Weniger Firmenpleiten im Vorjahr im Landkreis Traunstein

So haben sich Insolvenzen im Kreis Traunstein in den vergangenen Jahren entwickelt. teb
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So haben sich Insolvenzen im Kreis Traunstein in den vergangenen Jahren entwickelt. teb

Eine gute Nachricht: Die Firmeninsolvenzen im Landkreis Traunstein sind im Vorjahr zurückgegangen. So haben sich die Pleiten in der Region entwickelt.

Traunstein –Die Wirtschaft lief, Lockdowns waren unbekannt, aber auch vor Corona war nicht alles Gold, was als Firma oder Geschäft glänzte: In Bayern gab es bis zum 31. Dezember 2019 mehr Firmenpleiten. Im Kreis Traunstein war dies nicht der Fall: Insgesamt kamen hier 22 Insolvenzanträge zusammen, wie sich aus der jüngsten Insolvenzstatistik ablesen lässt. Ein Jahr zuvor waren es noch 29 gewesen.

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Die Gläubiger der Unternehmen, die bis zum Jahreswechsel 2019/2020 ihre Zahlungsunfähigkeit feststellen ließen, hatten insgesamt festgestellte Forderungen von 5,4 Millionen Euro gegen die Insolventen. Geld, das wohl größtenteils als Verlust verbucht werden muss. Denn bei Zahlungsunfähigen ist meist nicht viel zu holen, sonst wären sie ja nicht zahlungsunfähig.

Landesweiter Anstieg

Auf Landesebene ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen bis zum Beginn des Corona-Jahrs 2020 um 179 gestiegen. In Bayern meldeten 2623 Unternehmen und Unternehmer Insolvenz an. Bei 700 davon klappten die Insolvenzrichter die Akte gleich wieder zu: Diese Verfahren wurden mangels Masse abgewiesen. Im Kreis Traunstein betraf dies acht Unternehmen. „Mangels Masse‘‘ heißt es im Amtsdeutsch, wenn nicht genug Geld da ist, um die voraussichtlichen Kosten des Verfahrens zu bezahlen: Insolvenzrichter und Insolvenzverwalter arbeiten nicht zum Nulltarif.

Folgenpleiten oft Konsequenz

Zur „geordneten Insolvenz‘‘ kam es bei 14 Unternehmen im Kreis Traunstein. Im Verfahren wird im Wesentlichen überprüft, ob Zahlungsunfähigkeit‘ und/oder Überschuldung vorliegt. Gemäß Paragraf 17, Absatz 2 der Insolvenzordnung ist der Schuldner zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, seine fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Und nach Paragraf 19 Absatz 2 Insolvenzordnung liegt Überschuldung vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt.

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Im besten Fall gibt es wenigstens einen Teil des geschuldeten Geldes zurück. Im ungünstigsten Fall läuft gar nichts, deswegen kommt es durch hohe Insolvenzschäden zu Folgepleiten. Und deswegen musste in Corona-Zeiten der Staat einspringen. 2019 war das noch Zukunftsmusik: Landesweit ging es bei den Verbindlichkeiten der betroffenen Firmen um rund 2 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,5 Milliarden Euro), die die Gläubiger selbst verkraften mussten. Die hiesigen Insolventen sind daran mit 5,4 Millionen Euro (Vorjahr: 94,7 Millionen Euro) beteiligt. Das sind also im Vergleich 89,309 Millionen Euro weniger Forderungen als im Vorjahr, was für die Wirtschaft bereits als gute Nachricht zählt.

Arbeitsplätze hängen von Insolvenzen ab

Die Existenzen von Unternehmen, Unternehmern und Selbstständigen sowie die Verluste für die Gläubiger sind aber nur eine Seite der Medaille. Die andere sind die Arbeitsplätze und Existenzen von Beschäftigten. Im Kreis Traunstein waren bis Ende 2019 insgesamt 103 Arbeitsplätze von Insolvenzverfahren betroffen, 68 weniger als im Jahr davor. Landesweit betraf es 15 062 Beschäftigte (Vorjahr: 12 129). Die Lohnforderungen, die vor Verfahrenseröffnung bestanden, sind dabei auch in den vorgenannten Insolvenzforderungen enthalten.

Das heißt, eigentlich steht den 103 insolvenzbetroffenen Beschäftigten nur der gleiche Anteil wie den anderen Gläubigern aus der Insolvenzmasse zu. Indes gibt es für Arbeitnehmer eine Art „Rettungsschirm‘‘: das Insolvenzgeld. Das Insolvenzgeld wird auf Antrag der Arbeitnehmer, die von einer Insolvenz ihres Arbeitgebers betroffen sind, von der Agentur für Arbeit bezahlt. Ausgeglichen wird der insolvenzbedingte Lohnausfall für höchstens drei Monate. In der Zeit können Insolvenzverwalter Investoren suchen, die die Firma und gegebenenfalls auch zumindest Teile der Belegschaft übernehmen. Im Corona-Jahr ist jetzt alles anders. Die recht strenge Verpflichtung, Insolvenz anzumelden wurde aufgehoben und die Insolvenzstatistik ist dadurch verfälscht. teb

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