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IDEE IN DER PANDEMIE

Seminare mit der 3D-Brille: Rosenheimer Coach entwickelt eine Alternative zu teueren Tagungen

In seinem Element: Wenn Michael Seyfried die 3D-Brille trägt, versinkt er in andere Welten.
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In seinem Element: Wenn Michael Seyfried die 3D-Brille trägt, versinkt er in andere Welten.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Die Idee entstand aus der not heraus. Weil der Rosenheimer Coach Michael Seyfried in der Corona-Pandemie alle Fortbildungen bei Unternehmen absagen musste, entwickelte er ein virtuelles Fortbildungsformat, das auch in Zukunft die Teilnahme an teueren Tagungen überflüssig machen kann.

Rosenheim – Wenn man sich die Brille von Michael Seyfried aufsetzt, erblickt man zunächst einen unscheinbaren Raum. Für den Entwickler von „Inner I“ ist das allerdings nur der Ausgangspunkt zu einer Welt mit unendlichen Möglichkeiten. Der Fortbildungsleiter möchte die 3D-Technik der Brillen nutzen, um seine Seminare in Zukunft online anzubieten. Seine Vorstellung: Stressabbau, Teambuilding und persönliches Coaching im dreidimensionalen Umfeld.

Fortbildungen in drei Dimensionen

Die Idee zu seinem ungewöhnlichen Projekt nahm für den Münchner erst mit der Corona-Pandemie konkrete Formen an. Von jetzt auf gleich hatte er nahezu alle seine Fortbildungen bei Unternehmen absagen müssen – in der Folge ging Seyfried das digitale Coaching an. Im Rosenheimer Start-Up-Netzwerk „Stellwerk18“ entwickelte er ein Programm, das rund um die dreidimensionale Realität aufbaut.

„Mit der Brille kann man in eine neue Umgebung eintauchen und den beruflichen Alltag visuell hinter sich lassen“, erklärt Seyfried. Das Ganze soll eine Art Alternative zu teuren Tagungen sein, bei dem Geschäftsführer oder Mitarbeiter über einige Zeit in Fortbildungen geschickt werden, um an ihren „Skills“ zu arbeiten. Die digitalen Übungen seien so konzipiert, dass man in kurzen Einheiten über mehrere Monate hinweg an Führungsqualitäten, den Umgang mit Stress oder persönlichen Schwächen arbeiten könne.

Wenn das Gehirn zur Bühne wird

Je nach Zielsetzung wird mithilfe der Brille ein spezielles Programm abgespielt. Eines davon ist beispielsweise das „Gehirn als Bühne“. Hier wird der dreidimensionale Raum zu einem Theatersaal, in dem verschiedene Eindrücke und Gefühle auf einer Bühne versammelt sind. Nach und nach soll man das vollkommen überladene Bild sinnvoll arrangieren und somit spielerisch das Priorisieren erlernen. Wichtig dabei ist, dass man als Avatar, also als virtuelle Spielfigur, größtenteils frei laufen, springen oder sogar fliegen kann. Auch die Interaktion mit anderen „Brillenträgern“ ist mithilfe eines virtuellen Treffpunktes möglich.

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Bei der Rosenheimer Erfindung konnte sich Seyfried komplett ausleben. Der 57-Jährige war bereits selbst als Künstler, Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor tätig, bevor er zum Fortbildungsleiter wurde. Daher steht für ihn, neben dem inhaltlichen Schwerpunkt, auch der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund. Die Brille aufzusetzen, soll, so sein Wunsch, immer wieder mit einem neuen Erlebnis verbunden werden, über das man sich auch anschließend mit den Kollegen austauschen kann.

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Wichtig dabei sei, sich nach und nach an die 3-D-Brille zu gewöhnen, wie Seyfried betont. Denn nicht jeder sei für die neuen Eindrücke geschaffen, wie das Beispiel von einem seiner mittlerweile zwölf Mitarbeiter zeigt. „Ein Entwickler hatte am Anfang Probleme mit Übelkeit, da das Gehirn irritiert wird, wenn man sich virtuell bewegt, gleichzeitig aber im Raum sitzen bleibt“, bestätigt Seyfried. Mit der Zeit gewöhne man sich aber daran und man könne sich zumindest für eine Stunde ohne Schwierigkeiten durch den Raum bewegen.

Pilotphase ist abgeschlossen

Nach gut einem Jahr intensiver Arbeit ist das Produkt fertig und bereit für den Markt. Nach der Pilotphase im März wurden zuletzt einige technischen Mängel beseitigt und die ersten Brillen werden an interessierte Unternehmer verliehen. Da das ganze Paket von Brille, Programm und persönlicher Betreuung für ein Jahr mit Kosten im fünfstelligen Bereich verbunden ist, ist das virtuelle Coaching laut Seyfried in erster Linie auf größere Firmen ausgerichtet. In der nun beginnenden Verkaufsphase werde man aber zunächst einmal schauen, wie das Ganze ankommt und „Inner I“ zu günstigeren Tarifen anbieten.

Für sein Rosenheimer Start Up hofft Seyfried zukünftig auf das technische Potenzial seines Produkts. „Die Möglichkeiten der Brille sind nahezu unbegrenzt“, ist er sich sicher. Sobald das Rüstzeug einwandfrei funktioniert, will sich der Künstler vermehrt um die Ausarbeitung der Programme kümmern. Von Tauschgängen bis hin zu Höhenflügen ist dabei alles erlaubt.

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