Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


"Viele kennen den Ist-Zustand nicht"

Den Monteuren können Kommunen über mobile Endgeräte Daten zur Straßenbeleuchtung zur Verfügung stellen. Die Software zur Dokumentierung kommt aus Prien.  Foto  re
+
Den Monteuren können Kommunen über mobile Endgeräte Daten zur Straßenbeleuchtung zur Verfügung stellen. Die Software zur Dokumentierung kommt aus Prien. Foto re

Das Thema Energie macht auch vor den Kommunen nicht Halt. Der Unterhalt und die Erneuerung von Straßenlaternen belasten den Haushalt von Städten und Gemeinden.

Die sixData GmbH mit Sitz in Prien entwickelt Managementinformationssysteme für die Straßenbeleuchtung und ist in diesem Bereich marktführend.

Prien - Es muss nicht immer ein großer Konzern sein, um in einem Bereich die Marktführerschaft zu übernehmen. Mit vier Entwicklern hat die sixData GmbH 2002 begonnen, bereits vier Jahre später übernimmt das Priener Unternehmen die Marktführerschaft im Bereich Straßen- und Außenbeleuchtung. Heute arbeiten elf Entwickler an der kontinuierlichen Aktualisierung der Software. "Insgesamt haben wir 17 Mitarbeiter", sagt Geschäftsführer Armin Mühlberger.

Die Kunden, die die sixData GmbH bei der Umsetzung und Einführung eines modernen Straßenbeleuchtungsmanagement unterstützt und begleitet, kommen aus Deutschland, den Niederlanden, Luxemburg, Österreich, Dänemark und der Schweiz. "Unser kleinster Kunde betreut rund 1000 Lichtpunkte, unser größter, ein Energieversorger aus den Niederlanden, verwaltet insgesamt 1,6 Millionen Lichtpunkte", macht Mühlberger die Dimensionen deutlich, in denen das Produkt des Unternehmens eingesetzt wird. Auch die Stadt Berlin nutzt sowohl die Managementsoftware der Priener Firma für seine 240000 Lichtpunkte als auch die Möglichkeit des Serverhostings im Rechenzentrum in München. "Das macht einen schon stolz."

Durch Dokumentation wirtschaftlich

Die sixData GmbH unterstützt und begleitet ihre Kunden bei der Umsetzung und Einführung eines modernen Straßenbeleuchtungsmanagements. "In Zeiten knapper Kassen hinterfragen Kommunen immer mehr ihre Verträge mit den Energieversorgern. In diesem Zusammenhang wird auch an uns herangetreten und unser Know-how auf dem Gebiet der Straßenbeleuchtung in Anspruch genommen", sagt der Wirtschaftsinformatiker.

Mit der Software luxData aus Prien kann der komplette Prozess vom verbauten Leuchtentypen bis zur Auftragserstellung und dem Stromverbrauch dokumentiert und auch den Monteuren per App auf mobilen Endgeräten zur Verfügung gestellt werden. "Viele wissen zu Beginn gar nicht, wie viele Lichtpunkte und welche Leuchten sie im Bestand haben." Für eine Kommune stelle dies die höchste Hürde da. "Erst wenn ich weiß, was wo im Einsatz ist, kann ich mich auch damit beschäftigen, wo eine Umrüstung Sinn macht." Denn auch vor dem Hintergrund des ab heuer verbotenen Verkaufs von Quecksilberdampflampen und deren Ersatzteile alles auf einmal auf LED umzurüsten mache für eine Kommune oder einen Energieversorger keinen Sinn - die Technik entwickle sich ähnlich schnell wie in der Unterhaltungselektronik weiter und die Anschaffungskosten sind hoch. "Und wenn bereits Energiesparlampen vorhanden sind, steht auch die Wirtschaftlichkeit in Frage."

Durch eine intelligente Schaltung könne mittlerweile eine Lampe auch eigenständig an eine App melden, dass ein Problem vorliegt. "In Offenbach zum Beispiel wird gezielt dahingehend geplant, die Straßenbeleuchtung intelligent zu machen" So könne auch mithilfe von Sensoren zum Beispiel bei einem Radweg die Straßenbeleuchtung nach und nach eingeschaltet werden. "So etwas sind dann häufig Prestige-Projekte."

Inwieweit die intelligente Straßenlaterne die Zukunft sein wird, hängt für Armin Mühlberger auch von der Finanzkraft der Kommunen und Energieversorger ab. "Die Technik gibt es her und die Industrie hätte es gerne. Es ist jedoch nicht immer wirtschaftlich." Daher ist für Armin Mühlberger ein Mix aus konventionellen Leuchten und LED die Zukunft - teils mit einer intelligenten Steuerung. Und wird eine Leuchte angesteuert, könne auch gegengerechnet werden, wo Energie verloren geht. Zum Beispiel kann ein Kabelbruch dafür verantwortlich sein, dass Strom ins Erdreich fließe. "Das sieht man aber erst, wenn der angenommene Ist-Zustand mit der Zählerabrechnung verglichen wird."

Dennoch liegt ein Schwerpunkt des Unternehmens künftig auf der Anbildung einer intelligenten Steuerung. Auch eine mobile Auskunft für Browser, bei der Energieversorger Kommunen einen eingeschränkten Zugriff auf bestimmte Daten geben können, ist in Arbeit. Aufgrund der zunehmend komplexeren Thematik ist es auch für die Software-Entwickler mittlerweile wichtig, sich ein Know-how im Bereich der Straßenbeleuchtung anzueignen. Bis ein Entwickler komplett "fit" sei, dauere es zwei bis drei Jahre.

Langsames

Wachstum

Insgesamt ist der Beleuchtungsmarkt jedoch eher langsam und träge - was dem Unternehmen zugute komme. "Man braucht einen langen Atem. Für Neue ist es schwierig, Fuß zu fassen." Die sixData GmbH hat es geschafft und macht heute einen Jahresumsatz von rund 1,2 Millionen Euro. "Die Gewinne investieren wir in die Weiterentwicklung unserer Produkte", sagt Armin Mühlberger. Da helfe es, dass die vier Gesellschafter auch in der Firma tätig sind. "Wir wachsen langsam, aber gleichzeitig ist das Risiko auch nicht so hoch wie in anderen Branchen."

Kommentare