OVB-SERIE ZUM BRENNERBASISTUNNEL (FOLGE 5)

So umweltfreundlich ist Bahnfahren wirklich

CO2-Ausstoß pro Gramm je Kilometer und Transportmittel: Güter- und Fernzug gehen bei dieser Bilanz als Gewinner hervor.

Unterschiedliche Verkehrsmittel verursachen unterschiedliche Belastungen in Sachen Lärm und Umwelt und schaden den Lebensräumen von Mensch und Tier auf verschiedene Weise. Der direkte Vergleich zeigt, dass Fern- und Güterzüge relativ klimafreundlich sind.

Rosenheim/Frankfurt – Durch intelligente Vernetzung schafft die Deutsche Bahn (DB) nach eigenen Angaben zukunftsweisende Mobilitäts- und Logistiklösungen. Auch in Bezug auf den Brennerbasistunnel weisen die Verantwortlichen gerne auf die gute Umweltbilanz der Schiene hin – im Gegensatz zum schädlichen Lkw.

Doch wie sieht es wirklich aus? Einen unabhängigen Vergleich veröffentlicht in regelmäßigen Abständen das Umweltbundesamt. Zur Aufbereitung von Informationen aus dem Verkehrsbereich hat die Behörde das Computerprogramm „Tremod“ (Transport Emission Model) entwickeln lassen. Es ist das vom Umweltbundesamt, den Bundesministerien, dem Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) sowie der Deutschen Bahn AG genutzte Experten-Modell zur Berechnung der Luftschadstoff und Klimagasemissionen aus dem motorisierten Verkehr in Deutschland.

Wer einen Blick in die Statistik wirft, sieht, dass die Eisenbahn beim Personenverkehr im Vergleich zu Auto oder Flugzeug tatsächlich – neben dem Bus – gute Werte erreicht. Ebenso fällt die Bilanz beim Güterverkehr aus. Kritiker des Vergleichs werfen der Bahn jedoch vor, nicht alle relevanten Verbrauche zu berücksichtigen. So sei die Energie für das Bordrestaurant oder die Instandhaltung von Bahnhöfen nicht mit eingerechnet, sondern nur für das reine Reisen.

Lärmemissionen sind Teil der Diskussion

Laut Lärmkartierung des Umweltbundesamtes sind in Deutschland 10,2 Millionen Menschen von Straßenlärm und 6,2 Millionen Menschen von Schienenlärm mit einem durchschnittlichen Schallpegel von mehr als 55 dB(A) betroffen. Fluglärm betrifft rund 791 000 Menschen. Werden Grenzwerte überschritten, müssen die Kommunen handeln und Lärmaktionspläne aufstellen, die bestimmte Schutzmaßnahmen empfehlen. Mehr als die Hälfte aller Deutschen lebt mittlerweile in Städten und Gemeinden, in denen es solche Aktionspläne gibt. Rosenheim gehört dazu. Verkehrslärm ist also nicht nur ein Problem, das alle Verkehrsträger gleichermaßen betrifft. Es wird auch europaweit mit konkreten Maßnahmen angegangen, damit die Zahl der Betroffenen langfristig sinkt. Denn lauter und andauernder Lärm kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Da an Hauptbahnlinien wie im Inntal – im Gegensatz zum Straßenverkehr – die Emissionen nachts eher höher als tagsüber sind, weil dann die lauten Güterzüge verkehren, stört der Bahnlärm die Anwohner vor allem nachts. Besonders laut sind Güterzüge, gefolgt von Dieselloks. Wesentlich leiser sind in der Regel dagegen Personenfernzüge und moderne Nahverkehrstriebwagen wie der Meridian unterwegs.

Die DB hat 2015 eine Machbarkeitsstudie zum Schallschutz an der Bestandsstrecke zwischen München-Trudering und Kiefersfelden in Auftrag gegeben. Ergebnis: 21 Maßnahmen, auf 6,5 Kilometern zusätzliche Lärmschutzwände, auf 3,7 Kilometern sogenannte Schienenstegdämpfer und 13,2 Millionen Investitionskosten zuzüglich 450 000 Euro jährliche Unterhaltskosten. Nach Angaben der DB sollen davon rund 10 000 Anwohner profitieren.

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