Weniger Geldfür die Milch

Neumarkt-St.Veit/Hofthambach – Josef Sextl, Erster Vorsitzender der Milcherzeugergemeinschaft Gangkofen (MEG), freute sich bei der Eröffnung der Jahreshauptversammlung im Landgasthof Zens besonders über die Anwesenheit vieler junger Landwirte und Hofnachfolger: „Dies zeigt, dass nach wie vor Interesse an der Milchviehhaltung besteht.“ Allerdings beklagte er, dass acht Mitglieder die Milchlieferung eingestellt hätten, weshalb der Mitgliederstand der MEG nur mehr 113 betrage.

35 Millionen KiloMilch geliefert

2019 lieferte die MEG knapp 35 Millionen Kilogramm Milch mit 4,23 Prozent und 3,57 Prozent Eiweiß an die Molkerei. Das bedeute ein Minus von einer Million Kilogramm. Trotz zäher Verhandlungen um den Milchpreis sank dieser von 2018 auf 2019 von 36,8 Cent pro Kilogramm auf 35,3 Cent. Die Privatmolkerei Bauer zahlte der MEG jedoch 35,45 Cent, was nach Verrechnung von Zuschüssen dennoch einen Verlust von 1,5 Cent bedeutete. Zu 2017 beträgt der Verlust sogar vier Cent/kg. Sextl fügte hinzu, dass mit einer Nachzahlung auf die Jahresmenge 2019 von 1,4 Cent/kg gerechnet wird, wodurch die Molkerei Bauer dann doch zu den besten Auszahlern in ganz Bayern gehöre.

Zu den aktuellen Preisverhandlungen meinte der Vorsitzende, dass durch das Kaufverhalten der Milchabsatz nicht ansteige und momentan wohl 35 Cent/kg zu erwarten seien. Er weiß, dass das für Milchviehhalter nicht reicht, um den Betrieb zu erhalten. Sie halten sich mit einem zweiten Standbein über Wasser.

Sextl klagte über die betriebsbedingten Preissteigerungen wie Sozialabgaben für Renten- und Krankenversicherung, der Berufsgenossenschaft, der Versicherungen gegen Feuer, für Hausrat, Fahrzeuge. Er nannte steigende Stromkosten, Pachtpreise, Maschinenkosten, die er mit Zahlenbeispielen belegte. Die „vegane Welle“ in Deutschland spüren hauptsächlich die Joghurthersteller. Doch hat er Vertrauen, dass die Bauer-Molkerei wieder Wege finden wird, um die Milch weiter zu verarbeiten.

GesellschaftlicheVeränderungen

Hermann Eichenseer, Leiter des AELF Pfarrkirchen, empfahl den Landwirten, mehr auf die gesellschaftlichen Veränderungen einzugehen. Die Kreisbäuerin Paula Hochholzer beklagte das immer noch schlechte Ansehen der Lebensmittelerzeuger in den Medien. Die Aktion wie „Rettet die Bienen“ und jetzt die Hamsterkäufe wegen des Corona-Virus‘ würden aber vielleicht die Bedeutung des Landwirts erkennen lassen. nz

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