IM KAMPF GEGEN DIE CORONA-PANDEMIE

Unternehmen im Mangfalltal entscheiden sich gegen Corona-Schnelltestangebot im Bus

Roland Bräger, Vorsitzender Wirtschaftsforum.
+
Roland Bräger, Vorsitzender Wirtschaftsforum.
  • Ulrich Nathen-Berger
    vonUlrich Nathen-Berger
    schließen

Mit einer mobilen Bus-Teststation wollte das Wirtschaftsforum Mangfalltal seinen 56 Mitgliedsunternehmen Arbeitszeit und Kosten ersparen – wenn sie den Vorschlag des Vereins angenommen hätten. Daraus wird aus mangelndem Interesse nun nichts.

Bad Aibling/Mangfalltal – Die Unternehmen in Deutschland sind seit Dienstag, 20. April, verpflichtet, mindestens einmal wöchentlich ihren Mitarbeitern Corona-Tests kostenlos anzubieten. Das hat die Bundesregierung mit einer Änderung der bestehenden SARS-CoV-2-Arbeitschutzverordnung beschlossen (wir berichteten).

Lesen Sie auch: Zieht der Bundestag die Notbremse? - 71 Corona-Anzeigen in München binnen 24 Stunden

In der Region hatte das Wirtschaftsforum Mangfalltal (WiFo) darauf reagiert: Mit einer mobilen Bus-Teststation wollte der Verein seinen 56 Mitgliedsunternehmen Arbeitszeit und Kosten ersparen – wenn sie seinen Vorschlag angenommen hätten. Daraus wird aus mangelndem Interesse nun nichts, wie WiFo-Vorsitzender Roland Bräger auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen bedauerte.

„Wir wollten uns darum kümmern, dass unterwiesenes Personal, ein Bus, die notwendige Hard- und Software, die Schutzkleidung für das beschäftigte Personal und die Testsätze organisiert werden“, zitierte Bräger aus dem Schreiben an die Mitglieder.

In einem Testzentrum wird einem Besucher eine Probe für einen Schnelltest abgenommen.

„Auf unsere Nachfrage, wie Schnelltests in einem Unternehmen erfolgen könnten, hatte sich herausgestellt, dass die Mitarbeiter eine örtliche Schnellteststation aufsuchen müssen“, so Bräger. „Dies schien uns nicht umsetzbar. Vor allem im produzierenden Gewerbe bedeutet dies, die Mitarbeiter für den Test von der Arbeit freizustellen.“

Voraussetzung für den Einsatz einer mobilen Teststation war natürlich, dass die Unternehmen das Angebot annehmen und ihren effektiven Bedarf und die gewünschten Testzeiten mitteilen. Bräger: „Geplant war, dann in Absprache einen Tourenplan zu erstellen und dem entsprechend die Unternehmen anzufahren.

Da etliche Mitgliedsunternehmen im Schichtsystem arbeiten, wollten wir den Bus im Wochenverlauf zu unterschiedlichen Tageszeiten auf Tour schicken.“

Auch interessant: Corona-Selbsttests: Die wichtigsten Fakten zu den Tests am Arbeitsplatz

Schon am Dienstagnachmittag zeichnete sich laut Bräger allerdings ab, dass sich die WiFo-Mitglieder auf die einfachere Version konzentrieren und in ihren Unternehmen Selbsttests anbieten. „Es gibt diverse Hotels, die maximal betroffen sind und sagen, dass können wir uns eigentlich nicht leisten.

Wenn der Staat die Kosten nicht übernimmt, müssen wir auf die Selbsttests zurückgreifen. Viele Unternehmen im mittelständischen Bereich, auch aus dem produzierenden Gewerbe, sind mittlerweile so aufgestellt, dass sie selbst für die geforderten Tests sorgen. Auch unsere großen Banken gehören zu denjenigen, die sagen, wir machen das anders.“

Dem Wirtschaftsforum sei aber von allen Seiten bestätigt worden, „dass unsere Idee eine gute war“, betonte Bräger.

Mehr zum Thema

Kommentare