IMMOBILIENDARLEHEN

Richtlinie entschärft

Jürgen Gros,Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern. Foto: K. Haag
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Jürgen Gros,Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern. Foto: K. Haag

Berlin – Die umstrittenen strengen Vorgaben für die Vergabe von Immobilienkrediten werden nachgebessert.

Der Bundestag beschloss Präzisierungen zu der seit einem Jahr geltenden „Wohnimmobilienkreditrichtlinie“ der EU. So sollen entstandene Hürden bei der Kreditvergabe an junge Familien, Bezieher kleiner Einkommen und Senioren künftig verhindert werden. Bei den Anpassungen wird unter anderem klargestellt, dass eine Wertsteigerung durch Baumaßnahmen oder eine Renovierung bei der Kreditwürdigkeitsprüfung berücksichtigt wird.

Mit der schon seit März 2016 geltenden EU-Richtlinie sollte eine zu laxe Vergabe von Darlehen für den privaten Wohnungsbau und damit eine Immobilienblase verhindert werden. Auch deutsche Geldhäuser sind seitdem verpflichtet, die Kreditwürdigkeit von Kunden genauer zu prüfen. Mit dem Gesetzespaket erhielt die deutsche Finanzaufsicht zudem zusätzliche Instrumente, um bei einer drohenden Immobilienblase schnell eingreifen zu können. Es ermöglicht vorsorglich zur Gefahrenabwehr höhere Hürden für neue Kredite für Wohnimmobilien.

Jürgen Gros, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), begrüßt den Beschluss: Das Gesetz zur Vergabe von Immobilienkrediten habe in Deutschland älteren Menschen und jungen Familien die Finanzierung teilweise erheblich erschwert. „Hätte der Gesetzgeber von Anfang an lediglich das umgesetzt, was er nach der europäischen Richtlinie umsetzen musste, wäre den Kunden viel Ärger erspart geblieben“, sagte Gros.  dpa/mm

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