Wechsel an der Rosenheimer IHK-Spitze: Wucherpfennig kommt, Janhsen geht

Ab 2021 nicht mehr Leiter der IHK: Wolfgang Janhsen blickt zufrieden auf seine Zeit in Oberbayern zurück.
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Ab 2021 nicht mehr Leiter der IHK: Wolfgang Janhsen blickt zufrieden auf seine Zeit in Oberbayern zurück.

: Der Leiter der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim, Wolfgang Janhsen, kehrt zurück in seine ostfriesische Heimat und überlässt dem bisherigen IHK-Leiter aus Weilheim, Jens Wucherpfennig, die Führung. Nach all den Jahren gibt Janhsen einen Einblick in seine Zeit als Rosenheimer.

von Korbinian Sautter

Rosenheim – Über sechs Jahre war er das Gesicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) in der Region: Im Januar 2021 verlässt der Leiter Wolfgang Janhsen die IHK-Geschäftsstelle in Rosenheim und kehrt aus privaten Gründen in seine ostfriesische Heimat zurück. Sein Nachfolger wird Jens Wucherpfennig, der bisherige Leiter des Landkreises Weilheim.

60 000 Betriebe sind Mitglied

Mit rund 15 Mitarbeitern kümmert sich die IHK um gut 60  000 Mitgliedsunternehmen aus den Landkreisen Rosenheim, Berchtesgadener Land, Traunstein und Miesbach. Um den unterschiedlichen Anforderungen eines so großen Gebiets gerecht zu werden, bedurfte es für Janhsen zunächst ein wenig Eingewöhnungszeit. „„Ich dachte immer, der Großraum um Rosenheim wäre ein zusammenhängendes Gebiet. Erst mit der Zeit habe ich gelernt, dass beispielsweise der Irschenberg quasi eine von der Natur gegebene Grenze zwischen Miesbach und Bad Aibling bildet und dass man in Berchtesgaden wieder eine völlig andere Mentalität hat als in der Rosenheimer Stadt.“

IHK-Leiter hat sich eingelebt

Mittlerweile hat sich der 52-Jährige, der aus Niedersachsen stammt, an die lokalen Gegebenheiten angepasst und blickt zufrieden auf seine Zeit in Oberbayern zurück: „Ich persönlich habe mich hier eigentlich immer wohl gefühlt. Denn in den Landkreisen werden einfach Sachen gelebt, die man in Münchner Großkonzernen erst einmal mühsam integrieren muss. Mit den Familienbetrieben, die bereits über Generationen hinweg bestehen, zusammenzuarbeiten, war eine schöne Erfahrung.“

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Dabei wusste Wolfgang Janhsen, als er die Bewerbung für die Stelle zur Leitung der Geschäftsstelle der IHK in Rosenheim schrieb, erst einmal gar nicht, für was er sich eigentlich bewarb. Er wollte in erster Linie nicht mehr jeden Tag nach München pendeln und merkte erst später, dass er zu einer Kammer kam, in der er selbst schon jahrelang Mitglied war.

Flächenmäßig der größte Bezirk

Seither hat der Vertreter von Bayerns flächenmäßig größten IHK-Bezirks an seinen Zielen „Fachkräftesicherung“ und „Stärkung der Infrastruktur“, die er zum Amtsantritt formuliert hatte, gearbeitet. Gerade in der Digitalisierung sei man ein gutes Stück weiter vorangekommen und auch die Anzahl der Mitglieder ist trotz der unsicheren Corona-Situation stabil.

Janhsen geht mit guten Erinnerungen an Rosenheim

Nachdem Wolfgang Janhsen elf Jahre lang in Kolbermoor lebte, fällt der Abschied trotz der Vorfreude auf die Heimat schwer. Was er am meisten an Rosenheim vermissen wird? „Ganz klar die zahlreichen Möglichkeiten, die diese wunderschöne Region bietet. Ich persönlich liebe es, bei schönem Wetter mit dem Motorrad durch die Berge zu fahren. Dafür habe ich früher immer zwei Wochen Urlaub nehmen müssen. Hier in der Gegend geht das ganz einfach an nur einem Wochenende.“

Für den neuen Leiter Jens Wucherpfennig sieht Janhsen vor allem zwei zentrale Aufgaben: „Oberste Priorität hat natürlich, den Unternehmen im Landkreis durch die Corona-Zeit zu helfen. Aber auch unsere Akademie in Rosenheim zu fördern, ist wichtig und wird für meinen Nachfolger erst einmal ungewohnt, weil er das von Weilheim noch nicht kennt.“

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Die neue Spitze der IHK Südostoberbayern kann für diese Aufgaben selbst auf einen gewissen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Wucherpfennig stammt aus Göttingen und hatte vor seiner Zeit in Weilheim bereits im IHK-Haupthaus in München gearbeitet. Dort war er zuständig für die Bereiche „Fachkräftesicherung“ und „Arbeitsmarktpolitik“. Vier Jahre übernahm Jens Wucherpfennig daraufhin die Leitung für die Kreise Weilheim-Schongau, Landsberg, Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen. Sein Posten wird vorerst kommissarisch besetzt – von seiner Stellvertreterin, Regionalreferentin Alexandra Scholz.

„Dynamisch und spannend“

„Die Zeit hier habe ich sehr genossen und mich auch persönlich weiterentwickelt“, sagt Wucherpfennig, der die Region „als dynamisch und unheimlich spannend“ erlebte. „Wenn sie die richtigen Weichen für ein nachhaltiges Wachstum setzt, kann sie sich, ähnlich wie Rosenheim, toll weiterentwickeln.“

Übernimmt kommendes Jahr die Führung: Jens Wucherpfennig freut sich auf die neue Stelle in Rosenheim. Andreas Gebert

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