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HELMUT ROHDE GMBH

Zwei Standorte wachsen

Die Produktion eines Brennofens ist Handarbeit. Mittlerweile sind 90 Mitarbeiter am tschechischen Standort beschäftigt.  re
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Die Produktion eines Brennofens ist Handarbeit. Mittlerweile sind 90 Mitarbeiter am tschechischen Standort beschäftigt. re

Mit einem Brennofen kann mehr als Keramik gebrannt werden. Auch das Material Gas oder die industrielle Wärmebehandlung für ganz unterschiedliche Materialien gehören zum Kerngeschäft der Helmut Rohde GmbH. Während am Standort in Prutting unter anderem Forschung und Entwicklung angesiedelt sind, findet die Produktion am Standort in Tschechien statt. Entwickelt haben sich in den vergangenen Jahren jedoch beide Unternehmenssitze, betont Geschäftsführer Benjamin Rohde.

Prutting – Rund 400 Kilometer liegen zwischen den beiden Unternehmensstandorten der Helmut Rohde GmbH. An diese Entfernung hat sich das Unternehmen, das in zweiter Generation als Familienbetrieb geführt wird, gewöhnt. Während Entwicklung, Service und Vertrieb in Prutting angesiedelt sind, werden die Brennöfen und Maschinen für Keramik und Glas sowie die industrielle Wärmebehandlung im tschechischen Dyjákovice hergestellt. „1992 haben wir mit acht Mitarbeitern in der Produktion begonnnen. Heute sind es mehr als 90“, sagt Geschäftsführer Benjamin Rohde, der für den Bereich Technik und Produktion verantwortlich ist.

Denn die Herstellung eines Ofens bleibt Handarbeit. Dass die Entwicklung und der Service ebenso wie der Vertrieb in Prutting angesiedelt bleiben, ist für den Geschäftsführer wichtig. „Die Nähe zu den Kunden ist das A und O.“ Denn im Bereich Service spiele gerade in Unternehmen die geringe Ausfallzeit eine große Rolle. Die Produktion nach Deutschland zu holen, kommt für das Unternehmen jedoch nicht in Frage. „Wir haben eine hohe handwerkliche Fertigkeit am Standort, die nur schwer transferiert werden kann. Unsere Mitarbeiter sind dort in der Region verwurzelt.“ Auch eine Verlagerung nach Asien, um Kosten zu senken, ist für Rohde kein Thema. Allerdings ist der Einkauf mittlerweile neben der Produktion in Tschechien angesiedelt, auch aus logistischen Gründen. „Es macht einfach keinen Sinn, zum Beispiel einen Container Steine erst zum Firmensitz hier nach Prutting zu bestellen, um das Material dann weiter zu verteilen.“

Keramik hat größten Anteil am Umsatz

Zwischen 60 und 70 Prozent seines Umsatzes macht das Pruttinger Unternehmen im Bereich Keramik. „Zu unseren Kunden zählen neben Töpfereien und Hobby-Töpfern auch Schulen oder Kindergärten, die das Töpfern anbieten“, erklärt Benjamin Rohde. Zum Beispiel werde gerade eine Münchner Schule mit einem Brennofen ausgestattet. Abgedeckt werde das Segment über den Fachhandel – ebenso wie der Bereich Glas, der für das Unternehmen bislang eine kleine Sparte darstellt. „Etwa 130 Fachhandelspartner von Spanien bis Finnland decken den Vertrieb ab.“

Besonders stark vertreten sei das Unternehmen in jenen Ländern, die eine Tradition in der handwerklichen Keramik haben. „Die kann durchaus unterschiedlich ausfallen“, betont Manuel Rohde, der den Bereich Marketing verantwortet und auch die drei bis sechs Messen pro Jahr betreut. Je nach verwendeter Tonmasse würden auch unterschiedliche technologische Anforderungen an den Brennofen gestellt. Zudem spielt das Klima eine Rolle, so müsse in Nordeuropa zum Beispiel frostfest gebrannt werden. Die Temperaturen in den Brennöfen liegen zwischen 1100 Grad im niedrigen Bereich und 1320 Grad.

So unterschiedlich wie die Kunden ist auch die Größe der Öfen und Maschinen, die das Unternehmen herstellt – vom Tischgerät bis Schrankgröße. Innovationen, die das Arbeiten erleichtern – wie ausfahrbare Böden zum Beladen – haben für Benjamin Rohde auch zum Unternehmenserfolg beigetragen. „Diese Neuerung spart außerdem Ressourcen, da die Öfen viel enger bestückt werden können.“ Bei energieintensiven Produkten wie einem Brennofen werde das geschätzt.

Zugenommen hat in den vergangenen Jahren insbesondere der Unternehmensbereich technische Wärmebehandlung – die Wärmebehandlung von Glas, Keramik oder Metall für die Industrie, für den Florian Rohde verantwortlich zeichnet. „Das ist ein ganz breites Feld“, erklärt Manuel Rohde. Dieser Unternehmensbereich werde am Standort Prutting weiter ausgebaut. Der Vertrieb erfolgt – anders als im Bereich Keramik – direkt über Handelsvertreter.

Lücke von Konkurrenten nutzen

Außerdem wird am Firmensitz in Prutting ein Technikum aufgebaut, um Prüfungen am Standort noch besser fahren und auch Abnahmen künftig am Hauptsitz vornehmen zu können. „Wir investieren somit auch hier in den Standort“, so Benjamin Rohde. Insgesamt ist das Baufenster am Unternehmenssitz jedoch voll ausgeschöpft.

Für Benjamin Rohde ist es wichtig, das Gesamtpaket zu betrachten. Ein „geordnetes Wachstum“ ist das Ziel. „Wir wollen über die Markterschließung wachsen.“ Unabhängig voneinander werde jede der Unternehmenssparten jährlich größer. „Im Bereich Keramik profitieren wir auch davon, dass Wettbewerber aufhören“, so Rohde. Die Gründe dafür seien unterschiedlich. Für die Helmut Rohde GmbH ergebe sich somit jedoch die Möglichkeit, die entstandene Lücke zu füllen. „Im Bereich Keramik sind wir nah an unserem Ziel der Marktführerschaft.“

Kunden hat das Pruttinger Unternehmen vor allem europaweit. „Es gibt auch kleine Ausreißer in der Türkei oder Israel“, fügt Benjamin Rohde hinzu. Die Russlandkrise hat das Unternehmen seit 2015 deutlich im Auftragsbestand gemerkt. „Wir sind seit drei bis vier Jahren auch in Russland tätig.“

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