Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


LEBEN IM ALTER

Rückenwind für ambulanten Pflegedienst in Reit im Winkl

Eine ambulante Pflegerin hilft einer alten Frau einen Pullover anzuziehen. In Reit im Winkl soll durch ein durchdachtes Kooperationsmodell ein ambulanter Pflegedienst ins Leben gerufen werden, damit betagte Gemeindebürger ihren Lebensabend zu Hause verbringen können. dpa/Hauser
+
Eine ambulante Pflegerin hilft einer alten Frau einen Pullover anzuziehen. In Reit im Winkl soll durch ein durchdachtes Kooperationsmodell ein ambulanter Pflegedienst ins Leben gerufen werden, damit betagte Gemeindebürger ihren Lebensabend zu Hause verbringen können. dpa/Hauser

Der Gründer eines Pflegedienstes stellte im Reit im Winkler Gemeinderat ein neues Konzept für eine ambulante Pflege vor. Dabei steht ein holländisches Nachbarschaftsprojekt Modell, das möglicherweise auch in der Region Anklang finden könnte. Nun werden Mitarbeiter gesucht.

Reit im Winkl– Die Gemeinde hat es sich zum Ziel gesetzt, die ambulante Pflege von und für Reit im Winkl zu stärken. Dabei behilflich sein soll der 2018 gegründete Pflegedienst „Betreuung persönlich“ mit Sitz in Übersee. Dessen Gründer und Geschäftsführer Dr. Richard Spies stellte in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats im Festsaal die Konzeptidee hierfür vor.

Auf den Aufruf in der Gemeindezeitung zum Jahreswechsel hin an Interessierte, sich beim Aufbau einer besseren Versorgungsstruktur für die ältere Bevölkerung in Reit im Winkl zu beteiligen, hatten sich vier Frauen gemeldet.

Modell aus Holland hat überzeugt

Anfang April fand dann ein Treffen zwischen ihnen, Geschäftsführerin Sabine Wenng und Konstantin Bauch von der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung sowie Dr. Spies statt. Mit dabei waren auch Dritte Bürgermeisterin Dr. Sabine Wörnle (CSU) und Geschäftsleiterin Christine Zaiser.

Im interkommunalen Seniorenkonzept, das von Sabine Wenng erstellt worden war, wurde der Bedarf für die ambulante Pflege in Reit im Winkl konkretisiert. „In den nächsten Jahren werden 60 bis 70 Menschen einen solchen Bedarf nach ambulanter Unterstützung haben, und so wäre es wichtig, die häusliche Pflege zu stabilisieren“, sagte dazu Zweiter Bürgermeister Max Weiß (Freie Wähler), der die Gemeinderatssitzung leitete.

Lesen Sie auch: Corona: Diese Berufsgruppen werden am häufigsten wegen Covid-19 krankgeschrieben

Alternative im Seniorenkonzept

Aktuell fährt seinen weiteren Ausführungen zufolge nur ein Pflegedienst Reit im Winkl an, und dies nur morgens und mittags. Als Alternative zum herkömmlichen Pflegedienstangebot sei deshalb das sich in Holland bewährte „Buurtzorg-Modell“ – auf Deutsch Nachbarschaftshilfe – als Alternative im Seniorenkonzept vorgeschlagen worden.

Dabei handele es sich um ein Novum in Bayern, das laut Landtagsbeschluss umgesetzt werden und wissenschaftlich von der Technischen Hochschule Rosenheim begleitet werden solle.

Dr. Richard Spies als Gründer und Geschäftsführer des Pflegedienstes „Betreuung persönlich“ hatte sich bereit erklärt, dieses Modellprojekt in Reit im Winkl mit und durch Kräfte vor Ort zu versuchen. Er stellte in der Gemeinderatssitzung das Konzept im Einzelnen vor.

Nun werden Mitarbeiter gesucht

Hauptsächlich ginge es dabei um eine stärkere Unterstützung der pflegenden Angehörigen und eine Stärkung der Rolle der Gemeinden, zum Beispiel durch ein Quartiersmanagement und die Schaffung von Pflegestützpunkten.

Selbständig arbeitende regionale Teams würden aufgebaut. Es gebe ein ganzheitliches Pflegekonzept mit Hauswirtschaft, Betreuung und Pflege.

„Wir haben die Leute, die sich umfassend darum kümmern“, sagte Dr. Spies dazu.

Lesen Sie auch: Ökumenische Sozialstation Prien: Neue Pflegedienstleitung im Amt

Die nächsten Schritte zum geplanten Kooperationsmodell Reit im Winkl seien die Suche und Auswahl interessierter Mitarbeiter, deren Aus- und Fortbildung und der Aufbau eines qualifizierten „BP Pflegeteams Reit im Winkl“ mit eigener Website, so der studierte Ökonom. Als möglichen Projektstart nannte Spies den Mai.

Zusammenfassend sagte er den Gemeinderäten, die interessiert auf das vorgestellte Konzept reagierten: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass Senioren ein selbstbestimmtes Leben zu Hause führen können.“

Kommentare