Wärmebedarf von etwa 11000 Haushalten – und das CO2-frei: Infos über innovativen Gemüseanbau

Auf knapp 25 Hektar Fläche produziert Gemüsebau Steiner in Kirchweidach in Gewächshäusern CO2-frei und nachhaltig Nahrungsmittel in konventioneller und Bio-Qualität. Steiner

Mit einem bundesweiten Vorzeigeunternehmen in Sachen Kreislaufwirtschaft, Ökologie und Energieeffizienz als Mitglied ist auch der Informationskreis der Wirtschaft (IdW) Traun/Alz gut aufgestellt für die Zukunft.

Kirchweidach– Passend dazu fand die jüngste Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen im Unternehmen von Gemüsebau Steiner in Kirchweidach statt. Geschäftsführer Wolfgang Steiner gehört ab sofort als neuer Beisitzer dem IdW-Vorstand an.

Reger Wechsel in der Vorstandschaft

Auch sonst gab es durch den Todesfall des langjährigen verdienten Mitglieds Dr. Michael Elsen und dem Ausscheiden von Günter Striegel (BSH), Klaus Rutz (ECOLAB) und Klaus Kamhuber (BASF) einen regen Wechsel an der Spitze des Wirtschaftsverbands. Sprecher und Vorsitzender des IdW bleibt Stefan Neumann (Brückner Maschinenbau). Als seine Stellvertreter fungieren Franz Obermayer (FOX IT) und Andreas Breitrainer (BSH).

Als Beisitzer gehören dem neugewählten Vorstand Thomas Eberl (Spedition Eberl), Sabine Milcher (Rosenberger), Markus Niederbichler (ECOLAB) und Daniel Zeus (Mack & Partner) an. Schatzmeister bleibt Andreas Wimmer (ehemals VR-Bank Salzachtal-Waging-Trostberg). Den Wärmebedarf von jährlich 110 Gigawattstunden (GWh), was etwa 11 000 Haushalten entspricht, deckt Steiner über Tiefengeothermie vor Ort ab. Das 125 Grad heiße Thermalwasser bezieht er von der Kirchweidacher Energie GmbH. Nach Aussage von Geschäftsführer Steiner können dadurch pro Jahr einige Millionen Liter Erdöl oder Erdgas eingespart werden. Rund 4500 Tonnen Tomaten und 1500 Tonnen Paprika können so mit optimalem Reifegrad und komplett CO2-frei produziert über REWE, Penny sowie wenige Grünmärkte der Region umgesetzt werden.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Komplettiert wird die Versorgung mit umweltfreundlicher Energie durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und eine benachbarte Biogasanlage. Durch zwei riesige Regenwasser-Reservoirs und die Nutzung von Kondenswasser beziehungsweise rücklaufendem Gießwasser ist der Betrieb auch in Sachen Wasserversorgung nahezu autark. Mit dem Einsatz von Hummeln zur Bestäubung und Nützlingen bei der Bekämpfung von Pflanzenschädlingen schließt sich der Bogen einer umweltfreundlichen Kreislaufwirtschaft. Dank des Erfolgs eröffnete Steiner heuer auch einen neuen Bio-Hof. In den Gewächshäusern reifen auf fünf Hektar Fläche Bio-Tomaten, -Paprika und -Gurken in selbstkompostierter Erde.

Ergänzend zum Rundgang stellte Dr. Stefan Lebernegg das Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land vor. In der in Berchtesgaden ansässigen MINT Akademie können sich besonders leistungsfähige Jugendliche im Rahmen eines mehrtägigen Sommer-Workshops mit Experten zun Fragestellungen aus den MINT-Fächern (Ma-thematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) auseinandersetzen. Beim Experimentieren bekommen die Nachwuchs-forscher Einblick ins wissenschaftliche Arbeiten und präsentieren ihre Ergebnisse vor Publikum.

Teilnehmen können 60 Jugendliche aus dem Bereich der Euregio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein sowie der Stadt Burghausen. Zur wissenschaftlichen und finanziellen Unterstützung ist auch die Technische Universität München als Partner mit an Bord. Thematisch will sich der IdW im kommenden Jahr auf das Thema „Bildung in der Region“ fokussieren.

Im Rahmen eines Vortrags und Rundgangs verschafften sich die Mitglieder ergänzend einen Eindruck von den gewaltigen Betriebsdimensionen, mit deren Hilfe das Unternehmen Steiner seit 2014 neue Wege mit regional produziertem Gemüse beschreitet. In Gewächshäusern mit einer Fläche von knapp 20 Hektar, was umgerechnet 28 Fußballfeldern entspricht, produziert der Kirchweidacher Betrieb im konventionellen Anbau verschiedene Sorten von Tomaten und Paprika sowie Erdbeeren. Axel Effner

Kommentare