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Rudi Schiller aus Soyen

Vom Einzelkämpfer zur Großfamilie: Das sind die Pläne des neuen Rosenheimer Kreishandwerksmeister

„Es wird politischer“: (von links) Der Rosenheimer Kreishandwerksmeister Rudi Schiller vertritt die Interessen des stellvertretenden Obermeisters der Zimmerer-Innung Franz Wörndl, des stellvertretenden Kreishandwerksmeisters Rainer Küblbeck sowie des Obermeisters der Zimmerer-Innung Thomas Pichler im Gespräch mit dem Bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.
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„Es wird politischer“: (von links) Der Rosenheimer Kreishandwerksmeister Rudi Schiller vertritt die Interessen des stellvertretenden Obermeisters der Zimmerer-Innung Franz Wörndl, des stellvertretenden Kreishandwerksmeisters Rainer Küblbeck sowie des Obermeisters der Zimmerer-Innung Thomas Pichler im Gespräch mit dem Bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Vom Zimmerergesellen zum neuen Rosenheimer Kreishandwerksmeister: Im Gespräch mit den OVB Heimatzeitungen spricht Rudi Schiller über seine 30 Jahre lange Erfahrung im Handwerk und wie er die Gewerke in der Region durch die von Fachkräftemangel und Corona-Pandemie geprägte Zeit führen will.

Rosenheim/Soyen – „Es begann bei mir wie bei vielen voller Kraft und Power steckenden Jungen – als Einzelkämpfer“, erinnert sich Schiller. Angefangen als Zweimannbetrieb baute er 1981 den ehemals für die Landwirtschaft genutzten Hof seiner Eltern in Soyen um und machte ihn zu der Zimmerei mit rund 15 Mitarbeitern, die sie heute ist.

Doch was für manche nach einem geradlinigen Aufschwung klingt, war für Schiller ein Weg, der „nicht immer nur ideal“ verlief. Ungesundes Wachstum, zu große Ambitionen und zu wenig Zusammenarbeit zwischen den Gewerken seien immer wieder Hindernisse gewesen.

Will neue Ideen einbringen: der Rosenheimer Kreishandwerksmeister Rudi Schiller.

Vom Gesellen zum Vorsitzenden

Vor rund 20 Jahren schloss sich der 55-Jährige daher der Zimmerer-Innung an und ist seitdem nicht mehr aus der Vereinigung wegzudenken. Im Frühjahr übernahm die Führung vom langjährigen Vorsitzenden Gerhard Schloots.

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Nach neun Jahren als Obermeister der Rosenheimer Zimmerer-Innung und drei Jahren als stellvertretender Handwerksmeister hat Schiller nun eine klare Vorstellung, wie es mit der größten Kreishandelskammer Bayerns weitergehen soll. Seine Idee: „Die Familie als wichtiger und zentraler Ausgangspunkt.“

Zusammenhalt ist wichtig

Gerade bei so vielen mittelständischen Betrieben wie im Raum Rosenheim sei der Zusammenhalt untereinander enorm wichtig. Ein Beispiel dafür bietet der Zimmerer selbst. Zusammen mit seiner Frau Petra gründete er 1991 die Soyener Zimmerei, seine Tochter Julia übernimmt mittlerweile die Leitung im Büro und sein Sohn Tom stieß erst kürzlich nach seinem Bachelorabschluss als Bauplaner dazu.

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Doch die Etablierung des familiären Ansatzes ist nicht die einzige Herausforderung für Schiller. Auch die Ausbildung und Erhaltung von Fachkräften im Kreis Rosenheim ist für ihn ein brisantes Thema. Der Lösungsansatz des Handwerksmeisters ist dafür „die Formulierung von klaren Zielen, die alle Betriebe ihren Lehrlingen an die Hand geben sollten“.

Arbeit wie ein Politiker

Demnach ist es wichtig, dass die Unternehmen eine klare Richtung vorgeben, in die sich ihre Firma entwickeln soll, um den jungen Leuten damit eine Perspektive zu bieten. Nur so könne man die jungen Gesellen in der Region halten und den Fachkräftemangel verhindern.

Für den Kreishandwerksmeister selbst ist es wichtig, künftig den Spagat zwischen den neuen Aufgaben und dem eigenen Betrieb zu schaffen. Ein halbes Jahr nach seiner Einführung merkt der 55-Jährige, wie sehr sich das Profil von seinen bisherigen Erfahrungen unterscheidet: „Man wird ganz anders wahrgenommen.“

Im Gegensatz zur Arbeit in einer einzelnen Innung fühle er sich mehr als Politiker, der zwischen den unterschiedlichen Gewerken und Vereinigungen vermittele. „Außerdem gibt es keine klare Zahl mehr, an der man einen Erfolg oder Misserfolg festmachen kann, weil so viele Faktoren eine Rolle spielen“, sagt Schiller.

Neue Impulse als Schlüssel zum Erfolg

Allein beim Thema Corona gebe es zum Beispiel unterschiedlich starke Auswirkungen auf die einzelnen Gewerke. Denn während man laut Schiller in der Baubranche nahezu ohne Einschränkungen weiterarbeiten konnt e, standen Friseure oder Bäcker vor einem Berg von Vorschriften.

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Um die kommenden Aufgaben zu meistern, hat Schiller viel von seinem Vorgänger Gerhard Schloots mitbekommen, der die Vereinigung 15 Jahre lang als Kreishandwerksmeister geprägt hatte. „Wir haben ihm sehr viel zu verdanken, auch, oder vielleicht gerade weil, wir nicht immer einer Meinung waren.“

Nicht ewig im Amt bleiben

Im Hinblick auf sein neues Amt hat der Schiller einen klaren Plan: Im Moment sei er voller neuer Ideen wie es mit der Kreishandwerkerschaft weitergehen könne.

Schiller ist jedoch überzeugt, dass es spätestens nach drei Amtszeiten, also in rund neun Jahren, wieder einen neuen Impuls braucht. „Ich bin kein Freund davon, 25 Jahre auf einem Ehrenamt zu sitzen.“ Mit Mitte 60 sei es an der Zeit, dass wieder ein „neuer Besen kehrt“ und auf der hoffentlich weiter stabil gebauten Basis übernimmt.

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