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Neue Balance zwischen Privat- und Berufsleben finden

Vier Stunden Arbeit und trotzdem erfolgreich? Wie eine Bad Aiblingerin Selbstständigkeit neu denkt

Ihr Büro hat sie im Rucksack immer dabei: die Bad Aiblingerin Sylvia Naujoks.
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Ihr Büro hat sie im Rucksack immer dabei: die Bad Aiblingerin Sylvia Naujoks.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Keine 80-Stunden-Woche und trotzdem selbstständig: Die Bad Aiblingerin Sylvia Naujoks bezeichnet sich als „sanfte Unternehmerin“. Mit ihrem Konzept versucht sie sich in einer gesunden Balance zwischen Berufs- und Privatleben. Ein Konzept, dass nicht jeder Unternehmerin für sich in Anspruch nehmen möchte.

Bad Aibling – „Wenn ich es Ihnen sage, glauben Sie mir nicht“, sagt Sylvia Naujoks. Die Mutter dreier Kinder arbeitet selbstständig und das an mehreren Baustellen. Sylvia Naujoks hat ihr Büro immer dabei. Sie zeigt auf ihren Rucksack, in dem ihr Laptop verstaut ist. Und dennoch arbeitet sie nur vier Stunden am Tag.

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Sie selbst bezeichnet sich als Online-Unternehmerin: Naujoks pflegt ein Netzwerk an Unternehmerinnen, mit denen sie handelt und deren Produkte sie als so genannte Affiliate-Partnerin bewirbt. Auch Coaching gehört zu ihrem Berufsalltag.

Keine 80-Stunden-Woche

Naujoks ist Unternehmerin mit einer Einstellung, die vielleicht nicht ganz ins Bild passt, das viele Selbstständige von sich haben: keine 80-Stunden-Woche, kein Verzicht auf Familie, Hobby oder Urlaub. Wenn überhaupt, denn einen klaren Schnitt zwischen Urlaub und Arbeit lässt sich bei Naujoks schwer machen. Die Arbeit muss sich insgesamt in ihr Leben integrieren. Sie nennt sich selbst „sanfte Unternehmerin“.

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Dieses Konzept ist die Geschäftsgrundlage der 46-Jährigen. Anders gesagt: Es geht darum, wirtschaftlich erfolgreich zu sein, das aber nicht auf Kosten der Gesundheit. Mit solchen Unternehmerinnen vernetzt sie sich seit Jahren. Das ist ihr Kapital.

Scheitern heißt nicht gescheitert

Zur Gesunden Woche in Bad Aibling veranstaltete Sylvia Naujoks zum ersten Mal ein Seminar zu diesem Thema. Ihre Teilnehmer wählt sie dabei selbst aus. Es müsse auch menschlich passen, findet die Bad Aiblingerin.

Was Naujoks mitunter bei der deutschen Unternehmerkultur fehlt: der positive Blick aufs Scheitern. Auch bei Unternehmungen, die schiefgelaufen sind, das Positive sehen, die Erfahrungen mitnehmen und mit diesen weitermachen. Eine Eigenschaft, die wohl eher im anglo-amerikanischen Raum anzutreffen ist.

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„Ich habe ganz klare Werte – Wachstum und Verbundenheit“, sagt Naujoks. Mit Wachstum gemeint ist: Der Mensch kommt auf die Welt und beginne eine Entwicklung, die niemals ende. Jeder starte ins Leben als unbeschriebenes Blatt. Die Lebensgeschichte, die auf diesem zu lesen ist, liegt in der Hand eines jeden Einzelnen. Und die Verbundenheit der Menschen untereinander sei diesen eigen. Wie die Verbindung zwischen dem ungeborenen Kind und seiner Mutter.

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Naujoks arbeitet nicht nur mit Bildern aus der Natur, anhand derer sie ihre Arbeit beschreibt, sie gibt sich auch naturbewusst. Sich ganzheitlich wahrzunehmen, wäre wohl an dieser Stelle der richtige Begriff. Und damit für klassische Unternehmer eher etwas, was ins Reich der Esoterik gehört, nicht ins Büro. Naujoks vertritt einen anderen Ansatz.

Kein Konzept für jeden

Zweifel, ob dieses Konzept so funktionieren kann, äußert wiederum Angelika Artmann, Gründungsvorsitzende der Unternehmerinnen Rosenheim und langjährige Vorsitzende der Mittelstaatsunion Rosenheim-Land. „Ziel jedes Unternehmens ist, wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen, um auch davon leben zu können.

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Wie hoch ist da der eigene Stundensatz bei einem Vier-Stunden-Tag? Den Businessplan möchte ich sehen“, sagt Artmann, die einen Handwerksbetrieb mit fünf Mitarbeitern leitet.

Gewagter Ansatz

Sie hält Naujoks Ansatz für Unternehmertum „sehr gewagt.“ „Auch wir legen Wert auf ‚sanftes Unternehmertum‘ und pflegen uns und unser Personal“, schildert sie, lässt aber durchblicken, dass es ihren Kunden schwerlich erklärbar sei, wenn ihre Mitarbeiter in Notsituationen nicht zu erreichen seien. Denn wenn die Heizung ausfalle, sei das Interesse auf der Gegenseite für die Balance zwischen Arbeit und Privatleben eher zweitrangig.

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