So schlafen Sie entspannt

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Von der Matratze über das Kissen bis zum Lattenrost: Ein gut abgestimmtes Bett ist unverzichtbar für erholsame Nächte.

Deutschland schläft schlecht. Vier von fünf Berufstätigen klagen über Schlafstörungen, ergab eine Umfrage der Krankenkasse DAK. Ein Grund dafür sind falsche Matratzen und Kissen. Die Stiftung Warentest gibt Tipps, wie man zu erholsamem Schlaf kommt.

matratze, kissen und Co.

Die optimale Schlafstätte sieht individuell sehr unterschiedlich aus. Die folgenden Ratschläge der Stiftung Warentest helfen, sie zu finden.

Die Matratze

-Eine Matratze, die zum Körperbau und zur Schlafposition passt: Eine für alle – Mit diesem Versprechen mischen Einheitsmatratzen aus dem Versandgeschäft derzeit den Markt auf. Ein Probeliegen ist laut der Werbung nicht nötig, alle Körperformen könnten bequem darauf ruhen. Die Stiftung Warentest hat das getestet (siehe Kasten). Das Ergebnis: Auf kaum einer Matratze können alle Schlaf- und Körpertypen gleichermaßen gut liegen. Je nach Statur und Lage sollte eine Matratze den Körper an unterschiedlichen Stellen stützen oder einsinken lassen. Grundsätzlich gilt: Wer auf der Seite schläft, liegt ideal, wenn die Wirbelsäule eine gerade Linie bildet. Die Schultern eines Möbelpackers müssen dafür tiefer einsinken als die eines untrainierten Angestellten. Wer auf dem Rücken schläft, bei dem sollten Schultern und Becken nicht zu tief einsinken.

-Stärken und Schwächen des Matratzenmaterials: Jedes Material hat Eigenheiten: Kaltschaum und Latex isolieren gut – prima für alle, die leicht frieren. Außerdem eignen sie sich gut für verstellbare Lattenroste. Federkernmatratzen transportieren viel Feuchtigkeit – ideal für starke Schwitzer. Beim Wenden und Transportieren kommt das Gewicht ins Spiel: Kaltschaum ist relativ leicht, Latexmatratzen sind schwer und wabbelig, aber haltbar.

-Verzicht auf Schoner und Auflagen: Stiftung Warentest rät davon ab, speziellen Schoner zu verwenden, die Matratze und Lattenrost trennen. Auch von Auflagen wird abgeraten. Beide würden dafür sorgen, dass Matratzen aufgenommene Feuchtigkeit schlecht abgeben können, schreiben die Tester. Schlimmstenfalls würden Auflagen und Schoner sogar schimmeln. Außerdem würden Auflagen die Liegeeigenschaften der Matratze verändern. Sinnvoll sind sie nur für Inkontinente, so die Stiftung Warentest.

Der Lattenrost

„Eine Matratze mit guten Liegeeigenschaften braucht keinen speziellen Lattenrost, und sie wird durch ihn auch nicht besser“, heißt es bei Stiftung Warentest. In einem Doppeltest, den die Stiftung im Sommer 2015 durchgeführt hatte, brachten selbst laut Werbung speziell aufeinander abgestimmte Doppel aus Matratze und Lattenrost keinen klaren Vorteil. Einige teure Unterfederungen verschlechterten sogar das Liegen (der Test ist unter www.test.de kostenpflichtig verfügbar). Der Rat der Tester: Man sollte sich auf einen starren Lattenrost beschränken. Dessen wichtigste Aufgabe ist es, für Belüftung zu sorgen. Das gelingt auch Günstigen.

Das Kissen

-Kissen soll stützen, aber nicht abknicken: Matratze und Kissen bilden ein System. Wie hoch das Kissen sein sollte, hängt von der individuellen Schlafposition ab, der Statur und der Härte der Matratze. Der Nacken sollte gerade liegen, der Kopf darf weder abknicken noch sich verdrehen. Faustregel: Je härter die Matratze, desto höher das Kissen. Speziellen Nackenstützkissen können hilfreich für Menschen sein, die Beschwerden in der Halswirbelsäule haben. Stiftung Wartentest hat Modelle getestet (siehe Kasten).

-Die Schulter gehört nicht aufs Kissen: Klassische Kissen der Maße 80 mal 80 Zentimeter sind so groß, dass in Seitenlage oft auch die Schultern darauf liegen. Das Kissen behindert dann das Einsinken der Schulter in die Matratze. Besser man kauft ein 80 mal 40 Zentimeter großes Kissen, so der Rat der Stiftung Warentest.

Die Lage

Bauchschläfer liegen meist mit zur Seite abgewinkeltem Kopf. Dadurch verdrehen sie die Halswirbel extrem. Das führt früher oder später zu Verspannungen und Blockaden im Nacken. „Man verringert die Belastung, wenn man nur ein dünnes Kissen verwenden oder ganz darauf verzichtet. Falls man dennoch Beschwerden hat, sollte man versuchen, auf Seitenlage umzusteigen“, heißt es bei der Stiftung Warentest. Eine Matratze, in die Schulter und Becken tief genug einsinken, sowie ein Seitenschläferkissen können bei der Umstellung helfen.

Das Lüften

-Bett tagsüber ungemacht lassen: Etwa einen halben Liter Schweiß gibt ein Mensch pro Nacht in die Matratze ab, starke Schwitzer noch mehr. Die Feuchtigkeit muss wieder raus. Ist das Bett tagsüber mit Bettzeug und Tagesdecke abgedeckt, ist das kaum möglich. „Besser: Die Decke zurückschlagen. So lüftet die Matratze aus“, rät Stiftung Warentest.

-Zeit zum Auslüften: Neue Matratzen und Kissen stinken meist nach Chemie. Der unangenehme Geruch verfliegt in der Regel nach einigen Tagen. Deshalb heißt es zunächst: Auslüften.  mm

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