CSU zeichnet familienfreundliche Unternehmen in Stadt und Landkreis Rosenheim aus

Stolze Preisträger: Hartmut Simon von FuG Elektronik, Edeka-Marktbetreiberin Angelika Schweiger, Café-Besitzerin Christina Steinbichler und der frühere Alpma-Firmenchef Gottfried Hain. weber

Das Café Donebauer in Prutting, der Edeka-Markt in Rosenheim-Küpferling und die FuG Elektronik GmbH aus Schechen haben eines gemeinsam: Ihre Besitzer wurden mit dem Familienlöwen der CSU ausgezeichnet - ebenso wie Unternehmer Gottfried Hain, der die Trophäe für sein Lebenswerk erhielt.

Rosenheim – Beruf und Familie zu vereinbaren, ist in vielen Fällen eine Herausforderung. Vor allem Frauen müssen hier oft einen regelrechten Spagat vollführen. Umso besser, wenn der Arbeitgeber das Thema Familienfreundlichkeit nicht nur auf dem Papier stehen hat, sondern auch tatsächlich umsetzt. Solche Unternehmen zeichnen die CSU-Kreisverbände Rosenheim Stadt und Land seit 2011 mit dem Familienlöwen aus. Jetzt war es wieder soweit: Drei Betriebe unterschiedlicher Größe wurden damit bedacht, außerdem erhielt erstmals eine Unternehmerpersönlichkeit aus der Region eine Auszeichnung für ihr Lebenswerk.

Gastgeber für die Veranstaltung der CSU war das Unternehmen Schattdecor in Thansau, das den Familienlöwen 2017 erhalten hatte. „Wir sind nach wie vor sehr stolz darauf, diese Auszeichnung bekommen zu haben“, sagte Roland Auer, Vorstandsvorsitzender der Schattdecor AG, bei der Begrüßung der über 180 Gäste aus Wirtschaft und Politik.

Schatt in Sorge um Kollegen in China

Firmengründer Walter Schatt begann seine Festrede nachdenklich angesichts der besorgniserregenden Entwicklung des Themas Coronavirus. „Die Stadt Huanggang ist massiv betroffen, unser dortiger Standort ist geschlossen“, schilderte Schatt die Lage. Man sei in Sorge um die Mitarbeiter und deren Familien. „Hier ist unsere internationale Solidarität gefordert. Wir unterstützen die Kolleginnen und Kollegen so gut wir es von hier aus können.“

Die persönlichen Belange der Angestellten seien bei Schattdecor seit jeher wichtig, sagte Schatt. „Bei uns sind Mitarbeiter in erster Linie Mitmenschen und der Arbeitsplatz ist zugleich Lebensraum.“ In diesem Sinn seien die Beschäftigungsverhältnisse im Unternehmen gestaltet. „Wir schenken Vertrauen, helfen bei Krisen, gehen Konflikten auf den Grund, versuchen gerecht zu sein und zollen Respekt“, nannte Schatt beispielhafte Leitplanken für die Firmenkultur.

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Die erste Auszeichnung des Abends in der Kategorie „Unternehmen bis zehn Mitarbeiter“ ging an die Inhaberin des „Hofcafé Donebauer“ in Prutting, Christina Steinbichler. Die Laudatio hielt der Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner, der selbst im Ort wohnt. „Sie ermöglicht ihren acht Mitarbeiterinnen eine sehr flexible Gestaltung der Arbeitszeiten. Die Frauen können auch kurzfristig weg, wenn zum Beispiel etwas mit einem Kind zu regeln ist oder sie auf dem heimischen Hof helfen müssen“, sagte Stöttner. Auch das Thema Ausbildung sei im Betrieb sehr wichtig.

„Wie eine zweite Familie für mich“

Christina Steinbichler bedankte sich bei ihren „Mädels“, ohne die der Erfolg des Hofcafés nicht möglich wäre. „Sie sind wie eine zweite Familie für mich. Ihre Herzlichkeit füllt unser Café mit Leben“, so die Inhaberin.

In der Kategorie „Unternehmen zehn bis 100 Mitarbeiter“ wurde Angelika Schweiger aus Rosenheim ausgezeichnet. Sie betreibt seit 2005 den Edeka-Markt in der Küpferlingstraße. „Die 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen, dass sie eine vertrauenswürdige Chefin haben, die sich um sie kümmert“, sagte OB-Kandidat Andreas März in seiner Laudatio. Das werde zum Beispiel durch individuell gestaltete Arbeitszeiten deutlich. „Zudem unterstützt Angelika Schweiger verschiedene soziale Einrichtungen und gibt Jugendlichen eine Chance auf einen Ausbildungsplatz, die es aufgrund ihrer Schulnoten schwer auf dem Arbeitsmarkt haben“, so März.

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Sie sei sehr stolz auf die Auszeichnung, sagte die Unternehmerin und hob ebenfalls die wertvolle Arbeit ihrer Angestellten als Grundlage für den Geschäftserfolg hervor. „Für mich ist die Ehrung auch ein Zeichen dafür, immer die Menschlichkeit im Auge zu behalten“, so Schweiger.

Der Familienlöwe bei den Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern ging an die FuG Elektronik GmbH aus Schechen. Deren Geschäftsführer Hartmut Simon biete seinen über 120 Mitarbeitern zwei verschiedene Arbeitszeitmodelle an, mit denen sie ihre individuellen Bedürfnisse optimal umsetzen könnten, sagte Laudator Otto Lederer, Landtagsabgeordneter und Landratskandidat der CSU. Er wies zudem darauf hin, dass bei der aktuellen Erweiterung des Firmengeländes auch ein Kindergarten entsteht.

„Das ist eine Investition, die rein betriebswirtschaftlich gesehen nichts bringt“, sagte Simon bei der Preisverleihung, „aber sie ist sehr wichtig für eine weitere Verbesserung unserer Familienfreundlichkeit. Und daher lohnt sie sich ohne Zweifel“, so der Unternehmer.

„Als Unternehmer Mensch geblieben“

Für seine unternehmerische Lebensleistung wurde Gottfried Hain geehrt, Gründer der Alpma Alpenland Maschinenbau GmbH in Rott. Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zitierte als Laudatorin den Physiker Albert Einstein, der gesagt hat: „Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.“ Hain habe ein Unternehmen von Weltrang geschaffen und dabei seine Geschäfte stets nach den Grundsätzen eines ehrbaren Kaufmanns geführt, so Bauer. „Vor allem aber hat er nie den Blick für die Menschen verloren und ist als Unternehmer stets Mensch geblieben“, sagte das Stadtoberhaupt.

Hain, der die Firma 1960 von seinem Vater übernommen und 45 Jahre lang geleitet hatte, nahm die Auszeichnung sichtlich gerührt entgegen. „Es war mir stets ein Anliegen, die Alpma-Familie zu stärken und zusammenzuhalten“, so der 83-Jährige. Und vielleicht wachse bei seinen neun Enkelkindern eines heran, das später einmal das Unternehmen in vierter Generation weiterführe.

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