METALLTARIF

Streiks in Rosenheim und Siegsdorf

Streikende: Auch in der Region werden ab heute Warnstreiks bei mehreren Unternehmen abgehalten. dpa
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Streikende: Auch in der Region werden ab heute Warnstreiks bei mehreren Unternehmen abgehalten. dpa

Rosenheim/Siegsdorf – Die IG Metall hatte es angekündigt: Auch in der Region werden sich Arbeitnehmer an den Streiks zur aktuellen Metalltarifrunde beteiligen.

Den Auftakt bilden heute ein Streik beim Antennenspezialisten Kathrein in Rosenheim und bei der Ecolab Engineering GmbH in Siegsdorf.

Während man es bei Kathrein aufgrund der ohnehin schon angespannten Geschäftslage (wir berichteten) bei einer „verlängerten Brotzeit“ belässt und den Ausstand auf vier Werke verteilt, steht in Siegsdorf laut Vertrauensfrau Renate Bergmann „die ganze Belegschaft hinter der Aktion.“

In Siegsdorf gehen die Mitarbeiter um 14.30 Uhr nachmittags für eine halbe Stunde auf die Straße und laut Bergmann auch eine halbe Stunde früher nach Hause – „wer aber noch weiterarbeiten will, kann das tun.“

Ihr liegt viel an den Forderungen der IG Metall, vor allem die 28-Stunden-Woche mit Lohnausgleich findet sie wichtig und in der Praxis auch durchsetzbar: „Ich habe selbst gerade pflegebedürftige Eltern zu unterstützen, diese Neuregelung fände ich sehr sinnvoll, auch für andere“, daher will sie darum kämpfen. Für Ecolab ist es erst der zweite Streik in seiner über 50-jährigen Unternehmensgeschichte. Geschäftsführer Klaus Rutz erklärte den OVB-Heimatzeitungen gegenüber, er werde den Streik, der zumindest fair organisiert worden sei, tolerieren, auch wenn er nicht unbedingt froh darüber sei.

Streik in Rosenheim soll maßvoll bleiben

Auch Bergmann sagt, ein respektvolles Miteinander von Belegschaft und Geschäftsführung sei den Beteiligten wichtig. Das Unternehmen jedoch sei „sehr gesund“, die Mitarbeiter erbrächten gute Leistungen, da wolle man auch am Erfolg beteiligt werden. „Gerade für die unteren Lohngruppen wäre das wünschenswert“, sagt die Metallerin. Bei Kathrein, sagte IG Metall-Gewerkschafter Jochen Hafner unserer Zeitung, sei man in Verbindung mit der Geschäftsführung und habe Verständnis für die momentan schwierige Lage des Konzerns. Dennoch wolle man „Flagge zeigen“, was die IG Metall-Forderungen betreffe. An den Werkssitzen in Rosenheim rechnet die Gewerkschaft heute mit einer Beteiligung von rund 500 Angestellten. Gestern war vom Unternehmen selbst keine Stellungnahme zu erhalten. sen

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