TOURISMUSVERBAND CHIEMSEE-ALPENLAND

Ein Trend zum sanften Tourismus

Die Übernachtungenin Stadt und Landkreis Rosenheim haben zugenommen. Dabei hat auch der ländliche Raum profitiert. Hinzu kommen noch die Übernachtungszahlen kleinerer Betriebe. GRAFIK: NK
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Die Übernachtungenin Stadt und Landkreis Rosenheim haben zugenommen. Dabei hat auch der ländliche Raum profitiert. Hinzu kommen noch die Übernachtungszahlen kleinerer Betriebe. GRAFIK: NK

Geschäftsgäste und ein Trend zum sanften Tourismus, sodass auch die ländlichen Gemeinden profitieren, haben 2016 wieder für steigende Gäste- und Übernachtungszahlen im Gebiet des Tourismusverbands Chiemsee-Alpenland gesorgt. Noch nicht enthalten sind die vielen kleinen Betriebe, von denen die Region zuletzt über 1200 hatte.

Bernau – Der Tourismus ist im Landkreis und der Stadt Rosenheim ein starker Wirtschaftsfaktor. Knapp 15 000 Menschen verdanken der Branche direkt oder indirekt einen Arbeitsplatz. Der Bruttoumsatz im Gebiet des Tourismusverbands Chiemsee-Alpenland liegt bei rund 800 Millionen Euro. „Der Tourismus ist in der Region stark verwurzelt“, sagt Christina Pfaffinger, Geschäftsführerin des Tourismusverbands.

Allerdings sprechen die Städte, Gemeinden und Märkte, die im Tourismusverband vereint sind, durchaus unterschiedliche Zielgruppen an – was sich auch in den aktuellen Übernachtungs- und Gästezahlen widerspiegelt. Insgesamt liegt die Zahl der Übernachtungen im Landkreis Rosenheim bei 2 446 555. Sie verteilen sich auf 778 875 Gäste.

Ein Trend ist für Christina Pfaffinger ganz klar erkennbar: ein zunehmend sanfter Tourismus. Daher ist es für sie auch nicht erstaunlich, dass in kleineren Orten wie Samerberg die Übernachtungszahlen zugenommen haben (27 161; +49,8 Prozent). Auch die Ernennung von Sachrang und Schleching zu Bergsteigerdörfern sieht Pfaffinger als Zeichen der Wertschätzung für einen sanften Tourismus abseits der größeren Städte.

Unter anderem in Rosenheim hingegen hat vor allem der Geschäftstourismus zusätzlich zum Städtetourismus selbst eine große Bedeutung. „Dieser wächst seit Jahren Jahr für Jahr stetig“, so die Geschäftsführerin. Daher sei es auch wichtig, dass nun das Hotel am Bahnhof gebaut werde. „Dadurch werden automatisch die Übernachtungszahlen in den kommenden Jahren weiter nach oben gehen.“ Aber auch die Bekanntheit Rosenheims durch die Rosenheim Cops oder aufgrund der Kulturveranstaltungen in der Stadt wie dem Sommerfest, Tagungen, Kongressen sowie großen Ausstellungen im Lokschuppen würde zu einer steigenden Gäste- und Übernachtungszahl beitragen. Insgesamt 113 953 Gäste besuchten die Stadt und blieben 184 303 Nächte.

Kleine Betriebe leisten wichtigen Beitrag

Für Bad Aibling, Bernau oder Bad Endorf spielt der Bereich Gesundheit im Tourismus eine große Rolle. „Auch das sieht man an der Entwicklung der Zahlen.“ Hinzu kommt für Bad Aibling aufgrund der Nähe zu München aber auch der Geschäftstourismus. Von großen Messen wie der Bauma oder dem Oktoberfest profitiere die Stadt – ebenso wie von Tagungen und Kongressen. In Bad Feilnbach hingegen tragen insbesondere Camping-Gäste zum Umsatz bei. „Auch Comfort-Camping liegt im Trend.“

Ein Aspekt, der laut Pfaffinger in der Auswertung der Statistik gerne vergessen wird, ist die Sicherheit. „Während in größeren Städten die Zahl der Auslandsgäste abgenommen hat, verzeichnen wir weiter ein Plus und liegen bei einem Anteil von 4,5 Prozent.“ Gerade in diesem Punkt könne auch der ländliche Raum zusätzlich profitieren, so die Geschäftsführerin des Tourismusverbands.

Zahlen, die zur aktuellen Statistik noch hinzukommen, sind die Übernachtungen und Gäste der Privatvermietungen mit weniger als neun Betten. „Sie spielen bei uns eine große Rolle und können die Zahlen durchaus verändern“, so Christina Pfaffinger. Von den fast 1760 im Jahr 2015 registrierten Betrieben tauchen nur 410 aufgrund ihrer Größe in der offiziellen Statistik des Landesamtes auf. Alle anderen sind kleinere Häuser. Sehr beliebt sei in der Region auch das Angebot „Urlaub auf dem Bauernhof“. Hier sei die Verweildauer auch deutlich höher als der Durchschnitt. „Insgesamt geht die Verweildauer kontinuierlich zurück. Im Bereich Urlaub auf dem Bauernhof haben wir aber einen großen Zuwachs.“

Nicht nur mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr ist die Tourismus-Chefin – soweit die Zahlen vorliegen – zufrieden. Auch das Jahr 2017 ist gut angelaufen. „Mit den Buchungen, die bereits eingegangen sind, können wir zufrieden sein.“ Ein Aspekt, der ihr in der Tourismus-Statistik fehlt, ist der Bettenrückgang insgesamt. „Wenn ein Haus renoviert wird, fallen meistens automatisch Zimmer weg. Der Anspruch des Gastes – auch an die Größe der Zimmer – hat sich verändert.“

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