Warten auf die Eröffnung: Nur der Wasserfall plätschert nicht im Prienavera

Geschäftsführer Dirk Schröder auf dem sanierten und erweiterten Steg des Strandbads. bef
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Geschäftsführer Dirk Schröder auf dem sanierten und erweiterten Steg des Strandbads. bef

Im Erlebnisbad Prienavera sind die Becken trotz Schließung weiter gefüllt – Warum und was im Moment für die 22 Mitarbeiter zu tun ist, erklärt Geschäftsführer Dirk Schröder

Prien – Wer denkt, dass es in diesen Wochen still ist im Prienavera, der täuscht sich: Wasser plätschert, und Stimmen hört man auch. Nicht so laut und quirlig wie sonst, und sie kommen auch nicht von Besuchern, sondern von den 22 Mitarbeitern.

Trotz Schließung sind sie täglich im Einsatz. „Wir haben die Revisionsarbeiten, die sonst im November stattfinden, vorgezogen, wo immer es möglich ist“, erklärt Geschäftsführer Dirk Schröder. Zum Schutz der Badegäste und Angestellten wird momentan ein umfangreicher Hygieneplan erstellt.

Warten auf politische Entscheidungen

Und das Personal sei gut beschäftigt mit Grundreinigungsarbeiten: Alles soll in Topform sein, wenn die Türen sich wieder für Schwimmbadbesucher öffnen dürfen. Noch hat Schröder dazu aber keinen Fahrplan: „Ich mag auch nicht spekulieren.“

Umfangreiche Reinigungs- und Wartungsarbeiten führen die Prienavera-Mitarbeiter gerade durch. Berger

Ihm bleibt derzeit nur, hoffnungsvoll auf die Entscheidungen der Staatsregierung zu warten. Damit es keine Probleme gibt, sollte es ein Startsignal seitens der Regierung geben, haben Schröder und sein Team wichtige Entscheidungen im Hintergrund getroffen: „Wir haben zum Beispiel nicht das Wasser aus den Becken gelassen, wie manche anderen Bäder. Denn das könnte fatale Folgen haben.“

Das Wasser muss weiter fließen

So habe er von Bädern erfahren, deren Edelstahlbecken sich ohne den abkühlenden Effekt von Wasser stark aufgeheizt hätten. „Dann können sich im schlimmsten Fall die Schweißnähte ausdehnen.“ Ein undichtes Becken wäre angesichts einer möglichen Wieder-Eröffnung des Schwimmbads freilich katastrophal – und eine teure Angelegenheit. Auch um die vielen Wasserleitungen müsse man sich kümmern, fährt Schröder fort: „Würde dort jetzt kein Wasser durchfließen, hätten wir später einen Mehraufwand, weil zum Beispiel umfangreichere Desinfektionsmaßnahmen vorgenommen werden müssten.“

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Zwar rauscht im Prienavera derzeit kein Wasserfall, aber der Überlauf fängt weiter das Wasser aus den Becken auf und die Rinnen um die Becken herum müssen täglich sauber gehalten werden. „Die Filter werden jeden Morgen durchgespült“, beschreibt Schröder eine weitere Maßnahme durch das Personal.

Frühjahrskur für das Strandbad

Frisch gesäubert werden derzeit auch die Spinde in den Umkleiden, die Böden werden geschrubbt.

Fürs Strandbad würde normalerweise jetzt die Saison beginnen. 12 000 Gäste genossen dort vergangenes Jahr See und Aussicht. Jetzt ist es leer, und das Team nutzt die Zeit, um das Strandbad einer gründlichen Frühjahrskur zu unterziehen, „der Rasen muss sowieso immer gemäht werden.“ Außerdem wurde der kleinere, T-förmige Steg saniert und mit einer größeren Liegefläche ausgestattet. Das sei längst fällig gewesen, meint Schröder. Fällig sind allerdings auch alle laufenden Kosten. Einsparen könne man während der Schließung kaum etwas, „außer Heizkosten“.

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Haustechnik-Team muss vieles selbst machen

Was an Revisionsarbeiten vorgezogen werden kann, sind Sanierungsarbeiten wie diverse Anstriche und Fliesenausbesserungen, das Prüfen der Feuerschutztüre und vor allem Wartungsarbeiten, zum Beispiel an der Schwimmbadtechnik. Das hat laut Schröder einen Vorteil: „Sollten wir bis dahin wieder öffnen dürfen, müssten wir im November dann nicht wie üblich 14 Tage wegen der Revision schließen.“ Schwierig sei es momentan aber, den Dienstleistungspartner aus Salzburg nach Prien zu bekommen, der sich um die Chlordosierung kümmert: „Würde er sein Personal über die Grenze schicken, müssten diese danach in Quarantäne“, schildert Schröder. Gut, dass sein Haustechnik-Team gut geschult ist und diese Aufgabe momentan selbst in die Hand nehme.

Was es auch zu tun gibt: „Am Wochenende müssen Kontrollrundgänge stattfinden, ob auch alles in Ordnung ist.“

Banges Warten auf die Wiedereröffnung

Während die Mitarbeiter ihren Aufgaben nachgehen, gibt es dennoch Beteiligte, denen die Krise besonders zusetzt: Die Pächter des Prienavera, die Gastronomie und die Wellness-Dienstleister, gehen derzeit komplett leer aus.

Die Prienavera-Belegschaft und Betriebsleiter Andras Freier seien froh über die vorhandene Arbeit, dennoch schwankten sie zwischen Hoffen und Bangen: „Nicht nur alle, die gern bei uns schwimmen, sondern auch unser Team wartet sehnlichst darauf, dass wir wieder öffnen dürfen“, weiß Geschäftsleiter Schröder. sen

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