Rekordstart in den Sommer

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Rekordzahlen zum Start in den Sommer: Erstmals seit Oktober 1991 liegt die Zahl der Jobsucher im Freistaat unter 200 000. Für die Unternehmen wird es aber immer schwieriger, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Arbeitsmarkt

Nürnberg – Die Arbeitslosenzahl in Bayern ist im Juni erstmals seit 27 Jahren auf einen Wert unter 200 000 gesunken. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mitteilte, lag die Zahl der Jobsucher im Freistaat zuletzt bei knapp 198 000. Das waren etwa 4600 Erwerbslose weniger als im Mai und etwa 18 700 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt weiter bei 2,7 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt in Bayern präsentiert sich zur Jahresmitte weiterhin in einer sehr guten Verfassung“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. Die Arbeitslosigkeit sei bei allen betrachteten Gruppen gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Vor allem die Zahl der Langzeitarbeitslosen sei mit Minus zwölf Prozent deutlich gesunken.

„Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist ungebrochen“, sagte Holtzwart. Die Zahl der offenen Stellen lag zuletzt bei mehr als 130 000. Die meisten Angebote kommen aus der Zeitarbeit, dem Handel und dem verarbeitenden Gewerbe.

Den Unternehmen im Freistaat bereitet der Fachkräftemangel Sorgen. Manche Firmen suchten händeringend nach geeignetem Personal, um ihre Aufträge erfüllen zu können, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt. Der Fachkräftemangel drohe zum Wachstumshemmnis zu werden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte das „wachsende Phänomen der Zweit- und Drittjobs“. Die Zahl der gewerblichen Minijobs habe in Bayern auf 1,17 Millionen zugenommen, sagte Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern. In den meisten Bundesländern sei sie zurückgegangen. Jena sagte, das Gehalt für eine Vollzeitstelle müsse zum Leben reichen.

Auch deutschlandweit ist die Zahl der Arbeitslosen gesunken: Mit 2,276 Millionen verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit im Juni die niedrigste Arbeitslosenzahl seit der Wiedervereinigung. Im Vergleich zum Vormonat waren 40 000 Männer und Frauen weniger ohne Job. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl der Jobsucher um 197 000 zurück. Auch die Arbeitslosenquote erreichte ein Rekordtief: Sie sank bundesweit um 0,1 Punkte auf 5,0 Prozent.  dpa

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