Trotz Corona und Lockdown: Arbeitsmarkt in der Region weiterhin stabil

Trotz November-Delle und Corona weiterhin stabil: Der Arbeitsmarkt in Rosenheim Stadt und Land sowie in den Landkreisen Traunstein und Mühldorf. Grafik Klinger
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Trotz November-Delle und Corona weiterhin stabil: Der Arbeitsmarkt in Rosenheim Stadt und Land sowie in den Landkreisen Traunstein und Mühldorf. Grafik Klinger

Corona macht der Wirtschaft weiter zu schaffen. Auf die Job-Angebote in der Region aber schlägt der Teil-Lockdown bislang nicht durch. Im Gegenteil - die Agentur für Arbeit Rosenheim meldet eine weitere Stabilisierung des Arbeitsmarktes.

Von Michael Weiser

Rosenheim –Der Teil-Lockdown macht sich noch nicht bemerkbar, die Corona-Schere der Arbeitsmarktdaten von 2019 und 2020 schließt sich weiter, wenn auch langsam. Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim, zeigt sich erfreut darüber, dass sich die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt weiter stabilisiert habe.

Im gesamten Bezirk, der neben Rosenheim Stadt und Land auch die Landkreise Bad Tölz und Miesbach umfasst, ist die Zahl der Arbeitslosen von 13. Oktober bis 11. November um 240 auf 9550 zurückgegangen und damit so niedrig wie in keinem Monat, seit sich die Corona-Pandemie auf dem Arbeitsmarkt niederschlägt. Die Erholung des Arbeitsmarktes setze sich damit den fünften Monat in Folge fort.

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent (Vormonat: 5,3; November 2019: 3,8 Prozent). Derzeit sind 1845 Menschen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, sank die Arbeitslosenzahl um 75 auf 1008.

837 arbeitslose SGB II-Kunden, 16 mehr als im Oktober, bezogen beim Jobcenter Rosenheim Stadt Hartz IV. Insgesamt betreut das Jobcenter 2089 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1653 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. Bis zum 25. November: wurde Kurzarbeit für 10 204 Mitarbeiter angezeigt.

Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,9 Prozent (Vormonat: 3,0; November 2019: 2,1 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt beträgt 4206. 2971 Menschen sind bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 105 weniger als im Vormonat. Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1235 arbeitslose SGB-II-Kunden registriert, zehn weniger als im Oktober. Insgesamt betreut das Jobcenter 3163 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2552 Bedarfsgemeinschaften leben.

Zahl der Jobs steigt weiterhin

Auch die Zahl der gemeldeten offenen Stellen steigt. Seit Jahresbeginn haben die Betriebe dem Arbeitgeberservice im Agenturbezirk 9360 offene Stellen gemeldet, das sind 1680 oder gut 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Aber auch in diesem Bereich nimmt der Abstand zu Vor-Corona-Werten Monat für Monat ab. Im Monatsverlauf seien 920 neu zu besetzende Stellen gemeldet worden, in etwa so viele wie im Vorjahr.

Die deutlichste Zunahme gab es in den Berufshauptgruppen Maschinen- und Fahrzeugtechnik (33 mehr), Verkehr und Logistik (ohne Fahrzeugführer) (26) und Verkauf (18). Eine große Ausnahme ist Bereich Hotellerie und Tourismus. Ihn sieht Schanweiler als „besonders betroffen“. Auch wegen der üblichen, durch die Jahreszeit bedingten Flaute sei die Arbeitslosenzahl im Hotel- und Gaststättengewerbe um 108 sowie bei der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung um 57 angestiegen.

In dem Monat mit der „Woche der Menschen mit Behinderung“ appelliert Schankweiler an die Unternehmen. Im Bezirk seien 726 schwerbehinderte Menschen als arbeitslos gemeldet – 14 weniger als im Oktober, „aber immer noch zu viele“, sagt Schankweiler. Junge Menschen, die noch nach einem Ausbildungsplatz suchten, erinnerte Schankweiler an die Möglichkeit, sich bei den Berufsberatern der Agentur unter der Telefonnummer 080 31/ 20 22 22 über attraktive Angebote zu informieren.

Die Zahlen für Traunstein

Entgegen dem allgemeinen bayerischen Trend ist im Agenturbezirk wie auch im Landkreis Traunstein die Arbeitslosenquote leicht gestiegen. Im November sind im Landkreis 3,1 Prozent oder 3024 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 606 Menschen mehr als vor einem Jahr, als die Quote 2,5 Prozent betrug. Im Vergleich zum Vormonat sind es 106 Menschen oder 3,6 Prozent mehr, die Quote lag bei 3,0 Prozent.

Vor allem älteren Arbeitnehmern macht der Lockdown offenbar zu schaffen. 40,5 Prozent oder 1224 Menschen sind älter als 50 Jahre, verglichen mit Oktober sind dies 80 Menschen oder 7,0 Prozent mehr. 680 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen, eine Zahl, die im Vorjahresvergleich um 191 gestiegen ist, im Vergleich zu Oktober um 15. Die Anzahl der Menschen mit Schwerbehinderung unter den arbeitslos Gemeldeten ist mit 301 um 47 höher als im Vorjahresmonat. „Beim Einstieg oder Wiedereinstieg in das Berufsleben sind bei Menschen mit Schwerbehinderung viele kleine Schritte nötig“, erläutert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein.

278 Menschen sind jünger als 25 Jahre, ein Anstieg um 38 zum Vorjahresmonat und ein leichter Rückgang um 14 im Vergleich zum Vormonat.

Die Statistik für Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf lag im November bei 3,6 Prozent. 2400 Menschen waren insgesamt arbeitslos gemeldet, 90 weniger als im Vormonat und 527 mehr als im Vorjahresvergleich, als die Quote noch bei 2,9 Prozent lag.

Die Altersgruppen teilen sich im November wie folgt auf: 236 Jüngere unter 25 Jahren, darunter 44 unter 20 Jahren, gegenüber 282 im Vormonat und 261 im Vorjahresmonat. Das bedeutet in dieser Altersgruppe einen Anstieg im Vorjahresvergleich um 9,8 Prozent oder 21 junge Menschen. Damit unterscheidet sich Mühldorf vom Agenturbezirk insgesamt, der eine Abnahme der Arbeitslosenzahl in dieser Altersklasse konstatiert.

Schwerbehinderte finden seltener in einen Job

Unter den 2400 sind 869 Menschen zwischen 50 und 65 Jahren, genauso viele wie im Oktober und 195 mehr als im November des Vorjahres. Diese Gruppe bildet 36,2 Prozent der Gesamtheit. 174 arbeitslose schwerbehinderte Menschen im Landkreis Mühldorf bilden 7,3 Prozent aller Gemeldeten. „Die Anzahl der schwerbehinderten Menschen im Landkreis Mühldorf steigt langsam wieder an; wir setzen uns mit diesen gut 7 Prozent sehr intensiv auseinander“, sagt Müller. Man wünsche sich bei allen Beteiligten „einen Perspektivwechsel“.

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