Robuster Jahresstart

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Niedrige Januar-Arbeitslosigkeit: Trotz Mindestlohnregelung und ausbleibender Russlandexporte zeigt sich der bayerische Arbeitsmarkt robust. Zwar stieg die Arbeitslosenzahl in Bayern saisonbedingt um 300 100 an. Sie blieb aber unter Vorjahresniveau.

Rekordhoch bei der Beschäftigung und eine vergleichweise niedrige Arbeitslosigkeit im Januar: Obwohl die Zahl der Jobsucher im Freistaat deutlich gestiegen ist, ist Bayerns BA-Chef guter Dinge.

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Rekordhoch bei der Beschäftigung und eine vergleichweise niedrige Arbeitslosigkeit im Januar: Obwohl die Zahl der Jobsucher im Freistaat deutlich gestiegen ist, ist Bayerns BA-Chef guter Dinge.

Nürnberg – Frost und Schnee haben die Arbeitslosigkeit im Freistaat im Januar über die Marke von 300 000 getrieben. „Eine steigende Arbeitslosigkeit ist typisch im Winter, da in Bayern viele Beschäftigte in Außenberufen tätig sind“, erläuterte der Chef der Regionaldirektion Bayern, Markus Schmitz, am Donnerstag in Nürnberg. In Gärtnereien, auf Baustellen oder in der Landwirtschaft ruht bei Kälte häufig die Arbeit. Das hat im Januar dazu geführt, dass die Zahl der Arbeitslosen um 48 500 auf 300 100 anstieg und die Quote um 0,7 Punkte auf 4,3 Prozent zulegte.

Die Zahl der Arbeitslosen stieg in allen bayerischen Regierungsbezirken. Am stärksten war der Ausschlag in Niederbayern, wo es den höchsten Anteil an Beschäftigten im witterungsabhängigen Baugewerbe gibt. Durch die Winterpause rutschte Niederbayern von dem ersten auf den fünften Platz unter den Bezirken ab. Spitzenreiter ist nun mit einer Quote von 3,8 Prozent Unterfranken. Schlusslicht bleibt Mittelfranken mit 5,1 Prozent. Im bundesweiten Vergleich hat Baden-Würrttemberg mit 4,2 Prozent Arbeitslosenquote Bayern als Bundesland mit der niedrigsten Quote abgelöst.

Trotz des Anstiegs der Arbeitslosigkeit ist Schmitz optimistisch. „Der anhaltende Rückgang zum Vorjahr bestätigt die gute Entwicklung in Bayern“, betonte er. Seit Januar 2014 sank die Zahl der Jobsucher um 4400. Schmitz ergänzte zudem: „Wichtige Indikatoren für den Arbeitsmarkt weisen insgesamt auf einen guten Jahresauftakt hin.“

Auch bundesweit ist der Arbeitsmarkt robust ins Jahr gestartet. Mit 3,032 Millionen Erwerbslosen – lediglich 268 000 mehr als im Dezember – gab es im Januar so wenige Jobsucher wie zuletzt im Januar 1991. Damals hatte das Zusammenwachsen Deutschlands der deutschen Wirtschaft eine milliardenschwere, historisch einmalige Sonderkonjunktur beschert. Auch kritische Beobachter räumen daher beim Blick auf die aktuellen Zahlen ein: Der Anstieg im Januar ist überraschend niedrig ausgefallen.

So reagierte auch Bayerns Arbeitsministerin Emilia Müller (CSU) gelassen auf das Plus an Arbeitslosen: „Das bringt den bayerischen Arbeitsmarkt nicht ins Wanken“, sagte sie in München. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) zeigte sich mit Blick auf die Konjunkturindikatoren ebenfalls optimistisch: „Das macht Hoffnung, dass Bayern ein erfolgreiches Arbeitsmarkt-Jahr 2015 bevorsteht.“

Ein gutes Zeichen ist dabei bereits der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Freistaat. „Das verarbeitende Gewerbe sowie das Gesundheits- und Sozialwesen sind die Haupttreiber dieser Entwicklung“, erläuterte Schmitz. Nach den jüngsten Daten vom November hatten 5,148 Millionen Menschen im Freistaat einen regulären Job – das ist der höchste Stand für einen November seit Beginn der monatlichen Auswertung 1999.  mad/dpa

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