Wasserburger Unternehmen investieren in die Energieeffizienz

Die Industrie benötigt in Wasserburg mit großem Abstand am meisten elektrische Energie, zeigt die letzte Energiedatenerfassung der Stadt aus dem Jahr 2013. Daran hat sich bis heute – trotz Bemühen des Energieeffizienznetzwerkes der Unternehmen – wenig geändert. Stadt Wasserburg

Die Stadt Wasserburg hat 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Und sich damit verpflichtet, bei der CO2-Einsparung Gas zu geben. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Betriebe.

Von Heike Duczek

Wasserburg – In Wasserburg verbrauchen Industrie und Gewerbe mehr als zwei Drittel der Endenergie. Die größeren Unternehmen haben sich deshalb auf Initiative der Stadt zu einem Energieeffizienznetzwerk zusammengeschlossen.

2019 hatten die Betriebe eine intensive Netzwerkarbeit betrieben – mit ersten Erfolgen. Im Herbst sollen Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch am „Energietisch“ im Rathaus – nach einer langen Corona-Krisen-Pause – wieder aufgenommen werden, sagt der Klimaschutzmanager der Stadt, Josef Allio von den Stadtwerken. Er hofft, dass der Zusammenschluss dann wieder an die erfolgreiche Arbeit im vergangenen Jahr anschließen kann. 13 Unternehmen, darunter auch die Stadtwerke Wassserburg und Firmen aus benachbarten Kommunen – sind dabei.

Gronbach spart 400 Tonnen CO2 pro Jahr ein

Ein Beispiel ist das Unternehmen Gronbach aus Wasserburg, das Systembaugruppen aus Metall und Kunststoff entwickelt und fertigt. Es hat viele Effizienzmaßnahmen im Bereich Beleuchtung, Druckluft und Kraftwärmekopplung (KWK) umgesetzt. Durch die Erneuerungen eins großen Kühlaggregats sollen nach Unternehmensangaben mindestens 400 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Das könnte Sie auch interessieren: Der Meggle-Turm ist bald Geschichte: Das Wahrzeichen von Reitmehring wird abgerissen

Die Molkerei Meggle hat nach Angaben von Netzwerksprecher Allio die Prozesse am Gasturbinenkraftwerk und in der Trocknung verbessert. Frei werdende Mittel, etwa die seit Abbau des stillgelegten Meggle-Turms nicht mehr benötigen Unterhaltskosten, fließen in die Verbesserung der Energieeffizienz, hat Meggle angekündigt.

Das Wasserburger Arzneimittelwerk benötigt für die Gefriertrocknung sehr viel hochtechnisch bearbeitetes Wasser. Durch eine innovative Planung der Aufträge konnte hierbei Energie und Wasser im Wert eines sechsstelligen Betrages pro Jahr eingespart werden, so eine weitere Zahl aus der Netzwerkbilanz.

Lesen Sie auch: Wasserburger Molkerei Bauer hat ihre ganz eigenen Antworten auf die Coronakrise

Bei der Privatmolkerei Bauer wurde unter anderem ein Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Eigenstromerzeugung installiert. Die Abwärme wird bei verschiedenen thermischen Prozessen genutzt.

Huber & Sohn tauschte einen Großteil der Hallenbeleuchtung gegen LED-Leuchten. Die Fensterlackierstraße wurde mit modernen Systemen zur Wärmerückgewinnung ausgerüstet.

Die Rheinischen Kunststoffwerke setzen auf neue Kältetechnologie und Wärmerückgewinnungen in der Prozesswärme-Erzeugungsanlage.

Bei der Goerlich Pharma GmbH kommt bereits seit 2010 ein innovatives Brunnenwasser-Heiz- und Kühlsystem zum Einsatz. Das Unternehmen hat auf den Werksdächern großflächig Photovoltaik-Anlagen aufgebracht. Die Beleuchtung wurde zum Teil auf LED umgestellt.

Bei der Maschinenbaufirma Schechtl in Edling wird stufenweise ein Energiemanagementsystem eingeführt. Es werden Beleuchtungssysteme gegen LED-Lampen getauscht und das Druckluftsystem saniert.

Kommentare