„Sparkasse wird die Krise bewältigen“: Neues Vorstandstrio für die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling

Das Führungstrio der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling:Der neue Vorstandsvorsitzende Karl Göpfert (Mitte) mit seinen Vorstandskollegen Harald Kraus (links) und Stephan Donderer. Weiser

Wachwechsel in turbulenter Zeit: Seit 1. Mai ist Karl Göpfert (53) Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling. Er folgte Alfons Maiertaler nach. Neben Harald Kraus (59) rückte Stephan Donderer (49) neu ins Führungstrio. Der neue Vorstand übernimmt die Führung des Geldinstituts mit in der Corona-Krise..

Rosenheim/Bad Aibling –Das Trio blickt trotz Corona-Pandemie zuversichtlich in die Zukunft. Zumindest was die Region betrifft. „Wir werden die Krise bewältigen können“, sagt Karl Göpfert im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. „Weil wir erstens eine sehr solide Kapitalausstattung haben und weil wir zweitens sehen, dass viele Unternehmer die Krise sehr gut managen.“

Treffen mit Abstand und Ausblick

Das Treffen mit dem Führungstrio der Sparkasse findet im Konferenzraum im elften Stock statt, mit Ausblick auf die Dächer Rosenheim und mit ordentlichem Abstand zwischen den Teilnehmern der Runde. „Die Abstände, in denen wir sitzen, dokumentieren keine Kluft“, sagt Harald Kraus, man lacht, geht dann aber gleich zur Arbeit über. Wie eben auch in der Krise: Die Lage ist ernst, Verzweiflung aber hilft niemandem weiter. Und es gibt Grund zur Hoffnung, gerade für die Region Rosenheim.

„Corona weiter sauber managen

„Die Coronakrise ist hinsichtlich Komplexität und Auswirkung gravierender als alles, was wir bisher erlebt haben, inklusive der Finanzkrise.“ Das sagt Karl Göpfert. Die Ausgangsposition sei vor der Corona-Krise schon herausfordernd gewesen, mit Niedrigzinsen und einem Brexit, „der weder realisiert noch verdaut ist“. In den nächsten Monaten aber gelte es „Corona weiter sauber zu managen, für Kunden und Mitarbeiter“.

Die Sparkasse fühlt sich dafür in der Region gut aufgestellt. Die Jahresbilanz 2019 wies eine Eigenkapitalausstattung von rund 791 Millionen Euro aus. Davon werde man gerade in Zeiten der Krise nicht abgehen, sagte Göpfert im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen: „Was Finanz-Ziele angeht, wollen wir durch eine stabile Ertragslage unsere Eigenkapitalquote auf dem aktuell hohen Niveau halten.“

Was kein Selbstzweck ist, sondern unternehmerische Spielräume schafft. Denn bei Kreditinstituten ist die Möglichkeit, Kredite zu vergeben, fix mit der Quote des Eigenkapitals verknüpft. Wenn man so will, schafft die Sparkasse so die Polster, die allzu harte Landungen dämpfen.

Kein Bruch durch den Wechsel im Vorstand

Das zeigte sich in der Finanzkrise von 2008. „Es waren nicht die Banken ohne Eigenkapitalpolster, die damals den Mittelstand finanzierten“, sagt Harald Kraus. „Wer holt Deutschland aus der Krise? Immer der Mittelstand, und immer die Banken, die den Mittelstand finanzieren.“ Über 60 Prozent des Kreditbestands, rund 2,3 Milliarden Euro, entfielen 2019 auf den gewerblichen Sektor.

Gut aufgestellt sieht sich das Geldinstitut auch personell. Für ein Haus mit regionaler Agenda sei es kein Nachteil, wenn Chefs und Mitarbeiter lokal verwurzelt seien.

Im Gegenteil, sagt Karl Göpfert; so habe es beim Übergang keine Brüche gegeben. Karl Göpfert, Harald Kraus und Stephan Donderer sind in der Tat seit Jahren in Führungspositionen bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, sie wohnen im Landkreis, der Vorstandsvorsitzende ist sogar gebürtiger Rosenheimer.

„Herausforderungund Ansporn“

„Corona ist zwar eine Herausforderung“, sagt Göpfert, „aber auch ein Ansporn für uns, weil wir wissen, wie man mit ruhiger Hand durch diese Krise kommt.“ Harald Kraus ergänzt: „Auch für die Mitarbeiter ist es ein gutes Gefühl, dass sie den neuen Vorstand bereits kennen.“  Krisenfestigkeit durch Vertrauen? „Wenn man dem Ganzen was abgewinnen will, dann ist es der tolle Teamgeist im Haus, der sichtbar wird“, sagt Göpfert.

„Verlorenen Umsätze sind nicht mehr nachzuholen“

Welche Folgen wird Corona für die Wirtschaft auf Sicht haben? „Die Risikosituation ist momentan nicht angespannt, allerdings ist davon auszugehen, dass Corona in Deutschland und auch bei uns die Zahl der Insolvenzen nach oben treiben wird“, meint Göpfert. Schwer tun würden sich vor allem jene, „die von der Atmosphäre leben, die Nähe brauchen, Gaststätten und Hotels, der Tourismus und der Luftverkehr“. Die verlorenen Umsätze seien nicht mehr nachzuholen.

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Andererseits seien viele Unternehmen gut aufgestellt. „In der zurückliegenden Zeit von Hochkonjunktur und historisch niedriger Zinsen konnten viele Firmen Polster anlegen“, sagt er. So richtig wird man’s erst aus dem Abstand beurteilen können, meinen Harald Kraus und Stephan Donderer. „Wirklich abschätzen können wir die Auswirkungen erst in ein, zwei oder gar drei Jahren – diese Krise wird uns eine ganze Ecke lang begleiten“, sagt Donderer. Bis man sehe, ob die Lieferketten wieder funktionieren, könne es ein oder zwei Quartale brauchen, sagt Kraus.

Schub für die Digitalisierung

Ohne Zweifel hat Corona der Digitalisierung einen Schub gegeben. Karl Göpfert spricht von einem „Katalysator“. Chefs und Angestellte der Sparkasse spüren das bei Sitzungen, aber auch im Verhalten der Kunden.

Digitalisierung ist sozusagen der Job von Stephan Donderer. „Der Kunde entscheidet, über welche Kanäle er mit uns kommuniziert“, sagt der Bad Aiblinger. „Wenn ein Kunde uns signalisiert, dass er keinen Bedarf hat, vorbeizukommen, und ausschließlich über digitale Medien mit uns zu tun haben will – dann erreichen wir ihn über unser digitales Beratungszentrum.“

Weiterhin „Bürgerdividende“

Wo sich die Drei ebenso sicher sind: Die „Bürgerdividende“ wird weiterhin ausgeschüttet werden. Die Sparkasse zahlt über Spenden, Sponsoring und ihre Stiftungen 3,25 Millionen Euro an die regionalen Vereine, Institutionen und Hilfsorganisationen. „Das werden wir fortführen“, verspricht Göpfert, „das ist mir wichtig.“

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