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Schreinertag in Ising

Schreinerhandwerk: „Grundlage für Wohlstand in Region“

Lobende Worte für die bayerischen Schreiner gab es von Staatsministerin Michaela Kaniber die nach ihrem Grußwort noch mit einigen Erinnerungen an den Bayerischen Schreinertag in Ising von Verbandspräsident Bernhard Daxenberger (links) und dem Traunsteiner Innungs-Obermeister Andreas Weinzierl bedacht wurde.
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Lobende Worte für die bayerischen Schreiner gab es von Staatsministerin Michaela Kaniber die nach ihrem Grußwort noch mit einigen Erinnerungen an den Bayerischen Schreinertag in Ising von Verbandspräsident Bernhard Daxenberger (links) und dem Traunsteiner Innungs-Obermeister Andreas Weinzierl bedacht wurde.

In Zusammenarbeit mit dem Fachverband Schreinerhandwerk Bayern (FSH Bayern) lud die Schreiner-Innung Traunstein zum Schreinertag nach Ising ein. Rund 250 Schreiner und Tischler aus ganz Bayern waren gekommen. Im Mittelpunkt standen die Würdigung des nachhaltigen Rohstoffs Holz und die Wertschätzung für das Handwerk.

Ising – Die Würdigung des nachhaltigen Rohstoffs Holz, die Wertschätzung für das Handwerk und dem Schreinerhandwerk im Besonderen aber auch erfolgreiches Arbeiten in wirtschaftlich mehr als herausforderndem Umfeld standen im Mittelpunkt beim Schreinertag Bayern, den die Schreiner-Innung Traunstein in Ising in Zusammenarbeit mit dem Fachverband Schreinerhandwerk Bayern (FSH Bayern) durchgeführt hat. Rund 250 Schreiner und Tischler aus ganz Bayern waren gekommen um sich zum „Schreineraustausch“ zu treffen, wie Moderatorin Nicole Remann vom Bayerischen Rundfunk ausführte.

Förderung von Fähigkeiten

Handwerk hat goldenen Bode n – der Spruch war nie aktueller als heute“, so Staatsministerin Michaela Kaniber in ihrem Grußwort in der gut gefüllten Reithalle in Ising. Sie betonte, dass gerade in der Corona-Zeit die Frage nach „wahren Werten“ einen Schub bekommen habe, die Wertschätzung für das Handwerk steige. Hier passe das Schreinerbild mit seinen 3000 Betrieben ins Bild. „Sie generieren Wertschöpfung und sichern Arbeitsplätze.“ Das Schreinerhandwerk sei für hervorragende Ausbildungsplätze bekannt. Sie monierte das Trimmen von Schulabgängern hin zur Akademisierung. Dem stellte sie die Förderung von Fähigkeiten entgegen und forderte gerade auch in Sachen der Wertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung ein Umdenken in der Gesellschaft, es seien keine „fünf Doktortitel“ entscheidend. Bodenständigkeit und Nachhaltigkeit kennzeichneten das Image des Schreiners und seines Werkstoffes Holz. Und die Forstministerin setzte inhaltlich noch eins drauf: „Sie sind Botschafter für die hochwertige Nutzung des klimafreundlichen Öko-Rohstoffs Holz. Nachhaltige Forstwirtschaft, Klimaschutz und das Bayerische Schreinerhandwerk gehören untrennbar zusammen!“. Die Corona-Krise und ihre Folgen hätte daneben den Fokus auf die Regionalität gelegt, womit man wieder beim heimischen Schreiner und dem Rohstoff Holz aus der Region sei.

Landrat Siegfried Walch betonte am Festabend wie wichtig und entscheidend die Holzwirtschaft für die Region ist, „Holz ist der Werkstoff der Ökologie.“ Das Schreinerhandwerk sei ein Vorzeigehandwerk sagte er und wies auf die lange Tradition der Betriebe hin, die oft über mehrere Generationen weitergeführt werden. Handwerk sei aber auch Kulturträger, ganz nach dem Motto „typisch boarisch“. Der Landrat wies auf die dreistelligen Millioneninvestitionen im Landkreis in den Neubau der Staatlichen Berufsschule I Traunstein und den Campus Chiemgau hin, sei das Handwerk doch „die Grundlage für den Wohlstand in der Region.“

Eine Reihe von „innungsinternen“ Themen auf bayerischer Ebene gab es bei dem Zwei-Tages-Treffen auch abzuarbeiten: So wurden unter anderem zehn Goldene Ehrennadeln des Verbandes mit entsprechenden Ehrenurkunden überreicht. Zeigen sie doch auch, dass das Innungsleben in den verschiedenen Regionen funktioniert und das Ehrenamt hochgehalten wird. Auch auf Ebene der Traunsteiner Innung gab es Grund zum Feiern: 20 Schreinermeistern wurden für ihre jahrzehntelange Mitgliedschaft in der Innung Goldene Meisterbriefe überreicht.

Auch der Bayerische Meister und Deutscher Meister des Jahres 2020 im Schreinerhandwerk, Benjamin Supé, wurde geehrt und seine Arbeit herausgestellt. Sein 2021er Nachfolger in beiden Meistertiteln, musste mit einer Corona-Erkrankung passen. Supé ist für die Weltmeisterschaften in Shanghai, den WorldSkills im Oktober diesen Jahres bei den Möbelschreinern qualifiziert. Am Abend wurden dann die Landessieger des Gestaltungswettbewerbs „Die Gute Form“ für ihre herausragenden Gesellenstücke geehrt, die in den vergangenen zwei Wochen im Forum Klosterkirche zu besichtigen waren.

Sven Schöpker traf mit seinem Impulsvortrag „Mission geiles Handwerk“ so richtig den Nerv der anwesenden Schreinermeister. Der Redner warb für imagesteigernde Maßnahmen des Handwerks und dem Schreinerhandwerk im Speziellen und ein mutiges Entwickeln neuer Marketingstrategien. „Die Erfolgsrezepte der Vergangenheit werden nicht mehr die Erfolgsrezepte der Zukunft sein.“ Er warb dafür, sich auf einzelne Fachbereiche zu fokussieren und zu spezialisieren. Wie sehr sich die anwesenden Schreiner durch den Event-Coach emotional pushen ließen zeigte sich anhand einer spontanen aber durchgeplanten live auf Instagram veröffentlichten Stimmungseinlage. Schreinermeister und Kabarettist Stefan Kröll sorgte zu später Stunde mit seinem Kabarettprogramm für humorvolle Gesichter und viel Gelächter.

Eine Predigt übers Leben

Ein umfangreiches Begleitprogramm, musikalische Einlagen nach dem Motto „Etwas für die Ohren“ mit den Gesangsvirtuosen Lisa Fischbacher und Lili Klapfenberger, Musik mit den „Die 4 Hinterberger Musikanten“ aus Nußdorf am Inn, Trachtler-Auftritte der Alztaler Truchtlaching beim Festabend aber auch eine Fahrt auf die Herren- und Fraueninsel bei perfektem sonnigen Wetter inklusive eines Gottesdienstes mit Schreiner-Predigt „übers Leben“ von Schreinermeister und Diakon Herbert Niedernhuber rundeten das gut konzipierte gemeinsame Programm der Zwei-Tages-Veranstaltung ab. Die bayerischen Schreiner vernetzten sich und reisten ausgerüstet mit einer neuen Portion Motivation und Ideen rund um’s Holz, wieder in ihre bayerischen Innungsstandorte zurück und zeigten, dass die bayerischen Schreiner aus „einem ganz besonderem Holz geschnitzt sind“.

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