Zimmerer- und Holzbau-Präsident besucht Kreishandwerkerschaft Rosenheim - „Handwerk ist das Schnellboot der Wirtschaft“

Fachgespräch: Kreishandwerksmeister Gerhard Schloots, Geschäftsführer Andreas Holzner und der Präsident von Timber Construction Europe Peter Aicher (von links).
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Fachgespräch: Kreishandwerksmeister Gerhard Schloots, Geschäftsführer Andreas Holzner und der Präsident von Timber Construction Europe Peter Aicher (von links).

Hoher Besuch bei der Rosenheimer Kreishandwerkerschaft (KHW): Zu Gast war Peter Aicher, Präsident des europäischen Dachverbands des Zimmerer- und Holzbaugewerbes (Timber Construction Europe).

Rosenheim – Für die Gastgeber, Kreishandwerksmeister Gerhard Schloots und Geschäftsführer Andreas Holzner, ist der 62-Jährige kein Unbekannter. Aicher ist Rosenheimer Innungsmitglied, ehemaliger Obermeister der Zimmererinnung und Geschäftsführer der Firma Aicher Holzbau in Halfing, die seit 1949 in dritter Generation erfolgreich im Holzbau tätig ist. Als Präsident des internationalen Verbandes ist er für rund 22.000 Mitgliedsbetriebe in Sachen Holzbau und Holzarchitektur in ganz Europa unterwegs.

Grund seines Besuchs war der in einigen Wochen anstehende Führungswechsel in der Kreishandwerkerschaft. Denn Gerhard Schloots wird mit Ende der nun auslaufenden Amtsperiode sein Ehrenamt als Kreishandwerksmeister niederlegen und Geschäftsführer Andreas Holzner wird in den Ruhestand gehen.

Das Bau- und Ausbaugewerbe ist derzeit noch am wenigsten von der Corona-Krise und den damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen, sozialen und wirtschaftlichen Lebens betroffen. Insbesondere deswegen, weil die Auftragsbücher der Betriebe schon vor dem Ausbruch der Pandemie außerordentlich gut gefüllt waren. Während in der beginnenden Corona-Krise Großbetriebe wie die Automobilindustrie recht schnell nach staatlicher Hilfe gerufen haben, habe sich das Handwerk von einer anderen, einer starken Seite gezeigt, so Peter Aicher. „Gerade zu dieser Zeit hat sich das System, das wir repräsentieren, etablieren können. Wir sind regional ansässige, familiengeführte Unternehmen. Wir halten zu unseren Mitarbeitern, auch wenn es mal schlechter läuft.“

Handwerk das „Schnellboot“ der Wirtschaft

Dabei bezeichnet er das Handwerk als „Schnellboot“ der Wirtschaft. „Die machen jeden Wellengang mit und es bleibt die gesamte Mannschaft an Bord.“ Im Gegensatz dazu sieht er die Flaggschiffe der Wirtschaft, zu denen er unter anderem auch die großen Automobilwerke zählt: „Die fahren voll beladen mit hoher Geschwindigkeit über die Ozeane. Und wenn sie einmal in einen Sturm geraten und dabei Schlagseite bekommen, dann trifft das gleich eine große Anzahl von Menschen.“ Aicher stellte heraus, dass insbesondere im Bereich der Aus- und Fortbildung in Rosenheim hervorragende Arbeit geleistet werde. So gebe es in der Rosenheimer Innung bei rund 75 Innungsmitgliedern auch insgesamt 75 Auszubildende. „Das Verhältnis zwischen der Anzahl der Mitarbeiter eines Betriebes der Holzbaubranche und den dort beschäftigten Auszubildenden liegt in Rosenheim bei 10:1, das sind in der Branche die besten Zahlen bundesweit. Im Vergleich dazu liegt die Ausbildungsrate des Hochbauhandwerks bei 100:1“, erklärte Aicher. Grund dafür sei, dass der Baustoff Holz als einziger nachwachsender Baustoff derzeit boomen würde. Volker Steffenhagen

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