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Riester: Keine Zulage ohne Antrag

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Susanne ArndtVerbraucherService Bayern im KDFB e.V.Neufahrn
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Susanne ArndtVerbraucherService Bayern im KDFB e.V.Neufahrn

Karolina G.: „Ich habe im Mai 2004 eine Riester-Rente abgeschlossen. Der Vermittler versprach mir damals, dass ich eine jährliche staatliche Zulage von 154 Euro bekommen würde. Nun ist der Vertrag im August 2016 abgelaufen. Ich habe nur die einbezahlten Beträge plus 280 Euro Überschussbeteiligung plus eine einmalige (!) Sparzulage von 154 Euro ausbezahlt bekommen. Die restlichen Zahlungen wurden als Verwaltungsaufwand von der Versicherung einbehalten. Begründung: absinkendes Zinsniveau während des Versicherungsverlaufs. Ich fühle mich betrogen, weil die Zulage als Lockmittel beim Vertragsabschluss benutzt wurde. Was kann ich tun?“

Voraussetzung für die Zertifizierung eines Riester-Vertrages ist unter anderem, dass zur Auszahlungsphase die vom Verbraucher selbst eingezahlten Leistungen und die staatliche Zulage garantiert werden. Die beantragte Zulage und Ihre Einzahlungen stehen Ihnen zur Verfügung. Wie bei Ihnen, haben in der Vergangenheit viele Verbraucher versäumt, den Zulagenantrag abzugeben. Um aber in den regelmäßigen Genuss der staatlichen Zulage zu kommen, ist eine regelmäßige, jährliche Beantragung oder ein einmaliger Dauerzulagenantrag notwendig. Stellt man den Antrag auf Zulage nicht, wird diese auch nicht dem Vertrag gutgeschrieben. Dieser Antrag kommt vom Riester-Vertragspartner, also von Ihrem Versicherer per Post. Wird die Beantragung versäumt, kann die Zulage noch zwei Jahre rückwirkend beantragt werden. Die Zulagen fließen ausschließlich, wenn sie beantragt werden. Sinnvoll ist daher der einmalige Dauerzulagenantrag. Sie können die Zulagen ( 2 x 154 Euro) für die letzten beiden Jahre noch bis zum 31. Dezember 2016 beantragen, obwohl Ihr Vertrag bereits im August zur Auszahlung kam.

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