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Sorte und Standort entscheidend

Die einfache Konstruktion und die Anbaumöglichkeit an einen normalen Schlepper machen den neuentwickelten Mähhacker so flexibel. Wichtig ist bei der Ernte, dass die Transportkette schlagkräftig ist. : Peter
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Die einfache Konstruktion und die Anbaumöglichkeit an einen normalen Schlepper machen den neuentwickelten Mähhacker so flexibel. Wichtig ist bei der Ernte, dass die Transportkette schlagkräftig ist. : Peter

Auch wenn es das Wortungetüm „Kurzumtriebsplantage“ (KUP) im ersten Moment nicht gleich erahnen lässt, handelt es sich dabei um eine relativ kurze forstliche Nutzungsart, bei der ausgewählte Pappelsorten gepflanzt werden, um Hackschnitzel produzieren zu können. In einem Jahr könne je Hektar dieser Energiewälder durchschnittlich bis zu 5000 Liter Heizöl durch den natürlichen Zuwachs eingespart und CO²-neutral ersetzt werden.

Übersee – In Übersee entschied sich vor gut fünf Jahren der Landwirt Peter Stöger, eine Kurzumtriebsplantage anzulegen, bei der nun die erste Ernte durchgeführt werden konnte. Diese erfolgte durch den neuentwickelten „Anbaumähhacker“, der durch seine Bauart sehr flexibel ist. „Der Ertrag war durchwegs zufriedenstellend“, sagte Stefan Hinterreiter vom Biomassehof Achental.

Die erste Ernte an der rund 3,6 Hektar großen KUP wurde mit einer Informationsveranstaltung verbunden, bei der sich die zahlreichen Fachleute austauschen und interessierte Grundstückseigentümer Fragen stellen konnten, die auch detailliert Auskunft bekamen.

Neben den Fachvorträgen lief die Ernte in Echtzeit. Dabei kam der momentan einzige Anbaumähhacker zum Einsatz. Dieser Häcksler wird nun in einer Kleinserie gefertigt. Er hat den Vorteil, dass er an einen Traktor mit Standardaufnahme für Geräte angebaut werden kann und so flexibel einsetzbar ist. Dadurch ist er eine echte Alternative bei kleineren Kurzumtriebsplantagen zur bisherigen Technik mit den Mähdreschern. Der Leistungsbedarf liegt bei mindestens 150 PS. Der Häcksler wiegt rund 1,5 Tonnen und kann so ohne großen Aufwand auf einen Autoanhänger schnell zu verschiedenen Einsatzorten transportiert werden. Das Erntegerät wurde in langjähriger Arbeit vom Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim entwickelt und wird nun von der Firma Schradenholz UG vertrieben oder in Dienstleistung angeboten.

In Übersee wurden rund zwei Fünftel der KUP geerntet und der Ertrag entsprach den Erwartungen: Die rund 1,4 Hektar große Erntefläche ergab 45 „Atro-Tonnen“ (Atro = absolute Trockenmasse) Hackgut. Durch die Maßeinheit Atro-Tonne können die Hackschnitzel verglichen und der Energiewert festgelegt werden. Bei der ersten Ernte liegt der Ertrag etwas niedriger, da das Wurzelwerk erst im Laufe der Jahre besser ausgebildet wird. Die Ertragssteigerung bei der zweiten Ernte, die bereits nach drei Jahren erfolgen kann, liegt nach bisherigen Erfahrungen bis zu einem Drittel höher.

Auch, wenn die Erntearbeiten bei der Veranstaltung immer wieder ins Stocken geraten sind, weil an die Maschinenführer Fragen gestellt wurden, oder der Häcksler von den Besuchern genau inspiziert wurde, zeigte sich, dass die Schlagkraft der Erntekette ein wesentlicher Aspekt für die Wirtschaftlichkeit und Rentabilität einer Kurzumtriebsplantage ist. Der Häcksler schafft in der Stunde rund einen halben Hektar. Durch das große Volumen der Hackschnitzel ist eine entsprechende Kapazität zum Abtransport erforderlich.

Aus den Vorträgen ging deutlich hervor, dass die Planung einer KUP sehr wichtig ist und schon im Vorfeld klar sein sollte, ob der Energiewald überwiegend für den eigenen Gebrauch oder für die Produktion von Hackgut für einen gewerblichen Abnehmer wie den Biomassehof Achental genutzt werden soll.

Hier kommt es dann zum Beispiel auf den Pflanzenabstand an. Die richtige Sortenwahl für den Standort des Energiewalds ist absolut entscheidend für die Rentabilität. Wie entscheidend sie ist, zeigte Randolf Schirmer vom Bayerischen Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht in Teisendorf anhand von Baumscheiben zweier sechsjähriger Pappeln. Die eine hatte einen Durchmesser von rund sechs Zentimeter und die andere von rund 15 Zentimeter, was in der Ertragsmenge durchaus den Faktor fünf ausmachen kann. mp

SORTE UND STANDORT ENTSCHEIDEND

ERSTE ERNTE AUF ÜBERSEER KURZUMTRIEBSPLANTAGE

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