Trotz Corona-Krise: Noch erholt sich der Arbeitsmarkt in der Region

Noch erholt sich der Markt - aber der Lockdown kommt ja auch erst. Grafik Klinger
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Noch erholt sich der Markt - aber der Lockdown kommt ja auch erst. Grafik Klinger

Der Lockdown steht erst bevor, noch zeigt sich der Arbeitsmarkt daher von der neuen Pandemie-Krise wenig beeindruckt. Die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt habe sich „weiter verbessert“, meldete Michael Schankweiler, Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim.

Rosenheim – Die Arbeitslosenquote sank im Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent (Vergleichsmonat des Vorjahres: 2,2 Prozent) und liegt damit unter den Werten der vergangenen fünf Monate.

Aufgrund der anhaltend milden Temperaturen konnte in den witterungsabhängigen Berufen weitergearbeitet werden. In den von Winterarbeitslosigkeit betroffenen Wirtschaftsbereichen wie dem Tourismus sowie den Außenberufen habe es daher bis Mitte Oktober kaum Kündigungen gegeben. Allerdings liegt der Stichtag für die Erhebung am 12. Oktober – vor dem rasanten Anstieg der Covid-19-Infektionen.

Im Agenturbezirk Rosenheim ist die Arbeitslosigkeit um 470 Personen auf 9.780 zurückgegangen. Der Wert liegt damit zwar nach wie vor deutlich über dem vor einem Jahr (knapp 3000), jedoch unterschreitet er die maximale Arbeitslosenzahl vom Monat August (10 850) um mehr als 1000.

Abstand zum Vorjahr schließt sich langsam

Die Verbesserung im Vergleich zum Vorjahresmonat – bei einer nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit – zeigt sich auch in der prozentualen Relation: Die Arbeitslosenzahl liegt im Oktober um 44 Prozent über dem Vorjahreswert. „Auch dieser Wert ist niedriger als in den letzten fünf Monaten“, sagt Schankweiler.

Bis zum Stichtag haben sich 2900 Personen weniger aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Von Januar bis Oktober diesen Jahres haben sich 30 Personen weniger arbeitslos gemeldet als 2019. „Viele Menschen nutzen die Zeit der Arbeitslosigkeit auch für Weiterbildungen“, sagt Schankweiler.

Die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen ist auch im Oktober deutlich zurückgegangen, konkret um 200 Personen (15,8 Prozent) auf 1040. Schankweiler appelliert junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, sich unter der Nummer 08031/ 202 222 bei der Berufsberatung der Agentur zu informieren.

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Der Leiter der Agentur hob das wichtige Instrument der Kurzarbeit hervor, das elementar dazu beigetragen habe, dass Unternehmen ihr angestammtes Personal trotz schwierigster wirtschaftlicher Bedingungen weiter beschäftigen konnten.Im Agenturbezirk hatten 6931 Betriebe für insgesamt 68 020 Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Der Stellenbestand lag mit 3.920 noch um ein Fünftel unter dem Vorjahresbestand, zeigte sich aber dynamisch. Die Betriebe im Agenturbezirk haben im Oktober 980 neu zu besetzenden Stellen gemeldet, 150 mehr als im Vormonat und fast so viele wie vor einem Jahr. Den deutlichsten Stellenzuwachs gab es in den Berufsbereichen Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (+66), Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung (+40) und Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht, Verwaltung (+37). Die meisten Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit er-folgten in den Berufsbereichen Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung (-128), Ge-sundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (-77) und Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus (-49).

Landkreis und Stadt Rosenheim

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent (Vormonat: 5,5; Oktober 2019: 3,8 Prozent). Derzeit sind 1.904 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB-III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, sank die Arbeitslosenzahl um 71 auf 1 083 Betroffene. Für 821 arbeitslose SGB-II-Kunden, neun weniger als im September, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2069 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1628 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 3,0 Prozent (Vormonat: 3,2; Oktober 2019: 2,0 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 4321. 3.076 Männer und Frauen sind bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 195 weniger als im Vormonat. Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1245 arbeitslose SGB-II-Kunden, 67 weniger als im September. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 139 Leistungsberechtigte, die in 2 544 Bedarfsgemeinschaften leben.

Traunstein und Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im Oktober 3,0 Prozent, das ist ein Anstieg um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr und ein Rückgang ge-genüber September um 0,1 Prozentpunkte. 2918 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 723 Menschen mehr als vor einem Jahr, 170 Menschen weniger als im September 2020..

1910 Kunden verzeichnet der Agentur für Arbeit (SGB III) und 1008 Kunden das Jobcenter (SGB II). Unter den 2918 arbeitslosen Menschen sind 292 unter 25 Jahre alt, das sind 99 weniger als im Vormonat und 46 mehr als im Vorjahresmonat. 1 144 (Vorjahr 917) Menschen sind älter als 50 Jahre; darunter sind 815 älter als 55 Jahre. Im Vergleich zum Vormonat zeigt sich ein leichter Anstieg um 18 Menschen in den beiden Altersgruppen. „Wir freuen uns über jeden Arbeitgeber, der das Kriterium Lebensalter nicht überbewertet“, so Müller, „entscheidend bei der Personalauswahl sind stets die Qualifikation, die Motivation und die Person, die zu dem Betrieb und ins Team passt oder eben nicht.“

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im Oktober 3,8 Prozent (September 3,9). 2 490 Menschen waren im Oktober arbeitslos gemeldet, 139 oder 5,3 Prozent weniger als im September.

Aktuell sind 282 Jüngere unter 25 gemeldet. Im September waren es noch 329 junge Menschen. Jeder Dritte Arbeitslose ist über 55, insgesamt 585. Im Vergleich zum Vormonat blieb die Zahl gleich, im Vergleich mit dem Vorjahr stieg sie um 193 – gegen Corona hilft auch viel Berufserfahrung nur bedingt.

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