Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Portrait eines Gipfelstürmers

Vom Himalaya nach Kiefersfelden: So lenkt Benedikt Böhm die Sportmarke Dynafit in die Region

Überglücklich in unter sieben Stunden am Gipfel des Himlung Himal: Die Extremsportler Benedikt Böhm (rechts) und Prakash Sherpa.
+
Überglücklich in unter sieben Stunden am Gipfel des Himlung Himal (7126): Die Extremsportler Benedikt Böhm (rechts) und Prakash Sherpa.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
    schließen

Er kommt mit dem Rennrad zum Spatenstich, besteigt Himalaya-Gipfel in Rekordzeit und ist seit rund 20 Jahren an der Spitze der Sportmarke Dynafit. Nun steht Geschäftsführer Benedkit Böhm vor einer weiteren großen Aufgabe: Dem Umzug der neuen Firmenzentrale nach Kiefersfelden.

Kiefersfelden - Eigentlich braucht es nur ein fünfminütiges Gespräch, um zu merken, welche große Leidenschaft Benedikt Böhm, der Geschäftsführer von Dynafit, in sich trägt. Es ist das Thema Sport mit all seinen Facetten, das den 45-Jährigen jeden Tag begleitet. Nicht selten klingelt der Wecker dafür um fünf Uhr morgens. „Wenn alles vorbereitet ist, sitze ich circa zehn Minuten später im Auto und fahre in die Berge“, meint Böhm.

2000 Höhenmeter vor dem Frühstück

Während die meisten noch schlafen, bewältigt der Münchner schon die ersten 2000 Höhenmeter. Nach einer kurzen Dusche tauscht er Tourenski und Wanderstiefel gegen ein Hemd ein und übernimmt die Leitung der Sportmodemarke Dynafit. Wenn er Glück hat, schaffe es der dreifache Familienvater abends noch rechtzeitig nach Hause, bevor seine Kinder im Bett sind. Ansonsten bleibt laut dem Geschäftsführer vor allem das Wochenende, um möglichst viel Zeit mit der Familie zu verbringen. Wo genau? „Am liebsten natürlich draußen in der Natur.“ 

In seinem Element: Benedikt Böhm, Geschäftsführer von Dynafit, beim Beginn einer Speed-Skitour.

Diese „hochintensiven“ oder „knallharten” Tage scheinen für Böhm normal und skizzieren einen Menschen, der seine Leidenschaft lebt. Die Liebe zum Leistungssport trägt der Firmenchef dabei schon seit seinem elften Lebensjahr in sich. „Damals habe ich das  Langlaufen für mich entdeckt. Von da an war ich begeistert gewesen, mich zu bewegen, die Umgebung zu erkunden und dabei schnell zu sein.“ Zur Zeit seines Management-Studiums in Oxford entdeckte Böhm dann das Skitourengehen. Im Alter von 26 Jahren war er bereits Teil der Deutschen Nationalmannschaft im Skibergsteigen. 


Bis heute sucht der Extremsportler die besondere Herausforderung auf seinen sogenannten Speed-Ski-Expeditionen. Bei diesen geht es darum, möglichst schnell die höchsten Gipfel dieser Erde zu erreichen. In diesem Sommer versuchte sich Böhm an der Speed-Begehung des Himlung Himal im Norden Nepals. Innerhalb von knapp 7 Stunden stürmte er zusammen mit dem nepalesischen Profibergsteiger Prakash Sherpa auf 7126 Meter Höhe und fuhr mit den Skiern wieder nach unten. „Normalerweise dauert so eine Tour 3-4 Tage”, berichtet der Münchner. 

Benedikt Böhm bei der Abfahrt vom Gipfel des Himlung Himal im Himalaya.

Von seinen Extremtouren bringt der 45-Jährige laut eigener Aussage immer wieder etwas mit in seinen Alltag. Sei es einen langen, schmerzhaften Weg auszuhalten, sich auf das Wesentliche zu besinnen oder seine Umgebung perfekt zu koordinieren. „Planung und Vorbereitung, aber auch Teamwork spielen sowohl bei den Speed-Touren als auch bei meiner Arbeit eine zentrale Rolle”, sagt Böhm. Sowohl am Berg als auch bei Dynafit könne er sich auf sein Team verlassen, um die großen Ziele zu erreichen. 

Ende 2023 kommt Dynafit nach Kiefersfelden

Bei seiner Arbeit ist das nächste große Ziel der Umzug der Sportmodemarke nach Kiefersfelden. Ende 2023 soll die komplette Firma in das 8000 Quadratmeter große Gelände direkt an der Inntalautobahn einziehen. „Wir haben schon einige Mitarbeiter vor Ort und suchen permanent neue Leute”, sagt Böhm. Trotz der steigenden Kosten lief aber bisher alles nach Plan, sodass die Eröffnung in rund einem Jahr möglich sei. 

Nachdem ursprünglich auch Rosenheim und Brannenburg als mögliche Standorte im Gespräch gewesen seien, käme der Umzug nach Kiefersfelden nun gut an: „Viele der rund 150 Mitarbeiter sind selbst Athleten und freuen sich darauf, näher an die Berge zu kommen.” Der Geschäftsführer selbst wird dann seinen bisherigen Zweitwohnsitz in Sankt Johann zu seinem neuen Heim deklarieren. Der Weg zur morgendlichen Bergeinheit wird damit auch für den Münchner deutlich kürzer.

Besonderer Bezug zum Bergsport

„Benedikt Böhm ist ein Mensch, der kaum wie ein anderer für die Marke Dynafit steht,” sagte Heiner Oberrauch, Gründer und Präsident der Oberalp Gruppe, beim Spatenstich der neuen Firmenzentrale. Der Präsident aus Bozen, der neben Dynafit auch die Marke Salewa unter seiner Führung vereint, kennt Böhm schon seit rund 20 Jahren und weiß um dessen besonderen Bezug zum Bergsport. 

Für die Zukunft hat der Dynafit-Chef noch einige Pläne. Neben seinem voll gefüllten Alltag werde er versuchen, mit seiner Aktion „Helping-Band” auf das Thema Umweltschutz aufmerksam zu machen. Dafür verkauft Böhm Armbänder zugunsten des  World Wide Fund For Nature (WWF). Sportlich steht außerdem noch ein 8000er auf der Liste des Geschäftsführers. „Langweilig”, so Böhm, „wird ihm in jedem Fall nicht werden” .

Kommentare