So kann Auerbräu aus Rosenheim bis zu 36.000 Flaschen pro Stunde verarbeiten

Alles im Blick: Auerbräu-Geschäftsführer Thomas Frank (links) und Krones-Werkleiter Helmut Schwarz.
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Alles im Blick: Auerbräu-Geschäftsführer Thomas Frank (links) und Krones-Werkleiter Helmut Schwarz.
  • vonAnna Hausmann
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Zwei Großkaliber aus Rosenheim machen nun gemeinsame Sache: Die Krones AG fertigte für das Traditionshaus Auerbräu einen neuen Palettierer an. Dieser Roboter fasst die Bierkästen auf Ladungsträgern zusammen, der letzte Schritt vor der Auslieferung in die Getränkemärkte.

Rosenheim – Es sei eine große Veränderung für die bisherige Produktion, wie Auerbräu-Geschäftsführer Thomas Frank erklärt.

Es riecht nach Bier. Bis zur Decke stapeln sich die Kisten voller Flaschen. Sie alle schmückt der grüne Hahn, das Logo der Brauerei. Mit einem Surren rollen die Gabelstapler durch die Hallen. Mittendrin, auf dem über zwei Hektar großen Werksgelände: Eine Maschine der Firma Krones AG, die Verpackungs- und Abfüllanlagen entwickelt. Der Greifarm des sechs Meter hohen Palettierers fährt über die neun Kisten – in Sekundenschnelle sind diese komprimiert und stapeln sich auf der Palette.

Millimeterarbeit in der Produktion

Eine Schnur hält die Kisten in Reih und Glied. „Ihr Vorgänger stammte aus dem Baujahr ‘89“, eine unserer ältesten Maschinen“, so Frank. Die Herausforderungen an das Gebinde und insbesondere die Ladungssicherung stiegen ständig. Der Belader mit der neuen Steuerungsgeneration – über die Höhe der Investitionssumme wollten sich beide Firmen auf Nachfrage nicht äußern .–kann Auerbräu nun 1800 Kisten in einer Stunde palettieren.

Sechs Meter hoch ist der neue Palettierer aus dem Hause Krones.

Das sind exakt 36.000 Flaschen. Eine Arbeit, die von Hand nicht möglich wäre. Seit Johann Auer vor 130 Jahren sein erstes Bier braute, hat sich viel verändert: Arbeitsplätze wichen modernsten Maschinen. „Es war eine sehr schwere körperliche Arbeit, heute wäre sie gar nicht mehr zumutbar.“Mittlerweile stünde die Brauerei kurz vor den Vorbereitungen für das Herbstfest, doch dann kam Corona dazwischen: „Die Auswirkungen haben wir natürlich gespürt, vor allem durch den Lockdown der Gastronomie“, so Frank. Doch der Verkauf der Flaschenbiere laufe sehr gut. „Wir blicken optimistisch in die Zukunft, auch für das weitere Jahr.“

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Eine „Win-Win-Situation“

Auf einem Bildschirm zeigt der Roboter, wie viele Kisten er bereits verarbeitet hat. Der Auftrag, den Palettierer zu bauen, sei „eine Win-Win-Situation“ gewesen, so Helmut Schwarz, Krones-Werksleiter am Standort Rosenheim. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen mit Sitz im oberpfälzischen Neutraubling mit einem geplanten Stellenabbau von bis zu 400 Stellen von sich reden gemacht. Auch die Werke in Rosenheim und Raubling sollen davon betroffen sein.

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