Söder verleiht Meggle-Gründerpreis: Sieg für die Oberhaizinger IDP aus Marktl am Inn

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Die Gewinner des Meggle-Gründerpreises 2019 verein auf der Bühne: Mit ihnen freuten sich Toni Meggle (links), Moderatorin Dr. Sonja Lechner (Zweite von links), Dr. Markus Söder (Mitte), Marina Meggle (Fünfte von links) und Jurysprecher Gerd Maas (Dritte von rechts).
  • Heike Duczek
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Deutschland und Bayern müssen sich in das Cockpit des Fortschritts setzen, forderte Ministerpräsident Dr. Markus Söder beim Festakt zur Verleihung des Meggle-Gründerpreises im historischen Rathaus von Wasserburg. Die drei Preisträger würdigte er als mutige Leistungsträger - und als Zukunft eines auf Nachhaltigkeit setzenden Mittelstandes.

Wasserburg – Mut, Fleiß und Innovationskraft und Durchhaltevermögen benötigen Jungunternehmer, wenn sie mit Ideen und Produkten durchstarten wollen. Der Meggle-Gründerpreis würdigt diese Bereitschaft, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Heuer geht die begehrte Auszeichnung an das Design- und Projektmanagement Oberhaizinger IDP aus Marktl am Inn (erster Platz), an die Chiemgauer Genussmanufaktur in Palling (Platz zwei) und an die Rotmilan Holzgestaltung in Frasdorf (Platz drei).

400 geladene Gäste aus Wirtschaft, Politik und gesellschaftlichem Leben gaben auf Einladung von Toni und Marina Meggle den Startups im historischen Rathaussaal von Wassserburg die Ehre. Heuer gratulierte sogar Ministerpräsident Dr. Markus Söder: „Ich bin stolz auf Sie“, sprach er die Preisträger persönlich an.

Juryentscheidung fiel einstimmig

Die Auszeichnung, ins Leben gerufen im Jahr des 125-jährigen Bestehens der Molkerei Meggle, wurde bereits zum achten Mal verliehen. Auch heuer war die Entscheidung der Jury nach Angaben von Sprecher Gerd Maas („Die Familienunternehmer“) einstimmig gefallen. Die drei Preisträger haben neben ihrer Innovationsfreude eins gemeinsam: Sie sind weniger als sieben Jahre am Markt und seit mindestens drei Jahren mit ihrer Geschäftsidee erfolgreich. Die Prämie von insgesamt 50.000 Euro wird unter den drei Siegern aufgeteilt.

Ministerpräsident Markus Söder sagte, er sei stolz auf die Preisträger.

Eine willkommene Finanzspritze, doch noch viel mehr zählt sicherlich die Tatsache, dass der Mut und die Bereitschaft, selbst einen Betrieb auf die Beine zu stellen, im Rahmen einer solch hochkarätigen Festveranstaltung gewürdigt wird. Der Gründerpreis, so zeigte sich Moderatorin Dr. Sonja Lechner, selbst Unternehmerin, überzeugt, stelle ein Signal dar: „Es lohnt sich, mutig neue Wege zu beschreiten, die vorher noch keiner gegangen ist.“

Die Auszeichnung für Existenzgründer aus Südostoberbayern schafft außerdem eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit: Davon profitierten die Preisträger der vergangenen Jahre, die ihre Erfolgsgeschichten weiter fortsetzen konnten.

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Gestern Abend wurde der rote Teppich am Eingang des Rathauses jedoch den Gewinnern 2019 ausgelegt. Die Gründer Stefan Oberhaizinger und Martin Unterstaller überzeugten die Jury nach Angaben von Maas mit zukunftsträchtigen Dienstleistungen im Innenausbau und einer schlüssigen Digitalstrategie. Astrid Günther gründete die Chiemgauer Genussmanufaktur, die regionale Bio-Produkte – viele auf Basis heimischer Kräuter – herstellt und vermarktet, jetzt auch online. Dominik Mendel und Toni Bettermann sind Schreiner und Produktdesigner. Die Rotmilan Holzgestaltung arbeitet vor allem mit heimischen Materialien.

Mit Innovationskraft und Leistungswillen vorangehen

Existenzgründer wie sie sind die Zukunft der deutschen Wirtschaft, ist Söder überzeugt, der direkt von der Ministerpräsidentenkonferenz nach Wasserburg gereist war. Er brach eine Lanze für den bayerischen Mittelstand. Und bekannte sich zum Prinzip Leistung. Menschen, die bereit seien, ein Unternehmen zu gründen, die selbst den Feind der Wirtschaft, die deutsche Bürokratie, nicht scheuen würden, hätten Bewunderung verdient. Der Meggle-Gründerpreis sei ein Signal in einer Gesellschaft, die dazu neige, sich bequem zurückzulehnen und das Erreichte als selbstverständlich anzusehen. Die derzeitige Krise der Wirtschaft zeige jedoch, wie gefährlich dies sei. Die klugen Köpfe würden von den USA und China abgeworben.

Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen weltweit – Handelsstreit, Protektionismus und Brexit – brauche das Land jedoch Menschen wie die Preisträger, die mit Innovations- und Leistungswillen vorangehen würden, und regionale Unternehmen, die nicht das schnelle Geld, sondern nachhaltigen Erfolg suchen würden.

Söder erteilte Versuchen, sich angesichts der Klimaschutzkrise von Wachstum und technischer Weiterentwicklung abzuwenden, eine Absage. „Wir lösen die Jahrhundertaufgabe nicht mit einem Zurück in die Steinzeit, sondern nur mit mutigem Vorangehen.“ Der Ministerpräsident warnte auch vor Tendenzen der Umverteilung und Enteignung sowie Erhöhungen der Erbschaftssteuer. „Dadurch schwächen wir Deutschland.“ Stattdessen müssten sich die Bundesrepublik und Bayern in das Cockpit des Fortschrittes setzen – und den Menschen Mut machen, Verantwortung zu übernehmen. Genau dies tut der Meggle-Gründerpreis, „ein Fest der Wirtschaft“, wie Tone Meggle betonte..

Oberhaizinger IDP – Design und Projektmanagement in Marktl

Stefan Oberhaizinger (links) und Martin Unterstaller

Oberhaizinger Interior Design Project wurde 2016 von Stefan Oberhaizinger und Martin Unterstaller gegründet. ist im Innenausbau tätig und bietet als Spin-Off der Oberhaizinger GmbH „Alles aus einer Hand“ – von der Innenarchitektur-Planung über die Projektsteuerung bis hin zur Umsetzung eines Projekts.

Als Raum- und Objektdesigner übernimmt Stefan Oberhaizinger die kreative Komponente im Team. Martin Unterstaller fokussiert sich auf das Projektmanagement, er kann auf jahrelange Erfahrung im internationalen Projektgeschäft bei einem führenden Innenausbauer zurückgreifen. Die Wurzeln beider Geschäftsführer liegen im Schreinerhandwerk. Das Unternehmen setzt bei der Auswahl seiner Partner stark auf regionale Betriebe, mit denen vielfach bereits mehrfach zusammengearbeitet wurde.

Chiemgauer Genussmanufaktur – Bio-Produkte aus Palling-Freutsmoos

Astrid Günther

Die Chiemgauer Genussmanufaktur produziert und vertreibt seit 2015 innovative regionale Bio-Produkte in den Bereichen Lebensmittel und Wellness (Naturkosmetik). Kern der Produktlinien sind eigene Rezepturen, regionale Bio-Rohstoffe direkt vom Erzeuger und der Verzicht auf Geschmacksverstärker, künstliche oder natürliche Aromen, Hefezusätze, Gentechnik, Rieselhilfen und Füllstoffe. Gründerin Astrid Günther sieht regionale Wertschöpfungsketten und Regionalsiegel als geeigneten Weg, um im umkämpften Bio-Markt zu bestehen. Vermarktung und Verkauf erfolgen bei der Genussmanufaktur über eine Vielzahl von Vertriebswegen: Themenmärkte, Verbrauchermessen, Einzelhandel, Onlineshops, Direktverkauf, sowie Gastronomie/Hotellerie. Zudem spielt der Tourismus im Chiemgau eine wichtige Rolle.

Viele Urlauber lernen die Produkte während ihres Urlaubs kennen und bestellen sie nach ihrer Rückkehr im Online-Shop. In Zukunft will das Unternehmen seine Produktpalette im Bereich Wellness ausbauen, die Internationalisierung vorantreiben und eine enge Zusammenarbeit mit Food-Bloggern aufbauen.

Rotmilan Holzgestaltung in Frasdorf

Dominik Mendel (links) und Toni Bettermann

Etwas versteckt im Ortsteil Umratshausen liegt die Werkstatt von Dominik Mendel und Toni Bettermann, die sich 2016 unter dem Namen Rotmilan zu einem Team zusammengetan haben. Beide sind Schreiner und studierte Produktdesigner. Selbst nennen sie sich „interdisziplinäre Werkstatt für Holzhandwerk, Produkt- und Objektdesign“.

Rotmilan versteht sich nicht als Handwerksbetrieb im herkömmlichen Sinn, sondern legt den Schwerpunkt auf die Entwicklung und das Design innovativer Holzobjekte. Kennzeichnend sind kundenorientierte, innovative Lösungen, nachhaltige Materialien und eine weitgehend regionale Beschaffung. Mendel und Bettermann wollen nach eigenen Angaben frischen Wind ins Handwerk bringen und dessen Wertschätzung erhöhen. Ab 2021 wollen sie auch Onlinehandel betreiben.

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