„Wir bringen Parks auf Dächer – via App“: Azubi aus Unterwössen überzeugt Fachjury

Martin Auer (links) und Maurice Heinzesetzen sich für Nachhaltigkeit ein. Mit ihrer preisgekrönten App „Vertical UP“ sollen Gemeinden und Städte wieder grüner werden. xStarters
  • Eva Lagler
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Sie wollen Gemeinden und Städte grüner machen. Ihre Idee, wie dies sogar per App gelingen kann, hat eine Fachjury jetzt so überzeugt, dass sie das Projekt von Martin Auer aus Unterwössen und Maurice Heinze mit dem ersten Preis im Wettbewerb „xStarters“ auszeichnete.

Unterwössen – Mit einer preisgekrönten App für mehr Nachhaltigkeit macht derzeit der Unterwössener Martin Auer (19) auch überregional von sich reden: Zusammen mit Maurice Heinze aus Nürnberg hat sich der Industriemechaniker-Azubi beim Wettbewerb „xStarters“ beworben – ein Innovationsprogramm der Volkswagen Group, die junge Menschen in Deutschland für digitale, soziale Innovationen zu begeistern möchte.

Am Anfang stand der Gedanke: „Es gibt wahnsinnig viele ungenutzte Flachdächer und wenig Parks.“ Beide Elemente wollten die jungen Entwickler kombinieren. Ziel: Die Parks sozusagen auf die Dächer zu bringen und zugleich einen starken Aspekt auf das Thema Nachhaltigkeit zu legen.

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Heraus kam die App „Vertical UP“. „80 Prozent der Menschheit werden im Jahr 2050 in Europa und Nordamerika in Städten leben“, erklärten die beiden bei der Preisverleihung in Wolfsburg. „Tiere verlieren durch die Verstädterung ihren Lebensraum, die Luftverschmutzung steigt, aber die Anzahl der Parks ist verschwindend gering.“ Hier setzten Auer und Heinze an.

Mit ihrer App bieten sie eine Plattform zur Finanzierung und Planung von Flachdächern, die zu öffentlichen Parkanlagen umfunktioniert werden. Das geschieht in fünf Schritten. Zunächst wird das Flachdach auf der Plattform gelistet. Nutzer reichen daraufhin ihre Gestaltungsvorschläge ein, für die abgestimmt werden kann.

Finanzierung über Crowdfunding

Finanziert wird der Park letztlich über Crowdfunding. Das heißt, Bürger, Firmen oder Kommunen geben über die Plattform Geld zur Verwirklichung des Ziels. Ist das erforderliche Geld zusammengekommen und das Vorhaben genehmigt, kann der Auftrag an eine örtliche Gärtnerei vergeben werden, die auch mit der Pflege und Wartung betraut werden kann.

Vorteile gibt laut Auer und Heinze viele: „Dachparks nutzen leere Flächen, kühlen die Stadt, filtern schmutzige Luft. Tiere finden neuen Lebensraum.“ Auch für die Nutzer sehen sie einen Mehrwert: „Sie können ihren CO2-Abdruck kompensieren und die Parks ihrer Stadt aktiv mitgestalten. Für Kommunen wiederum bietet die App einen einfachen und digitalen Weg, Parks zu finanzieren und sich mit dem Bürger zu verbinden.“

Diese Idee schlug in Wolfsburg ein: Für ihr innovatives Projekt erhalten Auer und Heinze nun eine Förderung im Wert von 15 000 Euro, sodass sie ihre Idee zu einem fertigen Produkt umsetzen können. Einen Sachpreis gab es für jeden noch oben drauf. „Und wir haben sogar schon ein Angebot bekommen, dass wir ein Dach einer Bildungseinrichtung in Berlin begrünen dürfen“, freuen sich die Wettbewerbssieger.

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