Entscheidung des Gerichts und will sie Anfang kommender Woche anfechten. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Innerhalb von zwei Wochen ist eine Beschwerde beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg möglich.

Air Berlin teilte mit, für ihre Kunden entstünden durch den Gerichtsbeschluss keine Nachteile. „Alle bisher gebuchten Codeshare-Flüge von Etihad Airways und Air Berlin werden wie geplant durchgeführt“, hieß es. Auch Etihad stellte klar, alle gebuchten Codeshare-Flüge könnten auch angetreten werden.

Das Braunschweiger Luftfahrtbundesamt hatte die Genehmigung auf Grundlage des Luftverkehrsabkommens zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten nur bis zum 15. Januar erteilt – und nicht für den gesamten Winterflugplan, der bis Ende März gilt. Das Verwaltungsgericht billigte das Vorgehen des Amts. Die umstrittenen Flugstrecken seien „von den zwischenstaatlichen Vereinbarungen nicht umfasst“.

Das Bundesverkehrsministerium sieht sich durch die richterliche Entscheidung in seiner Rechtsauffassung bestätigt. Man habe wiederholt den Vereinigten Arabischen Emiraten „Gespräche angeboten, um die Luftverkehrsbeziehungen auf einen rechtssicheren Stand zu bringen“, teilte ein Sprecher mit.

Air Berlin schreibt seit Jahren Verluste. Etihad Airways ist mit einem Anteil von 29,2 Prozent größter Aktionär und hat Air Berlin bereits finanziell unterstützt. Die gemeinsame Vermarktung von Flügen mit Etihad ist für Air Berlin ein wichtiger Pfeiler des Geschäfts.

Vorstandschef Stefan Pichler hat ein Konzept vorgelegt, damit das Unternehmen profitabler wird. Dazu gehören ein größeres Langstrecken-Angebot, eine klarere Struktur im Streckennetz, eine Vertriebsinitiative bei Firmenkunden und die Streichung von Arbeitsplätzen in der Verwaltung.

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